Red Ribbon auf dem Parlament anlässlich des Welt-Aids-Tages

UNICEF warnt vor steigender HIV-Infizierung Jugendlicher

Donnerstag, 01. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

Etwa 250.000 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren haben sich im Vorjahr neu mit HIV infiziert – Tendenz steigend. Diese Zahl dürfte laut UNICEF bis 2030 auf durchschnittlich 400.000 jährlich ansteigen, falls es keinen Fortschritt bei den Präventionsmaßnahmen geben wird. Das UNO-Kinderhilfswerk veröffentlichte am Donnerstag anlässlich des Welt-Aids-Tages einen Bericht zu Kindern und Aids.

“Alle zwei Minuten infiziert sich ein neuer Jugendlicher mit HIV – meistens ein Mädchen. Wenn wir Aids beenden wollen, müssen wir die Dringlichkeit, die diese Thematik verdient, zurückgewinnen – und unsere Anstrengungen, jedes Kind und jeden Jugendlichen zu erreichen, verdoppeln”, sagte UNICEF-Direktor Anthony Lake.

Vergangenes Jahr lebten weltweit fast zwei Millionen Jugendliche im Alter zwischen zehn und 19 Jahren mit einer HIV-Infektion. Es gab 1,1 Millionen neue HIV-Infektionen bei Kindern, Jugendlichen und Frauen. Laut dem Bericht (For Every Child: End Aids) des UNO-Kinderhilfswerks bleibt Aids eine der Hauptursachen für Todesfälle unter Jugendlichen. Im Jahr 2015 sind 41.000 Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren an den tödlichen Folgen der Krankheit gestorben.

68 Prozent aller weltweiten Neuinfektionen von HIV bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren sind in Subsahara-Afrika zu verzeichnen. Etwa 75 Prozent der neu infizierten Jugendlichen sind Mädchen. Kinder in Subsahara-Afrika, die mit einer HIV-Infektion auf die Welt gekommen sind, erhalten im Durchschnitt erst mit knapp vier Jahren die notwendige HIV-Behandlung.

UNICEF schlägt vier Strategien für einen besseren Fortschritt in der HIV-Prävention unter Jugendlichen und der Behandlung von bereits infizierten Kindern und Jugendlichen vor. Mehr Investitionen, vor allem in lokale Lösungsansätze, eine ausführlichere Datenerhebung zu HIV und Aids und ein Ende der Genderdiskriminierung würden laut dem Kinderhilfswerk eine Verbesserung bringen. Weitere Vorschläge sind verstärkte Präventionsmechanismen, finanzielle Förderungen und eine Behandlung im Schulunterricht.

In der Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV wurden laut den Ergebnissen des Berichtes bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Zwischen 2000 und 2015 konnten weltweit 1,6 Millionen Neuinfektionen durch Mutter-Kind-Übertragung verhindert werden.

HIV-positive Babys und Kleinkinder bis zu vier Jahren sind dem größten Risiko an Aids-bezogenen Krankheiten zu sterben ausgesetzt. Sie werden laut UNICEF oft zu spät auf HIV getestet und erhalten dadurch auch zu spät Medikamente. Weltweit wird nur die Hälfte der Neugeborenen von HIV-positiven Müttern in den ersten beiden Monaten nach der Geburt auf HIV getestet. Obwohl es Fortschritte bei der Verhinderung von neuen HIV-Infektionen gibt und die Anzahl an Todesfällen reduziert werden konnte, sind laut UNICEF die internationalen Fördergelder zur Bekämpfung von Aids rückläufig.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "UNICEF warnt vor steigender HIV-Infizierung Jugendlicher"


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herbstscheich
Tratscher
3 Tage 9 h

und  ganz  so  nebenbei  teilen  auch  hiezulande  Leute  gratis Kondome  aus   mit  dem “ver”sprechen: Kondome schützen….???? (nur gut für die Kondomindustrie . .)

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