Die Feuerwehr in St. Pölten hatte alle Hände voll zu tun

Überschwemmungen in St. Pölten, Mure in der Steiermark

Freitag, 25. Mai 2018 | 11:56 Uhr

Das Unwetter vom Donnerstagnachmittag hat laut Feuerwehr St. Pölten-St. Georgen für “Land unter” in dem Stadtteil und hier wiederum insbesondere in Steinfeld gesorgt. Der Ort sei regelrecht geflutet worden, nachdem ein Bach die Wassermassen nicht mehr aufnehmen hatte können. Eine Mure erfassten indes ein Wohnhaus in Pernegg an der Mur (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) und machte es vorerst unbewohnbar.

Der rund 40 Grad steile Hang war auf einer Länge von etwa 80 Metern abgerutscht und drückte gegen das Haus. Das Obergeschoß wurde von Schlamm gefüllt. Die darin wohnhafte Pensionistin war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause.

Die 86-Jährige wird vorübergehend bei Familienangehörigen unterkommen, da Geologen Gefahr im Verzug sahen. Begutachtungen in den kommenden Tagen sollen Aufschluss über die weitere Gefahr geben.

In der Steiermark war es Donnerstagnachmittag neben Pernegg auch in anderen Regionen kleinräumig zu starken Niederschlägen gekommen: Im Bezirk Weiz lag der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze entlang der Raab, die an mehreren Stellen über die Ufer trat. Doch auch rund um Passail, Hainersdorf und Gleisdorf waren die Einsatzkräfte gefordert. Die Rechberg Straße (B64) musste an einigen Stellen von Schlamm befreit werden.

In St. Pölten wurden unterdessen einige Autos mitgerissen und zerstört. Zahlreiche Keller und Gärten seien mit Schlamm gefüllt und ebenso wie die Straße überflutet worden, hieß es im Feuerwehrbericht. Die örtlichen Helfer forderten Unterstützung durch die FF St. Pölten-Ochsenburg und die FF St. Pölten-Stadt an. Die Auspump- und Aufräumarbeiten dauerten bis in die Abendstunden.

Die Unwettersituation sollte sich nach Freitag entspannen. “Der Schwerpunkt ist sicher heute”, sagte ein Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur APA. Vor allem im Weinviertel, im Marchfeld und entlang der Donau kamen große Regenmengen zusammen. Schwerpunkte waren Gänserndorf,Großenzersdorf, Schwechat und Langenlois.

“Wir haben eine Luftmassengrenze, die sich nur sehr schwer weiterbewegt”, betonte der Experte. Demnach trafen Luftschichten unterschiedlicher Feuchte und Temperierung aufeinander.

Für die kommenden Tage erwartete der Meteorologe Entspannung: “Die Druckverteilung bleibt zwar flach”, sagte der ZAMG-Experte. Allerdings werde weniger Energie in der Luft sein. Der Osten wird allerdings in den nächsten Tagen dampfig bei Temperaturen um 25 und knapp darüber sein. Im Westen und Süden geht es Richtung 28 und vielleicht 30 Grad, was zu Beginn der kommenden Woche aber wahrscheinlicher ist. Im Bergland kann es auch am Wochenende zu lokalen Gewittern kommen.

Von: apa