Das Ausmaß der Zerstörung sei laut Minister Herrmann "erschreckend"

Verletzte nach Explosion auf Raffineriegelände in Bayern

Samstag, 01. September 2018 | 15:49 Uhr

Bei einem Großbrand auf dem Gelände einer Raffinerie in der Nähe von Ingolstadt sind am Samstag zehn Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Hunderte Anrainer wurden in Sicherheit gebracht und konnten erst nach Stunden zurück in ihre Häuser. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nannte das Ausmaß der Zerstörung “erschreckend”.

Gegen 5.00 Uhr Früh explodierten aus bisher ungeklärten Gründen mehrere Tanks der Raffinerie der Firma Bayernoil, wie das Innenministerium in München mitteilte. Deshalb kam es zu einem Großbrand auf dem Gelände. Die Verletzten sind alle Mitarbeiter des Unternehmens, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Das Landratsamt Pfaffenhofen rief den Katastrophenfall aus. Wegen der starken Rauchentwicklung und Explosionsgefahr mussten die Anrainer aus der näheren Umgebung evakuiert werden – rund 1.800 Menschen wurden in einer Turnhalle untergebracht. Am frühen Nachmittag konnten sie in ihre Häuser zurückkehren.

Die Polizei sperrte auch weiträumig Straßen ab, sodass es zu Verkehrsbehinderungen kam. Sie forderte alle Anrainer in einem Umkreis von 20 Kilometern dazu auf, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zahlreiche Feuerwehren sowie Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz – in der Spitze bis zu 600 Kräfte, wie das Innenministerium mitteilte. Am Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten aber noch an.

Die Firma Bayernoil betreibt seit 1967 in Vohburg eine Erdölraffinerie auf einem 127 Hektar großen Gelände. Sie erklärte, Aussagen zur Ursache des Vorfalls und zum Ausmaß des Schadens seien noch nicht möglich. Erste Sachverständige seien vor Ort. Das Unternehmen rief die Anrainer auf, entstandene Schäden auf Fotos zu dokumentieren und mit der Rechnung der Schadensbehebung einzuschicken.

Innenminister Herrmann erklärte, die Ermittlungen zur Aufklärung der Unglücksursache liefen auf Hochtouren. Dazu würden auch Brandexperten der Kriminalpolizei Ingolstadt und aus dem Landeskriminalamt hinzugezogen.

Von: APA/ag./dpa