Susanna wurde vergewaltigt und ermordet

Verdächtiger im Mordfall Susanna geständig

Samstag, 09. Juni 2018 | 21:46 Uhr

Der Verdächtige im Mordfall Susanna im deutschen Wiesbaden hat die Tat nach Angaben der Polizei im Nordirak gestanden. “Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben”, sagte der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, am Samstag.

Der 20-Jährige habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei. “Er sagte, er habe das junge Mädchen getötet, als es gedroht habe, die Polizei zu rufen”, sagte Ahmad. Bei einer späteren Pressekonferenz ergänzte der Polizeichef, der Verdächtige habe zugegeben, das Mädchen erwürgt zu haben.

Der Verdächtige befindet sich wieder in Deutschland. Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtete auf ihrer Website, die Lufthansa-Maschine mit dem Tatverdächtigen an Bord sei am Abend auf dem Flughafen Frankfurt/Main gelandet. Der 20-Jährige wurde der “FAZ” zufolge mit dem Hubschrauber zum Polizeipräsidium Wiesbaden geflogen. In Handschellen und von mehreren Beamten begleitet wurde er in das Polizeipräsidium gebracht, wo er noch in der Nacht zu den Vorwürfen gegen ihn befragt werden solle. Am Sonntag solle er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der junge Mann war in der Nacht auf Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass er die 14-jährige Susanna aus Mainz vergewaltigt und getötet hat. Ihre Leiche wurde am Mittwoch in Wiesbaden gefunden, nachdem der mutmaßliche Täter Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus über die Türkei in den Nordirak geflohen war.

Bei seiner Einreise am Flughafen Erbil sei der Mann noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben gewesen, so dass den lokalen Sicherheitskräften keine Informationen vorgelegen hätten, meinte Ahmad. Nach ersten Informationen aus Deutschland sei ein Fahndungsteam gebildet worden, das den Verdächtigen am Freitagmorgen in der Stadt Zakho festnahm.

Der 20-Jährige hatte zuletzt in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft gelebt. Sein Asylantrag war im Dezember 2016 abgelehnt worden, wogegen er geklagt hatte. Gegen ihn sind mehrere Strafverfahren anhängig, unter anderem wegen Raubüberfalls. Medienberichten zufolge soll er sich bereits im Gewahrsam von Beamten der deutschen Bundespolizei befinden und von diesen zum Zweck der Strafverfolgung zurück nach Deutschland gebracht werden. Unbestätigten Meldungen zufolge soll ein Flugzeug mit dem Verdächtigen bereits am Samstagabend in Frankfurt landen.

Unterdessen gedachten etwa 75 Menschen in Mainz mit einer Schweigeminute der getöteten 14-Jährigen. Es helfe nicht, “Hass mit Hass zu begegnen”, sagte eine Rednerin auf der Veranstaltung, zu der die “Gutmenschliche Aktion Mainz” aufgerufen hatte.

Von: APA/ag./dpa