Rund 20 Millionen Menschen von Hungersnot bedroht

UNO-Organisation warnt: Hunger nimmt weltweit wieder zu

Montag, 03. Juli 2017 | 20:49 Uhr

Die Zahl der Hungerleidenden nimmt nach Jahren des Fortschritts bei der Lebensmittelversorgung seit 2015 wieder zu. Diese Wende beobachtet die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO, wie sie am Montag in Rom mitteilte.

Aktuelle Schätzungen, die den Trend belegten, sollen im Herbst in einem Bericht veröffentlicht werden, sagte ein Sprecher auf Anfrage. 2015 hatten nach Berechnungen der FAO rund 795 Millionen Menschen in der Welt nicht genug zu essen. Das Wetterphänomen El Niño sowie bewaffnete Konflikte in Somalia, Südsudan, Nigeria und im Jemen hätten die Lage verschlechtert, sagte der Sprecher. In den vier Ländern droht die verheerendste Form der Hungerkrise, eine Hungersnot. Rund 20 Millionen Menschen sind davon laut FAO betroffen.

Papst Franziskus unterstützte den Appell der FAO zu handeln. “Ohne Zweifel können wir nicht länger nur besorgt (…) sein”, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans. Hunger und Unterernährung seien nicht nur natürliche oder strukturelle Phänomene in bestimmten geografischen Gebieten, sondern würden auch durch “die Gleichgültigkeit vieler und den Egoismus einiger” verursacht.

Der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat, kritisierte indes die Staatengemeinschaft angesichts der Dürre in mehreren afrikanischen Ländern scharf und forderte mehr Solidarität. Faki sagte bei dem halbjährlichen AU-Gipfel im äthiopischen Addis Abeba, er könne seine “Frustration” nicht verhehlen, dass die afrikanischen Staaten trotz Hungersnöten in Somalia, Nigeria und im Südsudan unsolidarisch seien.

Von: APA/dpa

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