Einsatzkräfte am Unfallort bei Langenlois

Verkehrstote, Schnee und Staus auf Österreichs Straßen

Montag, 28. Januar 2019 | 18:23 Uhr

Schneefälle im Osten von Österreich haben am Montag zu zahlreichen Staus und Unfällen geführt. Zudem waren auf Österreichs Straßen mehrere Tote zu beklagen. Bei Langenlois (NÖ) starb ein Pkw-Lenker nach einem Zusammenprall mit einem Lkw. Auf der A12 bei Telfs in Tirol kam eine 76-jährige Lenkerin bei einem Unfall ums Leben. Einen Toten gab es auch bei einem Unfall auf der B127 in Oberösterreich.

Beim Zusammenstoß zweier Autos auf der B127 (Rohrbacher Straße) bei Kleinzell (Bezirk Rohrbach) wurde am Montag eine Person getötet und eine weitere schwer verletzt. Die Fahrzeuge dürften laut Landespolizeidirektion Oberösterreich frontal kollidiert sein. Nähere Details zu dem Unfall waren zunächst nicht bekannt.

In Niederösterreich war beim Verkehrsunfall auf der B34 bei Langenlois (Bezirk Krems-Land) am Montag in der Früh ein Auto auf der Schneefahrbahn gegen einen Lkw geprallt. Der Lenker wurde bei dem Frontalzusammenstoß eingeklemmt. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Die B34 blieb im Bereich der Unfallstelle längere Zeit gesperrt. Der Lkw musste abgeschleppt werden.

In der Marktgemeinde Ziersdorf (Bezirk Hollabrunn) verunglückte ein Autobus. Das Fahrzeug stürzte über eine etwa zwei Meter hohe Böschung in einen Acker. Nur die Lenkerin war an Bord, teilte Franz Resperger vom Landeskommando mit. Die Frau befreite sich selbst und blieb unverletzt.

Vier Verletzte forderte nach Feuerwehrangaben der Unfall eines Klein-Lkw in der Früh auf der Südautobahn (A2) bei Wiener Neustadt. Das Fahrzeug kam auf dem Dach zu liegen. Die Insassen wurden vom Roten Kreuz erstversorgt und danach in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Bei einem Verkehrsunfall auf der B10 in Schwechat (Bezirk Bruck a.d. Leitha) wurde in den frühen Morgenstunden ein 48-jähriger Wiener schwer verletzt. Er war laut Polizei mit seinem Auto auf der Schneefahrbahn ins Schleudern geraten, der Pkw überschlug sich mehrmals und kam letztlich in einem Feld auf dem Dach zum Liegen. Der eingeklemmte Lenker wurde noch im Auto vom Roten Kreuz erstversorgt, von Helfern der FF Schwechat befreit und in das UKH Wien-Meidling transportiert.

Etwa 90 witterungsbedingte Einsätze hat die Feuerwehr in Niederösterreich nach dem neuerlichen Wintereinbruch gezählt. 1.100 Mann waren laut Resperger aufgeboten.

Die Wiener Außenring Autobahn ist nach einer dreistündigen Sperre wieder befahrbar. Ab 5.00 Uhr war ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verhängt worden. Die Schneefälle haben auch zu zahlreichen Unfällen geführt. Am Montag kurz vor 8.00 Uhr ist die Sperre der A21 wieder aufgehoben worden, teilte die Asfinag mit. Wegen des Schnees mussten die Autofahrer laut ÖAMTC mit enormen Zeitverlusten und Staus im Montagfrüh-Verkehr rechnen. Auch Unfälle ereigneten sich, unter anderem auf der Nord Weinviertel Autobahn (A5) Höhe Wolkersdorf-Nord und der Südautobahn (A2) Höhe Wiener Neustadt.

In Tirol kam eine 76-jährige Pkw-Lenkerin am Montagvormittag bei einem Auffahrunfall auf der Inntalautobahn (A12) bei Telfs ums Leben. Laut Polizei hatte ein 31-Jähriger mit seinem Auto zu einem Überholmanöver angesetzt, fuhr möglicherweise aus Unachtsamkeit auf das Fahrzeug auf und schleuderte es gegen Betonleitwand und Leitschiene.

Für die Einheimische kam jede Hilfe zu spät. Der 31-Jährige wurde ebenfalls verletzt. Er wurde mit der Rettung in die Innsbrucker Klinik gebracht. Die A12 war im Bereich der Unfallstelle für rund eineinhalb Stunden komplett gesperrt.

Eine 48-jährige Pkw-Lenkerin wurde indes Montagfrüh bei einem Unfall auf der Inntalautobahn (A12) im Gemeindegebiet von Rietz (Bezirk Imst) schwer verletzt. Die Frau kam aus unbekannter Ursache über den rechten Fahrbahnrand hinaus und fuhr über die Böschung entlang des Böschungsfußes. Dann durchschlug das Auto einen Weidezaun und krachte in eine Baumgruppe hinter der Lärmschutzwand. Rund 50 Meter hinter der Wand in einem angrenzenden Feld kam das komplett zerstörte Fahrzeug schließlich zum Stillstand. Die 48-Jährige wurde schwer verletzt mit der Rettung in das Krankenhaus Zams eingeliefert. Laut Polizei hatte die Lenkerin, nachdem sie von der Fahrbahn abgekommen war, das Gas mit der Bremse verwechselt und wurde dadurch immer schneller.

Auf Kärntens Straßen sorgte das Winterwetter für Probleme. Während auf höher gelegenen Straßen Schneekettenpflicht herrschte, gab es am Montagvormittag auch Probleme auf der Südautobahn (A2) im Bezirk Villach-Land – hier waren gleich zwei Lkw von der Fahrbahn abgekommen, teilte die Polizei mit.

Kurz vor 2.00 Uhr waren ein 53-jähriger und ein 47-jähriger Kraftfahrer, beide aus der Türkei, mit ihren Lkw auf der Südautobahn aus Italien kommend in Richtung Villach unterwegs. Auf Höhe von Hohenthurn kamen beide Lkw ins Schleudern und durchbrachen das rechte Leitschienenband. Eines der beiden Sattelkraftfahrzeuge stürzte etwa 50 Meter über eine steile Böschung und kam auf einer Gemeindestraße zum Stillstand. Das zweite Fahrzeug stürzte ebenfalls über die Böschung, überschlug sich und blieb zwischen Bäumen liegen.

Beide Lenker wurden verletzt, einer von ihnen musste von der Feuerwehr aus dem total zerstörten Führerhaus geborgen werden. Die Bergung der beiden Lkw wird erst im Laufe des Tages erfolgen, teilte die Polizei Montagfrüh mit. Bis auf Weiteres waren der erste Fahrstreifen und der Pannenstreifen in Fahrtrichtung Villach im Bereich der Unfallstelle gesperrt.

Behinderungen gab es am Montag auch auf der Karawankenautobahn (A11), hier waren mehrere Lkw hängengeblieben. Auf der Klippitztörl Landesstraße zwischen dem Görtschitztal und dem Lavanttal musste die Feuerwehr einen Lkw bergen, der von der Straße abgekommen war. Schneekettenpflicht herrschte am Seebergsattel (Bezirk Völkermarkt), am Nassfeld (Bezirk Hermagor) sowie auf einigen Straßen in den Bezirken Spittal an der Drau und Feldkirchen.

Auch im Burgenland sorgte das winterliche Wetter für zahlreiche Feuerwehreinsätze. In Winden am See (Bezirk Neusiedl am See) landete ein Lkw im Straßengraben. Verletzt wurde dabei niemand. Bei einem Verkehrsunfall zwischen Rattersdorf und Hammerteich (Bezirk Oberpullendorf) wurde eine Frau leicht verletzt.

In Vorarlberg ist in Alberschwende (Bezirk Bregenz) bereits am Sonntagabend auf der Bregenzerwaldstraße ein 50-jähriger Mann tot aufgefunden worden. Er war an einer schweren Kopfverletzung verstorben. Laut Polizei dürfte der Mann von einem Fahrzeug angefahren worden sein. Wie die Polizei mitteilte, fuhr ein in Egg wohnhafter Pkw-Lenker bei starkem Schneefall entlang der Straße, als er etwas auf dem Boden sah. Im nächsten Moment habe er einen leichten “Schlag” verspürt. Er hielt seinen Wagen an und ging zur Unfallstelle. Eine Pkw-Lenkerin sah kurz danach ebenfalls einen Körper am Boden liegen und blieb stehen.

Nach der Spurensicherung geht die Polizei derzeit davon aus, dass das Opfer bereits zuvor von einem anderen Fahrzeug angefahren und tödlich verletzt worden sein dürfte. Eine gerichtliche Obduktion des Leichnams wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Der Unfallverursacher bzw. allfällige Zeugen werden gesucht.

Von: apa