Waffengesetze in den USA werden immer wieder diskutiert

Trump will nach Blutbad in Las Vegas Waffengesetz prüfen

Freitag, 06. Oktober 2017 | 06:35 Uhr

Nach dem Massaker von Las Vegas hat sich US-Präsident Donald Trump dafür ausgesprochen, ein Verbot sogenannter Dauerfeuer-Vorrichtungen bei Waffen zu prüfen. Dies werde in Kürze geschehen, sagte Trump am Donnerstag. Die Vorrichtungen am Kolben von halbautomatischen Waffen erlauben ein Schießen mit Geschwindigkeiten wie bei automatischen.

Auch republikanische Abgeordnete haben sich offen für eine gezielte Verschärfung der Waffengesetze gezeigt. Die einflussreiche Waffenlobby NRA signalisierte, dass sie sich einem solchen Schritt nicht entgegenstellen würde.

Unter den 50 sichergestellten Schusswaffen des Attentäters von Las Vegas befanden sich zwölf mit der Vorrichtung. Von einem Hotelzimmer aus hatte er während eines Country-Konzerts 58 Menschen erschossen und 489 verletzt, bevor er sich den Ermittlern zufolge selbst das Leben nahm. Nach ihren Angaben ist das Motiv des Täters weiter rätselhaft.

Die mächtige Waffenlobby NRA zeigte sich nach dem Massaker ebenfalls gesprächsbereit. Die US-Behörden müssten “sofort” überprüfen, ob die Vorrichtung zur Umrüstung von halbautomatischen auf vollautomatische Waffen “dem Bundesgesetz entspreche”, erklärten die Chefs der National Rifle Association, Wayne La Pierre und Chris Cox, am Donnerstag.

Sie gingen davon aus, dass eine “verstärkte Kontrolle” nötig sei. Üblicherweise lehnt die NRA Restriktionen vehement ab. Der Verkauf automatischer Waffen ist in den USA seit den 80er-Jahren weitgehend verboten, die Vorrichtung zur Umrüstung, der sogenannte “bump stock”, ist aber legal zu erwerben.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, begrüßte die Vorschläge der NRA und anderer Gruppen und erklärte, “gerne Teil der Debatte zu sein”. Präsident Donald Trump hatte sich nach der Tat grundsätzlich offen für Gespräche über das in den USA überaus laxe Waffenrecht gezeigt. “Wir werden im weiteren Verlauf der Zeit über die Waffengesetze sprechen”, sagte er.

Sein Vorgänger Barack Obama war mit diversen Anläufen zur Verschärfung des Waffenrechts am Widerstand der Republikaner im Kongress gescheitert. Dass Trump sich auf weitgehende Restriktionen des privaten Waffenbesitzes einlässt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Während des Wahlkampfs hatte er sich mit der NRA verbündet, welche die Kandidatur des Rechtspopulisten unterstützte.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "Trump will nach Blutbad in Las Vegas Waffengesetz prüfen"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
10 Tage 21 h

Selbst die Waffenlobby ist nun offen für eine Gesetzesverschärfung
Der Täter von Las Vegas hat technische Hilfsmittel eingesetzt, um das Verbot von Maschinengewehren zu umgehen. Überraschend zeigen sich nun prominente Republikaner und selbst die mächtige Lobbygruppe NRA offen für neue Vorschriften gegen solche Produkte. (nzz.ch – 5.10.17)

VERY GOOD!!!

Tabernakel
10 Tage 19 h

Es wird auch Zeit und kann nur ein kleiner Anfang sein. Das hat Dimensionen.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-im-schnitt-89-tote-durch-schusswaffen-pro-tag/12672756-2.html

ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
10 Tage 18 h

Auf diese “Bump Fire”-Teile können die meisten Amerikaner eh verzichten: sie sind für ein bischen Spass zwischendurch ganz gut (wenn man möglichst schnell viel Munition verschiessen möchte), ansonsten eher nutzlos.

forzafcs
forzafcs
Tratscher
10 Tage 19 h

Mann kommt immer an Waffen egal wie die Gesetze sind… ein schärferes Waffengesetz hätte den Anschlag nicht verhindert! 

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
10 Tage 17 h

Den Anschlag vielleicht nicht, jedoch die Zahl der Opfer wäre mit Sicherheit um einiges niedriger ausgefallen. Über 1500 Amokläufe in gut 1700 Tagen in den USA, wo gibts das noch? Das muss wohl irgendwie mit entsprechenden Gesetzen zusammenhängen.

forzafcs
forzafcs
Tratscher
7 Tage 19 h

@ivo815 Bitte Quelle

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
10 Tage 19 h

@ denkbar
Richtig,endlich an der Zeit,nicht nur halbautomatische sondern auch Kurzwaffen sollten für den Zivilgebrauch ohne wirkliche berufliche Begründung strengstens verboten werden.Sport und Jagdgewehr
WBK an die Zuverlässigkeits Überprüfung gebunden dann dürften
sich solche oder ähnliche  Fälle wohl kaum mehr vorkommen.
Auch in Italien ist bezüglich Zuverlässigkeit  noch viel strenger vor zu gehen aber die Questuren sind fleißig bei der Arbeit,Hut ab 👍.

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