Gärten in der Steiermark sahen nach Unwettern aus wie Teiche

Überschwemmungen in weiten Teilen Ost-Österreichs

Freitag, 01. Juni 2018 | 19:25 Uhr

Gewitter mit Starkregen haben Freitagnachmittag in der Steiermark, dem Burgenland und im südlichen Niederösterreich zu lokalen Überschwemmungen und zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Besonders getroffen hat es die Oststeiermark, mehrere Ortschaften im burgenländischen Bezirk Oberwart und die Bucklige Welt in Niederösterreich. Zahlreiche Straßen, Keller und Wohnbereiche wurden überschwemmt.

Die Niederschläge zogen über große Teile der Steiermark, wobei starke Regengüsse in den Bezirken Weiz sowie Hartberg-Fürstenfeld niedergingen. Im Bezirk Weiz wurden bis zum späten Nachmittag 20 Einsätze gemeldet – vor allem entlang der Raab. Dort wurden Straßen von Bächen überschwemmt, die zu reißenden Fluten angeschwollen waren. Einsätze wurden auch rund um Strallegg, Birkfeld und Passail abgearbeitet.

In einer Siedlung im östlichen Stadtgebiet von Hartberg konnten Äcker das Wasser nicht mehr aufnehmen. Einer der Betroffenen schilderte der APA: “Erst hat es gehagelt, dann kam das Wasser vom Acker über Nachbargärten in unseren. Binnen weniger Minuten war unser Garten ein Teich.” Bei der Abfahrt der Südautobahn (A2) gab es ebenfalls vorübergehend Probleme mit hohem Wasserstand.

Starkregen sorgte auch im südlichen Burgenland für einen Großeinsatz der Feuerwehren. Über 50 Feuerwehren mit rund 540 Mitgliedern wurden alarmiert, berichtete der für die Einsatzleitung zuständige Martin Ulreich. Die Zahl der Einsätze schätzte er auf rund 150. Die ersten Alarmierungen habe es gegen 13.30 Uhr gegeben. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden Loipersdorf-Kitzladen, Grafenschachen, Markt Allhau, Riedlingsdorf, Pinkafeld und Buchschachen.

Die Feuerwehren hatten mit überfluteten Straßen und Kellern, Vermurungen, Hangrutschen und im Wasser abgesoffenen Autos zu kämpfen. Weiters waren rund 3.000 Sandsäcke in Verwendung. Auch vier Katastrophenhilfsdienst-Züge, zwei davon aus der Steiermark, wurden hinzugezogen.

Das Wasser stehe auf den Straßen bis zu 70 Zentimeter hoch, berichtete Ulreich. “Da gibt’s kein Vorankommen.” In Pinkafeld sei zudem ein Wirtschaftsgebäude aufgrund eines Blitzschlages ausgebrannt. In Riedlingsdorf musste ein Wagenlenker aus dem Fahrzeug befreit werden, der von den Wassermassen überrascht worden war und den Wagen nicht mehr ohne fremde Hilfe verlassen konnte, berichtete die Feuerwehr Riedlingsdorf.

Loipersdorf-Kitzladen sei am schlimmsten betroffen, meinte Ulreich. Dort stünden schätzungsweise drei Viertel der Ortschaft unter Wasser. “Die Lage war dort längere Zeit unübersichtlich”, so der Einsatzleiter. Freitagabend waren noch etwa 20 Feuerwehren in der Gemeinde im Einsatz.

Die Feuerwehren wären zurzeit vor allem mit Auspumparbeiten beschäftigt. “Das Kellerauspumpen geht sicherlich noch die ganze Nacht hindurch”, so die Einschätzung Ulreichs. Spätestens nach zwölf Stunden werde es eine Ablöse der Kräfte geben. Die Pegelstände des Stögersbachs und der Pinka seien noch am Steigen. Regen sei zumindest keiner mehr angesagt.

Niederösterreichs Feuerwehren rückten ebenfalls zu Dutzenden Unwettereinsätzen aus. Keller wurden überflutet und Straßen überschwemmt. Betroffen war der südliche Landesteil, vor allem die Bucklige Welt. In den Bezirken Neunkirchen, Wiener Neustadt und auch Baden seien bis zum Nachmittag rund 300 Einsatzkräfte ausgerückt, sagte Feuerwehrsprecher Franz Resperger dem ORF NÖ.

Von: apa