Seit Olympia hat sich die Sicherheitslage drastisch verschlechtert

Verkäufer an der Copacabana wegen Strandtüchern erschossen

Sonntag, 24. Dezember 2017 | 10:40 Uhr

Am Tag vor dem Heiligen Abend ist mitten am berühmten Strand von Copacabana in Rio de Janeiro ein Verkäufer erschossen worden – angeblich wegen eines Streits, wo er seine Strandtücher verkaufen darf. Nach Angaben der Polizei diskutierten zwei Männer am Samstag mit dem Mann, einer zog eine Waffe und feuerte, umgeben von Passanten und Badegästen, vier Mal auf den 31 Jahre alten Verkäufer.

Dieser verstarb auf dem Weg in ein Krankenhaus. Wie das Portal “O Globo” berichtete, gab es einen Tumult, auf der Flucht verlor einer der beiden Verdächtigen einen Rucksack mit Dokumenten, der nun in den Händen der Polizei ist. In einer Woche werden zu Silvester an dem kilometerlangen Stadtstrand wieder rund zwei Millionen Menschen erwartet, die ganz in weiß Blumen ins Meer tragen und das von Booten in der Bucht gezündete Feuerwerk bestaunen.

Seit den Olympischen Spielen 2016 hat sich die Sicherheitslage in der brasilianischen Metropole verschlechtert, auch wegen Einsparungen bei der Polizei. Die Regierung schickte Mitte des Jahres rund 8.500 Soldaten, die zur Eindämmung der Gewalt noch bis 2018 in Rio und Umgebung stationiert bleiben. Bereits 132 Polizisten wurden in Rio in diesem Jahr erschossen – auch die Mordzahlen stiegen an.

Von Jänner bis November starben 6.173 Menschen im Bundesstaat Rio de Janeiro einen gewaltsamen Tod – das sind 518 mehr als im Vorjahreszeitraum – ein Zuwachs von 6,2 Prozent. Rückläufig war dagegen im November die Zahl der Straßenüberfälle: 10.144 wurden nach Angaben des Instituts für öffentliche Sicherheit im gesamten Bundesstaat Rio de Janeiro gezählt, ein Minus von 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Von: APA/dpa