Ermittler informierten am Freitag zu Kinderporno-Operation "Elysium"

Vater missbrauchte eigene Kinder in Wien

Freitag, 07. Juli 2017 | 15:26 Uhr

Schreckliche Details haben österreichische und deutsche Ermittler am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien zu der Kinderporno-Operation “Elysium” bekannt gegeben. Einer der 14 festgenommenen Verdächtigen, ein junger Vater aus Wien, soll seine eigenen Kinder missbraucht, gefilmt und auch an andere Männer weitergegeben haben.

Im Zuge der Ermittlungen, die in Deutschland ihren Ursprung genommen haben, wurden zunächst der Administrator der Plattform in Hessen, ein Grafiker, der für die Gestaltung der Plattform zuständig war, sowie zwei Missbraucher identifiziert. In einem Kinderporno war der Grafiker mit einem weiteren Mann zu sehen, sagte Jürgen Schmitt vom Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. Die deutschen Ermittler fanden heraus, dass die Aufnahmen in Österreich gemacht worden sind. Daraufhin kontaktierte das deutsche BKA die Kollegen in Wien.

Die Ermittler vom österreichischen Bundeskriminalamt (BK) analysierten daraufhin die Aufnahmen und sahen die zwei männlichen Täter sowie zwei Opfer, ein vier- bis fünfjähriger Bub und ein sieben- bis achtjähriges Mädchen, sagte Ewald Ebner, Leiter des Büros für allgemeine Kriminalität in BK. Da das Mädchen im schulpflichtigen Alter sein musste, wurden alle Volks- und Sonderschulen kontaktiert und ein Foto des Kindes hergezeigt.

Im Mai kam von einer Volksschullehrerin der entscheidende Hinweis. Bei dem Opfer handelt es sich um ein siebenjähriges Mädchen, das einen fünfjährigen Bruder hat und in Wien-Favoriten lebt. Der 28-jährige Vater der Kinder wurde als mutmaßlicher Täter identifiziert. Der junge Familienvater soll sich nicht nur an seinen Kindern vergangen, sich dabei gefilmt haben, sondern die Kinder auch weiteren Männern zum Missbrauch zugeführt haben.

Der Mann wurde von der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (Wega) observiert, sagte Michael Mimra, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes Wien. Der Zugriff wurde schlussendlich “sorgfältig vorbereitet”, da sich die Kinder in der Wohnung befanden. Zudem wollten die Ermittler genügend Beweismittel sicherstellen, Computer können schnell gesperrt werden. Der 28-Jährige legte mittlerweile ein Geständnis ab, berichtete Mimra.

“Wir waren von der skrupellosen Vorgehensweise der Tatverdächtigen auf der Plattform schockiert”, sagte Ebner. Die Täter agierten auf Bestellung, forderten sich gegenseitig zu sexuellen Handlungen auf und führten diese auch durch. Somit kamen sie zu “abscheulichem Bildmaterial”.

Die in Österreich festgenommenen Beschuldigten befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft, sagte Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien. Zu den Tatvorwürfen seien sie grundsätzlich geständig. Es seien zudem Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben worden, zum einen zu einer möglichen Traumatisierung der beiden Opfer aus Österreich sowie zur Frage der Zurechnungsfähigkeit der Beschuldigten. Die zahlreichen bei den Hausdurchsuchungen sichergestellten Daten werden durch das BK noch ausgewertet.

Alle Opfer aus Österreich seien laut BK zwischen vier und zehn Jahren alt und hätten in einem Verwandten- oder Bekanntenverhältnis (Nachbarn, Nichten, Neffen) zu dem 28-jährigen österreichischen Täter gestanden. Ein Mädchen sei eine Schulkollegin seiner Tochter gewesen. Die siebenjährige Tochter sei in der Schule “total unauffällig” gewesen. Der 28-Jährige habe nicht alle missbraucht, von manchen habe er Fotos gemacht.

Im Zuge der Operation gegen die seit 2016 bestehenden Kinderporno-Plattform im Darknet namens “Elysium” wurden 14 Verdächtige in Deutschland und Österreich ausgeforscht und teils auch festgenommen, 29 Opfer identifiziert. Die weltweit tätige Plattform hatte 87.000 Mitglieder. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen massiver sexueller Übergriffe.

Von: apa