21-Jährige aus Südtirol freigelassen

Toter in Innsbrucker Wohnung: Zwei Personen in U-Haft, eine frei

Freitag, 12. April 2019 | 14:55 Uhr

Nach dem besonders grausamen Verbrechen in einer Innsbrucker Wohnung, bei dem einem 28-jährigen Pakistani mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten und die rechte Hand abgetrennt worden war, hat das Landesgericht Innsbruck über den haupttatverdächtigen 22-jährigen Inder die Untersuchungshaft verhängt. Auch seine 20-jährige Freundin muss in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die junge Frau sei dringend verdächtig, zur Tat beigetragen zu haben, hieß es seitens der Anklagebehörde. Die beste Freundin der Frau, die zum Tatzeitpunkt ebenfalls in der Wohnung befindliche 21-jährige Inderin, die in Südtirol lebt, wurde hingegen wieder enthaftet. Es sei derzeit nicht davon auszugehen, dass die Frau sich an der Tat beteiligt hat. Sie sei diejenige gewesen, die über Umwege die Verständigung der Polizei veranlasst habe. Die 21-Jährige hatte laut Ermittlern Mittwochfrüh ihren Freund, einen Südtiroler, in Dänemark angerufen und ihm erzählt, dass “etwas passiert” sei. Dieser schlug daraufhin bei der Polizei Alarm.

Die Tat sei durch die bisherigen Ermittlungsergebnisse gut nachvollziehbar, berichtete die Staatsanwaltschaft am Freitag. Dass sich das Opfer selbst verletzt hätte, sei daher auszuschließen. Auch eine Notwehrsituation sei nicht anzunehmen: “Vielmehr ist davon auszugehen, das die äußerst grausame Tat vom Hauptverdächtigen führend und nach der Verdachtslage teilweise unterstützt durch dessen Freundin ausgeübt wurde”. Die weiteren Ermittlungen, unter anderem die umfangreiche Auswertung der Spuren, sind noch im Laufen.

Der 22-Jährige hatte angegeben, dass es vor der Tat zu einem sexuellen Übergriff durch den Pakistani gegen die beiden Frauen gekommen sei. Er habe sich gegen 3.00 Uhr auf der Toilette befunden, als er plötzlich einen Hilferuf einer der Frauen hörte. Als er die Toilette verließ, stellte er fest, dass der Pakistani mit einem rund 20 Zentimeter langen Küchenmesser, der Tatwaffe, im Raum stand und offenbar einen Übergriff verübt hatte.

Daraufhin habe er den 28-Jährigen zur Rede gestellt, so die Verantwortung des Inders. Es sei zu einem Handgemenge gekommen, infolge dessen der Pakistani gestürzt sei und sich aufgrund des Sturzes das Messer in die Brust gerammt habe. Dann habe er “aus blinder Wut” wegen des angeblichen Übergriffs mehrfach auf den 28-Jährigen eingestochen, ihm die Kehle durchschnitten sowie die rechte Hand abgetrennt. Letzteres offensichtlich deshalb, weil der Pakistani mit dieser den Übergriff bzw. die unsittliche Berührung der Frau begangen habe. In der Tatnacht war in der Wohnung des Inders offenbar sehr reichlich Alkohol konsumiert worden.

Das Opfer war indes den Behörden kein Unbekannter: Er hatte im Jahr 2014 unter anderem rund ein Dutzend tatsächliche und versuchte Übergriffe auf Frauen auf offener Straße in Innsbruck begangen. Aufgrund dessen fasste er eine fünfjährige Haftstrafe aus, wurde aber nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Von: apa

Bezirk: Pustertal