Teile der Bevölkerung äußerten ihre Meinung

Untersuchung zu Hochhausbrand in London offiziell begonnen

Donnerstag, 14. September 2017 | 14:56 Uhr

Mit einer Schweigeminute für die Opfer hat am Donnerstag in London die öffentliche Untersuchung des verheerenden Feuers im Londoner Grenfell Tower vor drei Monaten offiziell begonnen. Bei dem Brand in dem 24-stöckigen Wohnhochhaus waren in der Nacht auf 14. Juni mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Einige Bewohner gelten noch immer als vermisst.

Der mit der Untersuchung betraute pensionierte Jurist Martin Moore-Bick sagte zu Beginn der ersten Sitzung “Antworten auf drängende Fragen” zu. Dazu zähle die Frage, wie eine “Katastrophe dieses Ausmaßes im London des 21. Jahrhunderts” habe passieren können.

Moore-Bick äußerte “Betroffenheit und Trauer”, zugleich würdigte er die “Tapferkeit und Widerstandsfähigkeit” der Anrainer in dem betroffenen westlichen Stadtteil, darunter auch überlebende Kinder, die am Tag nach dem Brand sogar schon wieder zur Schule gegangen seien. Mit einem Zwischenbericht rechnet der Jurist Ende März oder Anfang April kommenden Jahres.

Das Feuer in dem Hochhaus war nach Erkenntnissen der Ermittler durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Die Flammen hatten sich rasend schnell über die Fassadenverkleidung aus leicht entzündlichem Material ausgebreitet. Eine der zentralen Fragen, mit der sich die Untersuchung beschäftigen dürfte, ist daher die des Brandschutzes.

Die Bewohner des Towers, vorwiegend Geringverdiener und Einwanderer, hatten zudem geklagt, dass die Behörden ihre Bedenken wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebäude nicht ernst genommen hätten. So hatte der Wohnturm keine zentrale Sprinkler-Anlage.

Verärgerung herrscht bei vielen Betroffenen auch angesichts der nur schleppenden Bewältigung der Folgen des Brandes: Menschen aus rund 200 Haushalten wurden obdachlos, aber nur wenige von ihnen konnten bisher wieder dauerhaft unterkommen. Rund 600 Menschen werden seit dem Brand psychologisch oder seelsorgerisch betreut, darunter etwa 100 Kinder.

Von: APA/ag.