Bezirksdirektion der Antimafia-Polizei hat ermittelt

Unrechtmäßiger Datenzugriff: Freispruch für Carabiniere

Donnerstag, 30. Juni 2022 | 09:34 Uhr

Bozen – Das Berufungsgericht von Trient hat den Kommandanten einer Carabinieri-Kaserne in Südtirol freigesprochen. Dem Ordnungshüter war vorgeworfen worden, unrechtmäßig auf ein geschütztes Datenverzeichnis zugegriffen zu haben.

Mit auf der Anklagebank saß ein Privatdetektiv, der sich laut Vorwurf an den Carabiniere gewandt habe, um an Informationen eines Nummernschildes zu gelangen. Bereits in der ersten Instanz waren sowohl der Privatdetektiv als auch der Gesetzeshüter in vollem Umfang freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings Berufung gegen die Entscheidung des Vorverhandlungsrichters eingelegt.

Die Untersuchung war von der Bezirksdirektion der Antimafia-Polizei von Trient geleitet worden. Konkret ging es um Ermittlungen, die der Carabinieri gegen Jugendlichen aufgenommen hatte, der im Verdacht stand, Kontakte zu Drogenhändlern in Bozen zu haben.

In diesem Zusammenhang hatte der Carabiniere mehrmals auf das geschützte Datensystem zugegriffen. Wie sich herausgestellt hat, war der Zugriff völlig rechtmäßig, zumal er rein aus dienstlichen Zwecken erfolgte.

Verkompliziert hat den Fall hat allerdings die Mutter des Jugendlichen. Weil sie befürchtete, dass ihr Sohn in die falschen Kreise geraten war, wandte sie sich an den Carabiniere und bat ihn darum, ihren Sohn überwachen zu lassen.

Allerdings war es unmöglich, diesem Wunsch nachzukommen. Deshalb hatte der Carabiniere der Mutter einen Privatdetektiv aus Verona empfohlen. Dem Ordnungshüter wurde im Anschluss vorgeworfen, dem privaten Ermittler vertrauliche Informationen über den Jugendlichen weiter gegeben zu haben.

Die Anschuldigungen erwiesen sich als haltlos. Nun wurde der Freispruch in der zweiten Instanz bestätigt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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