Stärke 6,1

Todesopfer nach Erdbeben in Afghanistan und Pakistan

Mittwoch, 31. Januar 2018 | 13:41 Uhr

Bei einem Erdbeben in Afghanistan und Pakistan hat es mindestens ein Todesopfer sowie acht Verletzte gegeben. In der pakistanischen Provinz Baluchistan töteten einstürzende Häuser ein Kind, wie ein Sprecher des lokalen Katastrophenschutzes am Mittwoch sagte. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens mit 6,1 an, das pakistanische Wetteramt sprach von 6,2.

Weil das Zentrum des Bebens in den gebirgigen Nordregionen der beiden Länder lag – südlich der afghanischen Stadt Faisabad und nahe der pakistanischen Stadt Chitral -, gaben Behörden Lawinenwarnungen heraus. In der pakistanischen Stadt Peschawar lösten die Erdstöße eine Massenpanik in einer Schule aus. Dabei wurden vier Mädchen verletzt, wie Behörden meldeten.

In der Hauptstadt Islamabad liefen Zehntausende Menschen aus ihren Häusern, Geschäftsleute scheuchten Kunden auf die Straße und beobachteten, ob sich die Gebäude weiter bewegten. In der Region werden Bauten oft zu schnell und mit schlechten Materialien hochgezogen.

Die afghanischen Behörden schienen weit langsamer einen Überblick zu gewinnen. In der nordafghanischen Provinz Badachschan gab es Stunden später Berichte über drei Verletzte nach dem Einsturz eines Daches, wie der stellvertretende Gouverneur sagte. In Badachschan sind mehrere Bezirke wegen starker Schneefälle von der Außenwelt abgeschnitten. Andere sind für die Regierung nicht zugänglich, weil dort die radikalislamischen Taliban herrschen. Man habe den Roten Halbmond beauftragt, dort nach dem Rechten zu sehen.

Ein Provinzratsmitglied meldete aus einem Bezirk, wo er zu Gast bei einer Hochzeit war, viele beschädigte Häuser. Ähnliche Berichte bekomme er aus mindestens elf weiteren Bezirken. Die Zentrale des afghanischen Katastrophenschutzes, der als miserabel gilt, meldete, sie habe bisher noch keine Schadensmeldungen aus Provinzen erhalten.

Erdbeben erschüttern die Region immer wieder. Im Oktober 2015 starben Hunderte bei einem Beben mit Zentrum in Nordafghanistan. Bei einem mächtigen Beben im Jahr 2005 kamen im Norden Pakistans und Indiens mehr als 80.000 Menschen ums Leben.

Von: APA/dpa/ag.