Der Polizei gelang es zunächst nicht, den Verdächtigen zu stellen

Verdächtiger mutmaßlicher Gewalttäter aus Dresden tot

Dienstag, 15. Mai 2018 | 05:48 Uhr

Nach stundenlanger Belagerung durch die Polizei ist ein mutmaßlicher Gewalttäter aus Dresden tot aufgefunden worden. “Unsere Einsatzkräfte haben einen Raum betreten und den Tatverdächtigen leblos aufgefunden”, so die Polizei Sachsen am Montag. “Wir gehen von Suizid aus.” Der 33-jährige ehemalige Bundeswehrsoldat steht unter Verdacht, am Samstag seine 75-jährige Nachbarin umgebracht zu haben.

Auf der Flucht vor der Polizei hatte er sich im Dachgeschoß der Gebäuderuine verschanzt und mehrere Schüsse abgefeuert. Der Polizei gelang es zunächst auf dem Gelände 30 Kilometer nordöstlich von Dresden am Montag über Stunden nicht, den Sportschützen zu stellen.

Als er sich verschanzt hatte, eröffnete er mehrfach das Feuer. Dabei wurde ein Beamter der GSG 9, der Spezialeinheit der Bundespolizei, am Arm verletzt. Zudem wurde ein Diensthund beim ersten Zugriffsversuch durch ein Projektil getroffen. Versuche der Verhandlungsgruppe, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, scheiterten. Der Gesuchte, dessen Eltern in Königsbrück wohnen, lehnte den Kontakt ab.

Nach dem Mann fahndete die Polizei seit Samstag. Am Montagvormittag hatte die Polizei nach Zeugenhinweisen das Areal der ehemaligen Kaserne ins Visier genommen und weiträumig abgesperrt. Anrainer hatten an dem Waldstück ein weißes Fahrzeug gesehen. Mit dem Verdächtigen war auch ein weißer Wagen mit Kamenzer Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben.

Bereits am vorigen Donnerstag hatte es in der Wohnung des Gesuchten einen Polizeieinsatz gegeben. Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil der 33-Jährige im Alkoholrausch randaliert hatte. Der Mann war wegen aggressiven Verhaltens für eine Nacht in Gewahrsam genommen worden.

Der Polizei zufolge waren in der Wohnung zudem mehrere Waffen festgestellt und vorsorglich in Verwahrung genommen worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich dabei um fünf Gewehre und zwei Pistolen. Der Sportschütze hatte eine Waffenbesitzkarte. Die Waffenbehörde der Stadt Dresden sei über das Vorkommnis informiert worden.

Bei der Fahndung und dem Einsatz waren insgesamt rund 650 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei im Einsatz. Allein am Montag waren 270 Einsatzkräfte im Bereich Königsbrück an der Aktion beteiligt.

Von: APA/dpa

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