Burgenländischer Polizei feiert Erfolg gegen Drogenkriminalität

Vater und Sohn versteckten 20 Kilo Cannabis im Burgenland

Montag, 28. Mai 2018 | 13:05 Uhr

Südburgenländische Drogenfahnder haben ein Vater-Sohn-Duo, das 20 Kilogramm Cannabisblüten im Heizraum seines Kellers im Bezirk Güssing versteckt haben soll, festgenommen. Die Suchtmittel im Straßenverkaufswert von rund 200.000 Euro seien über den Landweg von Albanien nach Österreich gekommen, berichtete Rudolf Ehrenhöfer vom Bezirkspolizeikommando Güssing am Montag bei einer Pressekonferenz.

Den beiden Männern – “eine größere Nummer in dem Geschäft” – sei man über andere mutmaßliche Dealer auf die Schliche gekommen. “Die Ermittlungen haben im November 2017 begonnen”, sagte Ehrenhöfer. Zunächst habe man einen arbeitslosen 31-jährigen Österreicher festgenommen, der Drogen an Jugendliche verkauft haben soll. Die Spur führte anschließend weiter zu einem deutschen Ehepaar im Alter von 53 und 59 Jahren. Der arbeitslose Mann und seine Ehefrau “standen erst am Beginn” ihres Geschäfts und hatten zu Hause Indoor-Plantagen betrieben. Auf der Suche nach Abnehmern seien sie schließlich zum 19-Jährigen und seinen 47-jährigen Vater aus dem Kosovo gekommen.

Im Heizraum stellten die Ermittler nicht nur das Suchtgift, sondern auch illegale Schusswaffen samt Munition sicher. Die Festnahmen erfolgten im April, teilte Ehrenhöfer mit.

Landespolizeidirektor Martin Huber nahm die Pressekonferenz in Güssing zum Anlass, um sich für zehn Jahre Ermittlungen im Suchtmittelbereich in den drei südlichsten Bezirken zu bedanken. Erst seit 2008 gebe es in Oberwart, Güssing und Jennersdorf eigene Suchtmittelgruppen. “Es sind rund 3.540 Personen nach dem Suchtmittelgesetz in diesen zehn Jahre angezeigt worden”, so Huber. “Es sind auch rund 300 Personen festgenommen worden. Und es sind im Zuge dieser Erhebungen über 100 verbotene Waffen beschlagnahmt worden. Der Schwarzmarktwert der in Umlauf gebrachten Suchtgifte hat sich in diesen zehn Jahren aufgrund der Ermittlungen auf 15 Millionen Euro belaufen.”

Auffällig sei, dass – nicht nur im Burgenland – die Konsumenten immer jünger und die Einstiegsdrogen immer härter werden, berichtete Paul Schlaffer, Leiter der Suchtmittelgruppe im Landeskriminalamt Burgenland. “Die Zeiten sind vorbei, wo Cannabis die Einstiegsdroge war. Es gibt 13-, 14-Jährige, die zu Kokain greifen, soweit sie es finanzieren können. Es werden Amphetamine genommen, es wird Ecstasy genommen. Es gibt viele junge Konsumenten, die noch nie Gras geraucht haben, sondern wo anders eingestiegen sind.”

Das Burgenland sei allerdings nicht “jenes Land, wo man sagen kann, dass die Suchtgiftkriminalität besonders hoch ist. Wir haben jedes Jahr ca. 1.000 Anzeigen. Das bedeutet, das wir lediglich einen zweiprozentigen Anteil in Österreich haben. Aber wir sind durch die Grenznähe zu Slowakei, Ungarn und auch Slowenien ein besonderes aber auch wichtiges Transitland für die Kriminalität”, meinte Huber.

Von: apa