In Süditalien loderten weiter Wald- und Buschbrände

Unwetter in Südtirol, Tirol und im Norden Italiens

Dienstag, 17. August 2021 | 10:00 Uhr

Der Norden Italiens ist erneut von heftigen Unwettern heimgesucht worden, während in Süditalien weiter Wald- und Buschbrände lodern. In Südtirol stürzten Bäume um und Bäche wurden zu reißenden Fluten, wie aus den Twitter-Mitteilungen der Feuerwehr vom Dienstag hervorging. Der Zivilschutz hielt die Menschen in den Gemeinden Ahrntal und Pflersch noch am Montagabend dazu an, in ihren Gebäuden zu bleiben und Bäche zu meiden.

Über dem Gebiet nördlich von Sterzing an der Grenze zu Österreich fiel Hagel und es wehten kräftige Winde. Der Südtiroler Wetterdienst registrierte dort sehr starke Niederschläge von rund 86 Litern je Quadratmeter binnen 24 Stunden.

Rund 2.300 Blitze gingen über Südtirol nieder, innerhalb kurzer Zeit wurden die Feuerwehren zu über 200 Einsätzen gerufen. Es kam lokal zu zahlreichen Wassereintritten in Wohnungen, Kellern, Garagen und Betrieben. Zudem hatten es die Einsatzkräfte mit über die Ufer getretenen Bächen, überflutete Straßen sowie Erdrutschen und Murenabgängen zu tun. Besonders heftig wurden Teile des Wipptals und das Ahrntal von den starken Gewittern getroffen. Für das Ahrntal wurde laut Medienberichten am Abend eine Zivilschutzwarnung ausgegeben. Die Menschen sollten in den Gebäuden bleiben und Bäche dringend meiden. Dienstagfrüh beruhigte sich die Wetterlage dann wieder, es wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen.

Die Unwetter zogen auch über die Regionen Venetien, Friaul-Julisch Venetien, die Lombardei und die Emilia-Romagna. Rund 570 Male rückten die Feuerwehren aus. Im Gebiet um den Ort Sonico, knapp 100 Kilometer nördlich von Brescia, überflutete der Fluss Oglio Straßen und blockierte Autos. Den Angaben nach kamen bei den Unwettern in Norditalien keine Menschen zu Schaden.

Unterdessen gehen in Süditalien die Löscharbeiten im Kampf gegen die Wald- und Buschbrände weiter. Vor allem auf Sizilien galt am Dienstag mit Ausnahme einer Provinz im Nordosten die höchste Waldbrand-Warnstufe. Im Süden geben Trockenheit, Hitze und starke Winde den Flammen immer wieder Nährboden. Auch Löschflugzeuge sind vielerorts auf den großen Inseln, in Kalabrien am Südzipfel des Festlandes oder etwa im Latium, wo Rom liegt, im Einsatz. Die Zivilschutzbehörde zählte nach Angaben vom Montagabend seit Mitte Juni mehr als 1.000 Anfragen für Löschunterstützung aus der Luft.

Schwere Gewitter mit Starkregen und vereinzelt Hagel haben die Feuerwehren auch nördlich des Brenners in einigen Teilen Tirols von Montagnachmittag bis zum Abend auf Trab gehalten. Insgesamt gab es Unwetter-bedingt rund 200 Feuerwehreinsätze, hieß es von der Leitstelle zur APA. Ab dem frühen Abend beruhigte sich die Lage. Im Zillertaler Stummerberg kam es jedoch noch zu einem Blitzeinschlag, bei dem zwei Wochenendhäuser in Vollbrand gerieten.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruches gegen 20.30 Uhr hielten sich laut Polizei jedoch keine Personen in den Häusern auf. Der Blitz dürfte im Bereich der Hochspannungsleitungen eingeschlagen haben. An mehreren umliegenden Häusern entstanden Beschädigungen an den Verteilerkästen und der Strom fiel aus. Die Höhe des Sachschadens war vorerst nicht bekannt.

Ansonsten waren am Montag kleinere bis mittlere Muren auf Straßen abgegangen, lokal standen teilweise Garagen und Keller unter Wasser. Verletzte wurden keine gemeldet. Der Schwerpunkt lag im östlichen Mittelgebirge bzw. Bezirk Innsbruck-Land sowie im Raum Landeck und Paznauntal. Schwere Unwetter mit vereinzelten Schäden gab es aber auch etwa im Zillertal.

Etliche Straßen waren betroffen. Es wurden Sperren verhängt, die aber Dienstagfrüh großteils wieder aufgehoben waren, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Die Fernpassstraße zwischen Nassereith und Fernsteinsee war beispielsweise durch einen Erdrutsch zum Teil verlegt und die Straße anschließend gesperrt worden. Montagabend teilte das Land schließlich mit, dass die Straße zwischenzeitlich unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen für den Verkehr wieder freigegeben wurde. Es sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung sowie eine sichtbare Straßenabsicherung eingerichtet worden, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Auch auf die Ötztal Straße zwischen Tumpen und Umhausen und auf die Reschenstraße zwischen Landeck und dem Reschenpass gingen am Nachmittag Muren ab.

Von: dpa

Bezirk: Pustertal, Wipptal

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz