Tatverdacht hat sich nicht erhärtet

Verdächtiger im Mordfall Bögerl nach DNA-Test wieder frei

Donnerstag, 06. April 2017 | 16:36 Uhr

Sieben Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl aus dem baden-württembergischen Heidenheim hat sich die kurzfristige Hoffnung auf eine vielversprechende Spur rasch wieder zerschlagen. Die Ermittler ließen einen am Mittwochabend festgenommenen Verdächtigen am Donnerstag wieder frei. Nach dem Mann war öffentlich gefahndet worden.

Der Tatverdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, sagte Armin Burger, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Donnerstagnachmittag in Ellwangen. Es gebe jedoch weitere Ermittlungen im Umfeld des Mannes. Zuvor habe eine DNA-Probe des Verdächtigen “keine Übereinstimmung” mit seinerzeit gesicherten Erbsubstanzspuren ergeben.

Der 47-Jährige hatte laut Polizei im vergangenen Jahr in Hagen im betrunkenen Zustand vor zwei jungen Männern erklärt, er habe die Frau erstochen. Die Zeugen hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und die Polizei alarmiert. In Hagen hatte sich der Mann wegen einer medizinischen Behandlung aufgehalten.

Der Verdächtige war nach Hinweisen aus der Bevölkerung aufgrund eines Berichts in der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY … ungelöst” festgenommen worden. Dabei wurden ein Phantombild sowie die Stimmaufzeichnung des zunächst unbekannten Mannes veröffentlicht. Die zahlreichen Anrufe nach diesem Beitrag führten schließlich zu seiner Festnahme.

Nach Auswertungen durch die Ermittler habe der Mann in dem aufgezeichneten Gespräch “tatrelevante Äußerungen” gemacht. Er habe er etwa angegeben, einen Hass auf die Familie Bögerl gehabt zu haben. Kurz danach wurde der Mann in seiner Wohnung in Königsbronn festgenommen. Königsbronn liegt etwa zehn Kilometer von Heidenheim entfernt, wo die Familie Bögerl gewohnt hat. Der 47-Jährige hatte aber schon nach seiner Festnahme eine Tatbeteiligung bestritten.

Der Fall Bögerl ist einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle in Deutschland: Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt worden. Die Täter verlangten damals 300.000 Euro. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte aber.

Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger dann die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Maria Bögerl, zweifache Mutter, war erstochen worden. Ihr Ehemann beging rund ein Jahr nach dem Mord Suizid. Er war in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt zu sein, was sich jedoch nicht erhärtete. Die Ermittler gingen in den vergangenen Jahren tausenden Hinweisen und Spuren nach – bisher vergeblich.

Von: APA/dpa/ag.