Am Vesuv brennt es weiter

Touristen wegen Waldbränden in Italien evakuiert

Freitag, 14. Juli 2017 | 11:33 Uhr

Wegen schwerer Brände im Norden Sardiniens haben circa 1.000 Touristen ihre Hotels und Ferienwohnungen in den renommierten Badeortschaften San Teodoro und Budoni verlassen müssen. Die Touristen wurden mithilfe des Zivilschutzes in anderen Ferieneinrichtungen der Gegend untergebracht. Die Flammen seien unter Kontrolle, berichteten italienische Medien am Freitag.

Flammen tobten auch weiter in der süditalienischen Region Kalabrien. Mehrere Familien mussten in der Provinz Cosenza evakuiert werden, weil Brände ihre Häuser bedrohten. Die Region Basilikata war ebenfalls betroffen. Hier wurden drei Campingplätze im Badeort Metaponto di Bernalda geräumt.

Schon am Vortag waren schon in Sizilien Hunderte Menschen aus einem Feriendorf gebracht worden, das von Flammen bedroht wurde. In Kalabrien kamen nach Medienangaben zwei ältere Menschen bei Löschversuchen ums Leben.

Die Waldbrände werden durch die extreme Hitze und Trockenheit vor allem in Süditalien weiter angefacht. Seit Mitte Juni seien mehr als 26.000 Hektar verbrannt, teilte der Umweltschutzverband Legambiente mit. Das seien mehr als 93 Prozent der verbrannten Fläche des gesamten Vorjahres. Ursache der Feuer sei oft Brandstiftung.

Auch an den Hängen des Vesuvs brannte es weiter. Im Nationalpark um den Vulkan war auch das Militär im Einsatz, um die Lage in den Griff zu bekommen. Anrainer und Umweltschützer sprachen von Brandstiftung und von illegalen Müllkippen, die dort brannten. Sie beklagten mögliche Giftstoffe in der Luft. Insgesamt musste die Feuerwehr zu rund 1.000 Einsätzen im ganzen Land ausrücken.

Frankreich schickte im Rahmen eines EU-Hilfsprogramms drei Löschflugzeuge nach Italien. Die Risiko für Brände sei vor allem im Süden des Landes und in Sardinien weiter hoch, hieß es in der Mitteilung der EU-Kommission. Es sei das erste Mal seit 2009, dass Italien Lösch-Hilfe über die EU angefordert habe. Die Umweltschützer von Legambiente kritisierten auch, dass die Regierung und Regionen zu wenig täten, um Bränden vorzubeugen.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz