Überschwemmungen und Vermurungen - VIDEO

Unwetter: Mehr als 150 Feuerwehreinsätze in Südtirol

Montag, 29. Oktober 2018 | 10:00 Uhr
Update

Die Unwetter mit teils sintflutartigen Regenfälle haben am Sonntag mehrere Überschwemmungen und Murenabgänge in Südtirol verursacht. Die Feuerwehren wurden laut Landesangaben zu 159 Einsätzen gerufen.

Notrufe wurden rund doppelt so viele registriert. Außerdem wurden 174 Rettungseinsätze und drei Bergrettungseinsätze verfügt.

Die Einsätze waren vor allem Im Pustertal, im Eisacktal und im Wipptal erforderlich. Neben der Brennerautobahn (A22) und der Brennerstaatsstraße (SS 12) waren auch andere Verkehrsadern von Vermurungen betroffen. Auch die Brennerbahnstrecke wurde zwischenzeitlich vorsichtshalber gesperrt.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Sterzing und Gossensass, Erdbewegungsmaschinen der Berufsfeuerwehr und der Autobahn sowie die Zivilschutzgruppe des Weißen Kreuzes.

Als die A22 am Abend vermurt wurde, hat die Landesnotrufzentrale bei der Leitstelle Innsbruck um Unterstützung gebeten. Innsbruck half mit zwei Rettungswagen und einem Notarztfahrzeug von Norden aus auf der Autobahn.

Die Etsch hat bei Neumarkt am gegen 21.00 Uhr die Vorwarnstufe von fünf Metern überschritten. In Absprache mit der Hochwasserzentrale wurde die Bezirkseinsatzzentrale BEZ9 aktiviert und die Brücken im Bezirk wurden von den Feuerwehren kontrolliert. Glücklicherweise hat sich die Situation gegen 23.45 Uhr etwas entspannt und die Pegelstände sind wieder unter die Vorwarnstufe  zurückgegangen.

Der Hochwasserdienst wurde daher beendet und die Bezirkseinsatzzentrale ist nicht mehr besetzt. Des Weiteren wurden von den Freiwilligen Feuerwehren landesweit verschiedene Kontrollfahrten durchgeführt und Bachläufe kontrolliert, um mögliche Gefahrensituationen frühzeitig erkennen zu können. Für den heutigen Tag ist eine weitere Unwetterwelle vorhergesagt.

Bei der Feuerwehr in Bozen wurde ein Landeslagezentrum eingerichtet. Der zuständige Landesrat Arnold Schuler (SVP) berief für heute, Montag, Vormittag die Landesleitstelle ein. Für morgen, Dienstag, sei eine weitere Unwetterwelle angekündigt, hieß es.

Situation könnte sich weiter zuspitzen

Wie Meteorloge Dieter Peterlin vom Landeswetterdienst erklärt, soll der Regen anhalten. Obwohl es am Sonntagabend weniger geregnet hat, erreicht am Montag Südtirol die nächste starke Regenfront – mit 40 bis 100 Litern Wasser pro Quadratmeter. Die Situation dürfte sich also weiter zuspitzen. Auch Gewitter schließt Peterlin am Montag nicht aus.

Durch die Vorbelastung können die Böden dann nicht mehr so viel Wasser aufnehmen. Zudem steigt die Schneefallgrenze in Richtung 3.000 Metern, d.h. dass der Schnee auf den Bergen (oberhalb von 2.500 Metern Höhe sind 50 bis 100 Zentimeter gefallen) teilweise schmilzt und abfließt.

Somit ist aus aktueller Sicht davon auszugehen, dass die Pegel an zahlreichen Flüssen am Montagabend die Vorwarnstufe erreichen können, vereinzelt auch die Warnstufe.

In Gmund bei Auer hat sich aufgrund der Regenfälle enorm viel Wasser in den Obstwiesen angesammelt.

https://www.facebook.com/lfvsuedtirol/videos/343757012850193/

 

Im Hochgebirge herrscht unterdessen immer noch starker Schneefall, wie Dieter Peterlin twittert.

In Südtirols Städten bleibt es unterdessen feucht.

Von: apa

Bezirk: Bozen