Fachkuratorium soll über Maßnahmen für auffällige Tiere befinden

Tiroler Landesregierung will Umgang mit Wölfen und Co. neu regeln

Donnerstag, 01. Juli 2021 | 16:25 Uhr

In der Diskussion um den Umgang mit sogenannten “großen Beutegreifern” – also Wölfen, Bären und Co. – will die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung nun Nägel mit Köpfen machen. Unter anderem soll ein Fachkuratorium eingerichtet werden, dass über den Umgang mit auffälligen Tieren entscheiden soll. Das Almgebiet Tirols soll kategorisiert werden und damit definiert werden, wo Herdenschutz möglich ist, wo nur bedingt und wo nicht.

Geändert werden soll das Tiroler Almschutzgesetz und das Tiroler Jagdgesetz – und zwar mit einem elf Punkte umfassenden Dringlichkeitsantrag, der kommende Woche im Landtag eingebracht wird. Das unabhängige und weisungsfreie Fachkuratorium “Wolf-Bär-Luchs” soll in Zukunft auf Basis des österreichischen “Managementplan große Beutegreifer” Maßnahmen, die von der Besenderung über die Vergrämung bis hin zur Entnahme reichen können, empfehlen. Diese Empfehlung ist dann für die Landesregierung bindend, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Aussendung der schwarz-grünen Regierungsparteien.

Um eine fachliche Entscheidungsgrundlage zu erhalten, soll das gesamte Tiroler Almgebiet auf seine Eignung für Herdenschutzmaßnahmen hin überprüft und entsprechend kategorisiert werden. Dabei soll festgelegt werden, in welchen Gebieten Herdenschutz jedenfalls möglich ist, in welchen Gebieten bestimmte Arten von Herdenschutz möglich sind, also nur bedingt vonstattengehen kann, und in welchen Gebieten Herdenschutz nicht möglich ist. Bei den zwei letzteren handelt es sich dann um die von LHStv. Josef Geisler (ÖVP) in einem APA-Interview angesprochenen “Weideschutzgebiete”, in denen etwa Problemwölfe abgeschossen werden können.

An den entsprechenden Parametern zur Kategorisierung werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet, hieß es aus Geislers Büro zur APA. Begonnen werde mit den hochalpinen, am meisten betroffenen Regionen. Die Kategorisierung sei aber keine “Sache von nur ein paar Wochen”, sondern werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Eine Empfehlung zum Abschuss durch das Kuratorium erfolge aufgrund einer Einzelfallprüfung bei “verhaltensauffälligen Tieren” – und zwar nur dort, wo Herdenschutz nur bedingt oder gar nicht möglich ist, also in den dann ausgewiesenen Weideschutzgebieten.

“Es geht um die Zukunft der Almwirtschaft. Mit diesem Maßnahmenkatalog sind wir weiter als alle anderen österreichischen Bundesländer und auch als Südtirol”, zeigte sich Geisler zufrieden. Klar sei aber auch, dass der Rechtsrahmen es nicht zulasse, ganz Tirol zur wolfsfreien Zone zu erklären und jeden Wolf abzuschießen. “Eine Einzelfallbeurteilung, die aber schnellstmöglich durchgeführt werden soll, ist deshalb notwendig”, so der zuständige Landeshauptmannstellvertreter.

Von: apa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Tiroler Landesregierung will Umgang mit Wölfen und Co. neu regeln"


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Geri
Geri
Superredner
30 Tage 2 h

Es ist schon eigenartig, wie der typische Tiroler scheinbar ungemein lernresistent scheint. Und dann gleichzeitig von Umweltschutz, Naturschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit reden.
Irgendwie passt das nicht zusammen. Wer die Artenvielfalt, die Biodiversität ecc. systematisch vernichtet, erschießt und vergiftet, kann doch nie im Leben nachhaltigen Umweltschutz, bzw. Klimaschutz betreiben. Es sei denn, man nutzt diese Begriffe nur, um gezielt von den wahren Zielen des Eigennutzes abzulenken, was einleuchtender ist. Der Mensch ist nun mal egoistisch und gierig. Da biegt man sich die Welt schon mal gerne so hin, wie man sie gerne hätte…äh, braucht.

genau
genau
Kinig
30 Tage 59 Min

Ja das stimm!
Und wieso muss man Almen überhaupt bewirtschaften?
Ist das wirklich notwendig!
Aber zum Glück sind wir nicht in Nordtirol! 😁

The Hunter
The Hunter
Tratscher
29 Tage 23 h

wos genau hot dein Aufsotz iaz mitn Wolfproblem zu tian?

Stolzz
Stolzz
Tratscher
29 Tage 22 h

Die Erhaltung der (großen) Wolfspopulation ist sicher kein Thema, das für ein gute Zukunft unserer Erde ausschlaggebend ist. Da gibt es schon größere Brocken, siehe Klimakrise. Übrigens: auf einer bewirtschafteten Bergwiese ist die Artenvielfalt mitunter größer als im tropischen Urwald.

genau
genau
Kinig
29 Tage 18 h

@The Hunter

@Geri bringt zumindest Argumente vor.
Von euch kommt doch immer nur das übliche Stammtich-Gebrabbel! 🤦‍♂️🤦‍♂️😄

genau
genau
Kinig
29 Tage 18 h

@The Hunter

@Geri bringt zumindest Argumente vor.
Von euch kommt doch immer nur das übliche Stammtich-Gebrabbel! 🤦‍♂️🤦‍♂️😄

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
30 Tage 3 h

Hallo nach Südtirol,

irgendjemand ist irgendwann beim Ausforschen von EU-Verträgen darauf gekommen es gibt schon ein EU-Mitglied welche Sonderrechte ähnlich den geplanten alpinen Weideschutzzonen hat ..
Finnland hat sich so etwas für die traditionellen Rentierzuchtgebiete
festschreiben lassen, hier werden tatsächlich “wolfreie Zonen” durchgesetzt um die traditionelle Rentierzucht der Urweinwohner Finnlands zu garantieren.
Rentierfleisch ist übrigens bedenkenlos zu empfehlen wer es mal als TK-Ware entdeckt, Zubereitung wie Hirsch

Was Finnland darf kann alpinen Weidegebieten mit besonderer Schutzwürdigkeit nicht verwehrt bleiben, das ist der Ansatz.

Auf Wiedersehen in Südtirol

Gustl64
Gustl64
Superredner
30 Tage 1 h

Wenn man den Wolf erst erlegt, nachdem er Nutztiere gerissen hat, ist das Gesetz nutzlos.

Italo
Italo
Superredner
30 Tage 16 Min

Gustl 64) Du bisch jo gonz a Schlauer👎

VES
VES
Grünschnabel
30 Tage 3 h

Tiroler zeigts den Südtirolern wie man sowas macht 👍

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
29 Tage 12 h

…vielleicht hams dort an andern Rechnungshof…Durni fragen…
😆

Missx
Missx
Kinig
30 Tage 3 h

Man könnte die Wölfe suspendieren…

VES
VES
Grünschnabel
30 Tage 3 h

und wenn sie sich dann impfen lassen war wieder alles für die katz…

Offline
Offline
Kinig
29 Tage 22 h
Dass Bär und Wolf wegen ihrem Auftauchen in besiedelten Gebieten sowohl für die Bauern ein wirtschaftliches als auch für die Allgemeinheit ein Sicherheitsproblem darstellen, dürfte außer Frage stehen. Aber als ehemaliger Jäger (mit Eigenjagd > 75 ha) möchte ich die Damen und Herrem in Bozen fragen, wieso sie den Luchs auch auf ihrer “schwarzen” Liste führen. Der Luchs ist so “heimlich”, dass ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher ist, als je Einen zu Gesicht zu bekommen. Könnte es nicht vielmehr sein, dass die Jägerschaft ihn wegen seiner “Vorliebe” für Rot- und Rehwild als (Trophäen und/oder Wildbret) Konkurrenz ansieht und deshalb dezimieren… Weiterlesen »
eisern
eisern
Tratscher
30 Tage 2 h

Hoffentlich machen die Wölfe und Bären mit und hören auf die Landesregierung .Der Luchs wird sich gut verstecken 😉

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