Sechs Monate Krieg in der Ukraine – ein Kommentar

Trauriges Jubiläum

Donnerstag, 01. September 2022 | 00:41 Uhr

Bozen – Als vor einem halben Jahr – am 24. Februar – der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, hätte sich niemand gedacht, dass dieser Krieg mehrere Monate fortdauern würde. Selbst angesehene Experten rechneten mit einer Niederlage der Ukrainer binnen Tagen oder weniger Wochen. Nicht zuletzt aber auch dank militärischer Unterstützung aus dem Westen hält das osteuropäische Land weiterhin einer russischen Übermacht stand.

APA/APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Der Preis ist aber sehr hoch. Mittlerweile haben 6,4 Millionen Menschen das in weiten Teilen zerstörte Land verlassen. Angesichts der in Ruinen liegenden Städte, der verwüsteten Felder und der vielen toten Soldaten und Zivilisten ist es für die Ukrainer nur ein geringer Trost, dass Putins Streitkräfte einige Niederlagen und hohe Verluste erlitten haben.

APA/APA/AFP/ARIS MESSINIS

Nach sechs Monaten Krieg ist der Frieden ferner denn je. Vollmundigen Verlautbarungen beider Seiten von neuen Offensiven steht eine sich kaum bewegende Front gegenüber. Mit einem mulmigen Gefühl müssen die Ukrainer auch zur Kenntnis nehmen, dass im Westen die „Heimatfront“ langsam bröckelt. Während in den ersten Kriegsmonaten die Solidarität mit der Ukraine und die Bereitschaft, sie militärisch zu stützen und den Flüchtlingen zu helfen, groß war, verstellen nun die hohen Strom- und Gasrechnungen bei vielen Europäern den Blick auf das Leid dieses Volkes.

APA/APA/AFP/DANIEL LEAL

Putin vertraut darauf, dass historisch der Winter der Freund Russlands ist, und glaubt, dass die Zeit für ihn und seine Armee arbeitet. Der Kreml baut darauf, dass in den Wintermonaten die „Kriegsmüdigkeit“ der Europäer große Ausmaße annehmen und der Druck auf die Regierungen, die Ukraine fallen zu lassen, stark ansteigen wird.

Bei allem Verständnis für die leidenden Familienkassen sollte uns aber immer bewusst sein, dass uns nichts anderes mehr als dieser Krieg zeigt, dass Freiheit und Demokratie ihren Preis haben. Nicht nur für die Ukrainer, sondern auch für uns ist dieser Krieg eine Prüfung. Ob wir sie bestehen werden?

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Trauriges Jubiläum"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

Es ist zu bezweifle das der Westen stark genug ist diese Prüfung zu bestehen. Die Allianz bröckelt und die Italiener machen mit ihrer Wahl den Anfang! Ungarn war nie wirklich dabei, Österreich wankt laut neuesten Äusserungen auch und viele werden noch folgen.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

Abwarten, denn den „Luxus“ von einer fremden – hier russischen Diktatur – unterjocht zu werden, wird bei uns niemand mögen. (Okay: auch hier gibt’s den/die ein oder andere devote Persönlichkeit, die sich auch an russischen Kriegsverbrechen aufgeilt.) Letztendlich brauchen wir die Beharrlichkeit, um den russischen Weltreichterror aufzuhalten und ein Umdenken in Richtung einer klimafreundlicher Lebensweise. Damit entfällt die Abhängigkeit von russischer Natur-zerstorender Energieträger und zusätzlich sichern wir unsere eigene Freiheit und Demokratie. Das solidarisches Verhalten mehr denn je gefragt ist – von Allen – dürfte klar sein.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Philingus “Dürfte klar sein”? Klar ist nur, das Sonntagsreden wie von dir zu gar nichts nütze sind. Das Palaver kennen die Menschen von Politikern und deshalb vertrauen sie ihnen nicht mehr! Das ist das ÜBEL!
Liest du eigentlich die restlichen Kommentare bzw. verfolgst was in den europäischen Ländern in der Bevölkerung ab geht?
Träumer!

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 22 h

@N. G. Armselige Beschimpfungen … prallen einfach nur ab. Denn: wer nur Klugscheißerei (wie sie betreibt und anderen angebliches Fehlverhalten und Fehlinterpretationen unterstellt – sie kennen bestimmt die vielen richtigen Reaktionen zu ihren ätzenden pseudo-intellektuellen Beiträgen …). Entscheidend ist nicht, was sie ganz ganz ganz allein für richtig halten, sondern das, was allgemein anerkannt richtig ist. Das gilt auch für ethischen und moralischen Werte in einer Gesellschaft. Insofern keine Träumerei.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 19 h

@Philingus Frage?! Ist es ne Beschimpfung wenn ich dir sage du schreibst wie ein Politiker? Ansonsten steht da doch nichts! GRINS

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 18 h
Noch sind weder die westlichen Nachbarn Russlands noch das westliche Militärbündnis NATO ernsthaft gefährdet. Einige Folgen dieser verbrecherischen “Befreiungsaktion” finde ich sogar gut, damit endlich z.B. ein Umdenken in Bezug auf Umwelt und den Ressourcenverbrauch stattfindet. Denn wegen einem Herbst/Winter mit Einschränkungen wird in Europa niemand in seiner Wohnung Erfrieren (auch bei nur max.19⁰ Zimmerthemperatur) oder gar Verhungern. In den Kriegs- und ersten Aufbaujahren nach dem II. WK wäre ansonsten in Mitteleuropa und dabei besonders in Deutschland die Bevölkerung signifikant reduziert worden. Sich mit der freien westlichen Welt und der NATO anzulegen wird sich Herr Putin mehrfach überlegen, schafft er… Weiterlesen »
Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 2 Tage

…dieses traurige “Jubiläum” ist letztlich der Beweis, dass die Russen militärische Flaschen sind…mit ihrer Übermacht wollten sie in einer “Spezialoperation” die Ukraine in drei Tagen von Nazis und Drogensüchtigen “befreien”…nun mergeln sie immer nich herum…ausser Schulen und Wohnhäuser platt zu machen, zu foltern und zu vergewaltigen, bringen diese Kriegsverbrecher eh nix zamm…
😆

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Doolin, was nützt es die russische Armee schlecht zu reden, was sie ja auch ist? Was genau ändert sich dadurch?
NICHTS, der Krieg geht weiter! Warum, wenn sie sooo schlecht ist? Klein reden bringt wieviel? Betonung auf REDEN!
Naivität pur!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 1 Tag

@N. G.
…Putinfans sind sowieso naiv…
🤪

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 18 h

@N. G…die russischen “Befreier” braucht man nicht schlecht reden. Sie sind es !

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 16 h

@Rudolfo Steht in meinem Kommentar.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 16 h

@Rudolfo “….. was nützt es die russische Armee schlecht zu reden, sie ist es ja auch…”. Satz 1 in meinem Post!

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 22 h

Heutige Headline einer deutschen überregionalen Tageszeitung: ” Selensky fordert weitere deutsche Kampfpanzer”. Ich denke, es geht nicht nur mir so, dass die ständigen Forderungen !! des ukrainischen Präsidenten nicht nur unangebracht sind, sondern auch mehr und mehr nerven. Die Worte “Bitte” oder “Bitten” scheinen in seinem Wortschatz nicht vorzukommen.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 20 h

…wir müssen ihm danken…er hält uns die Russen von der Pelle…
😆

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 18 h

@Doolin..ich kann mich nicht daran erinnern, daß Putin Deutschland “befreien” wollte und von der ukrainischen Armee aufgehalten wurde. Ich habe es einfach satt, dass er immer nur fordert. Wenn ich ein Problem habe und die Hilfe eines Anderen benötigte, dann bitte ich um diese Hilfe. So wurde zumindest ich erzogen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 16 h

@Doolin Genau! Wir bezahlen damit andere den Kopf hin halten! Feine Sache!?

OH
OH
Superredner
28 Tage 10 h

@Doolin Was für ein Schwachsinn !!! Niemand und auch nicht die Ukraine hält Putin von Europa fern !!!! Putin selber hält sich fern von Europa !!!; Wurde er ein Nato-Land angreifen, würde er höllisch eins auf die Finger bekommen !
Das weiß auch er. Also greift er “nur” Staaten an die nicht im Bündnis sind !!!!

OH
OH
Superredner
28 Tage 10 h

Ridolfo, genau so ist es !!! Sie haben das Wort BITTE vergessen!!!! Sie fordern nur ! Und das teilweise mit Beleidigungen zum Beispiel bei deutschen Politikern durch ihren jetzt zum Glück ausgemusterten Botschafter in Deutschland !!!! Der wurde mittlerweile belastend !!!!!

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Das “öffentliche” Interesse an dieser noch immer barbarischen “Befreiungsaktion” ist mittlerweile irgendwo zwischen Ja, aber und Gleichgültigkeit angelangt. Viele haben (eventuell) gespendet, damit ihr Gewissen beruhigt und sind zum Business as usual zurückgekehrt. Jetzt zählen nur noch die Folgen wie Mangel an Energie und erhöhte Kosten, da ist für Empathie für die Ukraine kein Platz mehr. Es ist traurig, aber ich muss es so deutlich schreiben. Der Mensch denkt zuerst an sich und gewöhnt sich darüberhinaus viel zu schnell auch an Katastrophen wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung usw. Vorallem dann, wenn sie ihn nicht unmittelbar selber betreffen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Vor Monaten hab ich prophezeit das die Kriegsberichterstattung von Spalte zu Spalte tiefer rutschen wird, das Interesse verloren gehen wird und nur insofern wichtig ist, was es den Westen kostet. Die Menschen kosten wird. Dafür wurde ich mit Dislikes bestraft.
Ergebnis sehen wir jeden verdammten Tag!
Der Mord um die Ecke ist um einiges wichtiger, wie du sagst!

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag
Ich sehe es nicht so schwarz. Eigentlich haben sich die Fronten geklärt: auf der einen Seite die ewig Russisches-Diktatur-Reich-Gestrigen (ja, ewig-gestrig wie ihre braunen GesinnungsGenossen) und auf der anderen Seite die weiterhin große Mehrheit, die die brutale russische Invasion in der Ukraine deutlich ablehnt. Ebenso, wie sie auch den Zivilisten-mordenden Einsatz russischer Armeekräfte in Syrien abgelehnt hat. Es muss halt nicht jederzeit betont werden, dass Russland und sein wahnsinniger Kreml-Führer jenseits der Menschlichkeit und geistigen Evolution handeln. Inzwischen ist diese Tatsache zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das in Medien auf der Suche nach der schrillen Headline eher die lauten Aspekte und… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

Es wird noch einige Jubiläen geben!
Alle beteiligten Parteien sind dafür!

OH
OH
Superredner
28 Tage 10 h

Da sind Zwei Sturköpfe am “langen Hebel” Hüben wie drüben !!! Sie sind beide nicht bereit wenigstens einen Waffenstillstand auszuhandeln und vielleicht dadurch auch Menschenleben zu retten. Einen Waffenstillstand zu erreichen geht relativ schnell, aber dann sollte man die Zeit auch für Verhandlungen nutzen oder ausloten was man machen kann um dieses Sinnlose Gemetzel zu beenden !!!!
Sollte es nicht dazu kommen, werden wir noch viele Monate bzw. Jahre mit diesem Krieg leben. Aber ob dann noch eine Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung besteht,,( und läßt schon nach 6 Monaten reichlich nach) , mag ich zu bezweifeln.

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