Die Welt steht vor einer Plastikmüll-Krise

Vereinte Nationen fordern Kampf gegen Plastikmüll

Dienstag, 05. Juni 2018 | 15:22 Uhr

Die UNO hat anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni vor den Gefahren durch Plastikmüll gewarnt. In der indischen Hauptstadt Neu Delhi stellten die Vereinten Nationen einen aktuellen Bericht vor, der die Welt vor einer Plastikmüll-Krise stehen sieht. Nur etwa neun Prozent der neun Milliarden Tonnen Plastik, die bisher weltweit hergestellt wurden, seien wiederverwertet worden, heißt es darin.

“Unsere Ozeane werden als Müllhalde benutzt, Meerestiere erstickt und einige Meeresregionen in Plastiksuppe verwandelt”, sagte der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Erik Solheim, bei der Präsentation des Berichts am Dienstag. In Städten auf der ganzen Welt würde Plastikmüll Abflüsse verstopfen, Überschwemmungen und Seuchen verursachen, fügte er hinzu.

Sorgen bereitet den Vereinten Nationen vor allem die Verwendung von Einweg-Plastik. So seien jedes Jahr bis zu fünf Billionen Plastiksackerl im Umlauf. Große Mengen an Plastikmüll fänden ihren Weg auch in die Ozeane, sagte Solheim. Er forderte eine “Revolution”. “Wir müssen das Verhältnis der Welt zu Plastik neu definieren.” Plastik selbst sei nicht das Problem, sagte er. “Sondern was wir damit machen.”

Ein Großteil des Plastikmülls, der Wasserwege und Müllhalden verstopfe, bestehe aus Einwegprodukten wie Strohhalmen, Sackerln und Besteck, heißt es in dem Bericht. Demnach werden jedes Jahr bis zu fünf Billionen Plastiksackerl verbraucht. In diesem Tempo wird die Erde laut UNEP bis Mitte des Jahrhunderts mit zwölf Milliarden Tonnen Plastikmüll überschwemmt sein.

Der UNO-Bericht verweist darauf, dass nur etwa neun Prozent des jemals hergestellten Plastiks recycelt worden seien. Nur zwölf Prozent wurden demnach verbrannt. Die übrigen 79 Prozent der insgesamt neun Milliarden Tonnen Plastik blieben auf Müllhalden, in Ozeanen und Wasserstraßen, wo sie tausende Jahre brauchen, bis sie komplett abgebaut sind. In Indien wurde Plastik bereits in Kuhmägen gefunden. In Thailand starb vor wenigen Tagen ein Wal, nachdem er Müllbeutel verzehrt hatte. Eine Autopsie brachte mehr als 80 Plastiksackerl im Magen des Tiers zum Vorschein.

Müll, der im Meer schwimmt, koste Fischerei, Schifffahrt und Tourismusindustrie in der asiatischen Pazifikregion jedes Jahr 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), erklärte das UNO-Umweltprogramm. Mehr als 60 Staaten hätten bereits Verbote gegen oder Abgaben auf Einweg-Plastikprodukte verhängt. Um die “steigende Plastikflut” einzudämmen, seien jedoch eine bessere Abfallbeseitigung, finanzielle Anreize für die Änderung des Konsumverhaltens sowie die Forschung nach alternativen Materialien nötig, hieß es in dem Bericht.

In dem Bericht analysierte die UNO Programme zur Reduzierung von Plastikmüll in 60 Ländern und schlägt nun eine Reihe von Maßnahmen vor. Am effizientesten sind demnach gezielte Verbote und Abgaben. Allerdings sei ausschlaggebend, dass diese auch gut geplant und umgesetzt werden. Das sei bisher nicht der Fall, so die UNO.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Vereinte Nationen fordern Kampf gegen Plastikmüll"


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6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
12 Tage 19 h

Jetzt aufeinmal wachen sie alle auf…

Nicht warten bis die Politik vorgibt was zu tun ist, selber beim konsumieren das Hirnkastl einschalten!

Karl
Karl
Superredner
12 Tage 17 h
Nun passiert das selbe wie beim Diesel.  Im Grunde geht es darum,  mit dieser Begründung, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen den es kann doch nicht damit erledigt sein, dass man nun 1 Cent pro Tüte  bezahlen muss oder dass nun alle plötzlich die so “SAUBEREN” Benzinautos kaufen sollen, die bis vor Kurzem  die von den Politikern auserwählten Dreckschleudern waren und man droht mit Fahrverboten um Druck auf zu bauen. Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen und Gewerkschaften, den damit werden hauptsächlich die Ärmeren gestraft.Die Menschen lassen sich  wirklich immer und immer wieder an der Nase herumziehen. Der Müll… Weiterlesen »
xXx
xXx
Tratscher
12 Tage 13 h

Dann begib dich mal raus aus deiner “Wohlfühlzone” und geh mal raus in die Natur. Auch in und an unseren Gewässern, in Wäldern, am Straßenrand überall wird Müll abgelagert.
Talfer, Falschauer, Passerschlucht uvm. von Kühlschränke, Autoreifen über gans gewöhnlichen Haushaltsmüll… bei jeder Sammelaktion werden ganze LKWs davon zusammengeklaubt.
Wenn es schon in Südtirol, wo es wirklich ein vorbildliches Müllsystem gibt, so aussieht, brauchst du garantiert in kein Entwicklungsland reisen um Zustände wie auf dem Bild zu finden.
Fahr mal auserhalb der Urlaubszeit an die Strände in Italien, Deutschland usw. der Strand ähnelt mehr einer Müllhalde als einem Urlaubsstrand.

Gredner
Gredner
Superredner
12 Tage 23 Min

…und ich warte noch immer auf den ersten Bürgermeister in Südtirol, der den Verkauf von Wasser in Plastikflaschen in seiner Gemeinde verbietet. Wer hat den Mut?

bon jour
bon jour
Superredner
11 Tage 23 h

wird aber juridisch nie standhalten.

Gredner
Gredner
Superredner
11 Tage 19 h

@bon jour wieso nicht?!? Exzellentes Trinkwasser gibt es bei uns quasi gratis aus der Pippn! Wasser in Glasflaschen darf man ja weiterhin anbieten. Bürgermeister dürfen auch das Fahrverbot einschränken, oder das Heizen aus Umweltschutzgründen. Ich sehe hier kein juridisches Problem, sondern nur den fehlenden Willen.

xXx
xXx
Tratscher
12 Tage 13 h
Bubi
Bubi
Tratscher
12 Tage 10 h

plastikmüll Krise nein das ist schon eine Katastrophe die Politik findet den Datenschutz viel wichtiger obwohl er überhaupt nicht Lebensbedrohend ist aber wenn es um solche riesige Verschmutzungen unserer Meere geht sind sie TAUB u.BLIND

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