Auch für die Kirche sind die Corona-Impfstoffe nicht gleichwertig

US-Bischöfe haben Abtreibungsbedenken gegen Impfstoffe

Mittwoch, 03. März 2021 | 04:36 Uhr

Katholiken in den USA sollen nach dem Ratschlag ihrer Bischöfe den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson meiden, weil dieser mit Abtreibungszellen produziert werde. Den Impfstoffen von Pfizer oder Moderna sei der Vorzug zu geben, heißt es in einer am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung der katholischen Bischöfe, berichtet die “New York Times” (Onlineausgabe). Schon im Dezember hatten sie sich ähnlich zum Astrazeneca-Impfstoff geäußert.

Pfizer und Moderna würden die von abgetriebenen Föten entnommenen Zellen nämlich nur einsetzen, um die Wirksamkeit der Vakzine testen, argumentieren die Bischöfe. Sie gehen aber nicht so weit, dass sie Impfungen mit dem erst am Montag von den US-Behörden zugelassenen J&J-Impfstoff grundsätzlich untersagen. Vielmehr bestätigen sie das Diktum des Vatikan, wonach es “moralisch akzeptabel” sei, Corona-Impfungen zu empfangen. Schließlich sei die Impfung “ein Akt der Nächstenliebe, der dem Gemeinwohl dient”.

Die römisch-katholische Kirche lehnt den Schwangerschaftsabbruch strikt ab, weil nach kirchlicher Lehre das Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginnt. Abtreibungsbefürworter argumentieren mit dem Recht der Frauen auf ihren eigenen Körper und dem Faktum, dass Föten im ersten Trimester der Schwangerschaft nicht lebensfähig sind.

Zellen abgetriebener Föten wurden auch bei der Produktion des in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffs von Astrazeneca verwendet. Bereits im Dezember hatten die für Doktrin und Lebensschutz zuständigen US-Bischöfe Kevin C. Rhoades und Joseph F. Naumann erklärt, dass eine Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin “vermieden” werden sollte. Nur wenn man keine andere Wahl habe oder das Warten auf einen anderen Impfstoff ernsthafte Auswirkungen auf die eigene Gesundheit oder jene anderer Personen hätte “ist es zulässig, den Astrazeneca-Impfstoff anzunehmen”.

Die konservative US-Denkfabrik Heritage Foundation weist jedoch in einer Expertise darauf hin, dass Abtreibungsgegner keine moralischen Bedenken gegenüber den Corona-Impfstoffen haben müssen. Zwar handle es um eine “komplizierte moralische Frage”, doch müsse man berücksichtigen, dass die verwendeten Zelllinien “unsterblich” seien und ihr Einsatz somit nicht zu einem zusätzlichen Bedarf an Zellen abgetriebener Föten führe.

Die EU und Österreich setzen in ihren Impfstoffstrategien stark auf das Astrazeneca-Vakzin, das wegen vermeintlich geringerer Wirksamkeit umstritten ist. Seine Befürworter verweisen auf geringe Kosten und logistische Vorteile gegenüber den mRNA-Impfstoffen, die starke Kühlung benötigen. In Österreich drängen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine Minister zudem massiv auf eine rasche Zulassung des J&J-Impfstoffes durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), der übertriebene Langsamkeit bei der Zulassung vorgeworfen wird.

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "US-Bischöfe haben Abtreibungsbedenken gegen Impfstoffe"


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So ist das
So ist das
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Die Bischöfe hatten aber keine Bedenken, den Missbrauch in der Kirche zu vertuschen 🤔

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

So ist das, keine Rechtfertigung für Kindesmissbrauch. Fakt ist aber, dass jährlich über 40.000 Kinder nur in Thailand von Sextouristen missbraucht werden. Das sind bestimmt nicht alles Bischöfe und die haben keine Schwierigkeiten das zu vertuschen.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

die Kirche hat auf sich selber die Hände voll zu zun

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Geeignet für für die Kirche und nicht nur
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nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Die Bischöfe sollten ob der Vergangenheit der “Katholischen Kirche” ganz leise sein!!!

…und sich nicht überall einmischen!!!

Das gilt nicht nur für die Amerikanischen, sondern für alle!!!

ferri-club
ferri-club
Tratscher
1 Monat 10 Tage

ha, und der Papst predigt der mensch soll sich impfnlossn aus solidarität zum nächsten, jo guate nocht dei dermochns a net mitander aus 

Costa
Costa
Superredner
1 Monat 10 Tage

Das braucht es jetzt nicht.

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Dass sich zu diesem Thema ausgerechnet katholische Bischöfe zu Wort melden 🙈. Und nein, ich meine nicht die unzähligen vertuschten Vaterschaften und Missbrauchsfällen, sondern weil sie “Kraft des Zöllibates” von diesem Thema eigentlich “keine Ahnung” haben dürften/sollten….

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Die Bischöfe wissen wohl nicht was eine Zelllinie ist, dass diese von 1963 stammt und unendlich verwendet werden kann Also wahrhaft unsterblich ist. Sie sollten mal für die Versuchstiere Schimpansen Stellung nehmen, im Unterschied zu Zellen lebende fühlende Wesen und unsere Artgenossen

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Irgendwie kann man das nicht verstehen. Es geht doch um Leben und Gesundheit von Menschen.
Abgesehen davon, dass die kath. Kirche eigentlich mal über sich selbst nachdenken sollte. Und zwar dringend.

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