Kickl kommt zum Treffen der laut DÖW "rechtsextremen Abendlandretter"

“Verteidiger Europas” – Rechtsextremes Treffen in Linz

Donnerstag, 08. September 2016 | 09:31 Uhr

Für 28. und 29. Oktober ist in Linz unter dem Titel “Verteidiger Europas” ein “Internationales Treffen rechtsextremer Abendlandretter”, wie es das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) unlängst nannte, angesetzt. Nun veröffentlichte die Plattform “Stoppt die Rechten” die Referentenliste. Darunter findet sich FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl.

Angekündigt wird das “Europäische Forum Linz” auf einer Homepage, in deren Impressum der “Verein für Meinungsfreiheit und freie Publizistik” steht. Dieser wiederum gibt das in Linz erscheinende Zweimonatsblatt “Info Direkt” heraus. Obmann des Vereins ist Karl Winkler, Vorsitzender der laut DÖW rechtsextremen Österreichischen Landsmannschaft – Landesgruppe Oberösterreich. “Info Direkt” fungiert gemeinsam mit der vom früheren dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf ins Leben gerufenen FP-nahen Webplattform unzensuriert.at als Partner für den Kongress.

Unter anderen ist neben Kickl, der am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, Jürgen Elsässer als Referent bei dem Treffen angekündigt. Der ehemals linke Journalist fungiert nun als Chefredakteur der Zeitschrift “Compact” und unterstützt der vom Grünen Abgeordneten Karl Öllinger betriebenen Plattform “Stoppt die Rechten” zufolge AfD, Pegida und Wladimir Putin. Felix Menzel – ein weiterer Referent – wiederum ist Chefredakteur der “neurechten” Zeitschrift “Blaue Narzisse”, bei der auch der ehemalige Pegida-Österreich-Sprecher Georg Immanuel Nagel mitarbeitet. Menzel ist laut “Stoppt die Rechten” Burschenschafter und sympathisiert mit den laut DÖW rechtsextremen Identitären.

Ein weiterer Referent ist Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen. Wikipedia schreibt über ihn: “Der Mitinitiator der Erfurter Resolution wird dem rechten Flügel bzw. dem völkischen Spektrum der AfD zugerechnet. Von Sozialwissenschaftlern, Politologen und Journalisten als auch teilweise innerhalb der AfD werden Höcke offen rassistische Thesen und mangelnde Distanz zu rechtsextremen, insbesondere völkischen Mitgliedern sowie Positionen der NPD und der Neuen Rechten, mitunter auch Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut bescheinigt.”

Eine in der Öffentlichkeit weniger bekannte Figur hierzulande ist die gebürtige Syrerin Maram Susli, die in Australien lebt. Sie verbreitet auf ihrem Facebook-Account unter anderem, dass gemäßigte syrische Rebellen chemische Waffen eingesetzt hätten. Ebola ist für sie laut “Stoppt die Rechten” eine Biowaffe der amerikanischen Streitkräfte. Sie tritt als bedingungslose Befürworterin des Regimes von Bashar al-Assad und ebenfalls in Linz auf.

Nathalie Holzmüller, ebenfalls als Referentin angekündigt, ist die Organisatorin des Russischen Balls in der Wiener Hofburg und Chefredakteurin des Blattes “Art & Business”. Laut “Stoppt die Rechten” hat sie allerdings auch ein Geheimtreffen mit Vertretern des französischen Front National, Marion Merechal-Le Pen und Aymeric Cauprade, dem Chefideologen der eurasischen Bewegung, Alexander Dugin, und Wolen Siderow von der bulgarischen Rechtspartei Ataka organisiert. Auch Heinz-Christian Strache war demnach im Mai 2014 bei dem Treffen zugegen.

Weitere Referenten sind die Rechtsanwältin Eva-Maria Barki, die 2010 laut einer Anfragebeantwortung durch die damalige Innenministerin Maria Fekter Anmelderin für einen Aufmarsch ungarischer Aktivisten der rechtsextremen “Jobbik”-Partei fungiert hat, Roland Hofbauer, Chefredakteur von Ronnie Seunigs “alles roger”-Magazin, die Chefin der Auslandsredaktion der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung “Magyar Hirlap”, Marianna Öry, und Philip Stein, Burschenschafter der laut “Stoppt die Rechten” rechtsextremen Germania Marburg. Er ist demnach ebenfalls Autor der “Blauen Narzisse” und war mit Martin Sellner von den Identitären an der Kampagne “EinProzent” beteiligt. “Stoppt die Rechten” zufolge handelte es sich um eine weitgehend fiktive Wahlbeobachtungsaktion.

Von: apa

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