Tiroler Skigebiete als Corona-Hotspot

Tiroler Skiorte – Nach Kolba-Anzeige noch keine Ermittlungen

Donnerstag, 26. März 2020 | 07:45 Uhr

Nachdem Verbraucherschützer Peter Kolba am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eine Sachverhaltsdarstellung in Sachen Corona-Hotspot Tiroler Skiorte eingebracht hatte, sind vorerst noch keine Ermittlungen eingeleitet worden. “Wir haben noch keine konkreten Ermittlungsaufträge erteilt”, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr der APA Mittwochabend.

Ein Ermittlungsverfahren werde dann eingeleitet, wenn der konkrete Verdacht einer Straftat besteht, so Mayr. Nähere Angaben wollte der Sprecher nicht machen. Die “Zeit im Bild” des ORF-Fernsehens hatte zuvor berichtet, dass in der Causa vorerst wegen einer fehlenden “konkreten Tatlage” nicht gegen die Gesundheitsbehörden ermittelt werde.

Kolba hatte die Anzeige eingebracht, weil die Tiroler Behörden die Sperren von Hotels und Pisten hinausgezögert haben sollen. Die Anzeige richtet sich u.a. gegen den für Tourismus zuständigen Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

Der Verbraucherschützer will von der Staatsanwaltschaft Innsbruck geprüft wissen, ob die Behörden absichtlich zu langsam gehandelt haben, um die Tiroler Tourismusbetriebe zu schützen. In der Sachverhaltsdarstellung erhebt der Verbraucherschutzverein (VSV) respektive dessen Anwalt Alfred Noll den Verdacht der fahrlässigen und vorsätzlichen Gemeingefährdung und des Amtsmissbrauchs. Ein weiterer Vorwurf dreht sich um Vorsatz bzw. Fahrlässigkeit bei der Verbreitung meldepflichtiger Krankheiten. In der Sachverhaltsdarstellung stützt sich der VSV, dessen Obmann Kolba ist, zu einem Gutteil auf Verdachtsmomente, über die der Journalist Sebastian Reinfeldt in seinem Blog (Semiosisblog) berichtet hatte.

Von: apa

Kommentare
Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gredner
Gredner
Universalgelehrter
2 Monate 4 Tage

Man sollte auch die Verantwortung des Robert-Koch-Institutes untersuchen. Dieses hatte nämlich die Anweisung erlassen NUR Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten (China, Iran, Italien) auf Covid-19 zu testen. Obwohl mehrere deutsche Urlaiuber typische Symptome hatten und sich testen lassen wollten, wurde diese von den Spitälern VERWEIGERT mit der Begründung, dass ihr Urlaubsort nicht auf der Risikoliste des RKI stand. Es konnten somit KEINE positiven Fälle aus Tirol erfasst werden. Ischgl und andere Orte wären sonst viel früher als Infektionsherde erkannt worden.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Das RKI berät nur und trifft keine eigenen Anweisungen.

Tanne
Tanne
Superredner
2 Monate 4 Tage

Mit dem Wissen, wie es in Italien abläuft, und den ersten Fall in Ischgl, ist bis zum Ski-Stopp, und Hotelstopp mehr als eine Woche vergangen. In dieser Woche haben sich Tausende Infiziert und nach Deutschland, Holland und weis Gott wo noch weiter Transportiert. Das hätte nicht passieren dürfen. Aber Deutschland und auch andere Staaten dürfen jetzt nicht meinen sie könnten alles auf Ischgl abschieben, Das wäre zu einfach, denn auch andere Infizierte heben es in die Welt hinausgetragen. Lernt aus den Fehlern die Italien, Österreich, Deutschland und vielen andern gemacht haben, und immer noch machen.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Und die haben es gewusst. Die SMS sind eindeutig!

wpDiscuz