Aufgrund der Wettersituation herrscht Ausnahmezustand.

Türkei und Griechenland ächzen unter Schneemassen

Dienstag, 25. Januar 2022 | 14:34 Uhr

In der Türkei und in Griechenland hat es nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage auch am Dienstag weiterhin große Probleme gegeben. Nur eingeschränkt funktionierte der Luftverkehr der Großflughäfen in Ankara und Athen, auch sind noch längst nicht alle Stromausfälle behoben. Derweil mussten viele Menschen in den Flughäfen, aber auch auf verschneiten Autobahnen in ihren Autos ausharren.

Der Flughafen Istanbul hat den Betrieb am Mittag teilweise wieder aufgenommen, zahlreiche Flüge fallen aber weiterhin aus. Überseeflieger wurden ab Dienstagmittag zur Landung zugelassen, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft sagte. Bis in die Nacht erwarte man aber keinen regulären Betrieb. Eine Landebahn sei frei, man arbeite daran, den Schnee auf zwei weiteren zu räumen.

Schon von Montag an mussten Passagiere teils stundenlang in den Fliegern warten. Gestrandete Reisende protestierten unterdessen in den Terminals und riefen im Chor “We need hotel” (etwa: “Wir brauchen Hotels”), wie Videos in den sozialen Medien zeigten. Busbahnhöfe sind noch bis Mittwochfrüh gesperrt, während die Lage in Istanbuls Straßen sich entspannt – die Innenstadt sei wieder befahrbar, twitterte Bürgermeister Ekrem Imamoglu.

Auch der Athener Flughafen war weit entfernt vom Normalbetrieb. Inlandsflüge etwa von kleinen Inselflughäfen wurden vielfach gestrichen, ebenso wie internationale Flüge, von denen am Dienstag nur ein Teil planmäßig stattfand. Schulen, Behörden und Läden sollen noch bis Mittwoch weitgehend geschlossen bleiben. Immer noch gibt es Gegenden, in denen der Strom ausgefallen ist, weil Bäume unter der Schneelast zusammenbrachen und Stromleitungen kappten.

Vor allem im Großraum Athen und in Mittelgriechenland hatte es seit Montag zudem massive Verkehrsprobleme gegeben. Tausende Autofahrer mussten die Nacht in ihren Wagen auf Autobahnen verbringen. Das Militär rückte an, um die Menschen abzuholen und Fahrzeuge aus dem Weg zu schieben. Noch Dienstagfrüh waren rund 1.200 Menschen in ihren Fahrzeugen im Schnee gefangen, sie hatten zum Teil bis zu 22 Stunden Wartezeit hinter sich.

Das Chaos auf den Autobahnen des Landes hatte bereits am Montag seinen Lauf genommen, als schlecht ausgestattete Autos und Lastwagen ohne Winterreifen und Schneeketten nicht mehr weiterkamen und dadurch den Räumgeräten den Weg versperrten. In Griechenland gibt es keine Winterreifenpflicht – gerade im Großraum Athen schneit es im Winter normalerweise sehr selten und wenn, dann nur leicht. Der Minister für Zivilschutz Christos Stylianides entschuldigte sich bei den Bürgern. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verdonnerte die privaten Autobahnbetreiber, jedem, der über Nacht festsaß, eine Entschädigung von 2.000 Euro zu zahlen.

Von: APA/dpa