Der Unfall ereignete sich im freien Skiraum

Vier Lawinen-Verschüttete in zwei Tagen in Tirol

Dienstag, 25. Dezember 2018 | 18:22 Uhr
Update

Bei drei Lawinenabgängen am Heiligen Abend und am Christtag sind in Tirol zwei Wintersportler komplett verschüttet worden, für eine 33-jährige Deutsche kam jede Hilfe zu spät. Zwei weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei teilverschüttet und konnten sich selbst aus den Schneemassen befreien. Die Verhältnisse waren nach den Niederschlägen an den Tagen davor schwierig.

Die 33-jährige Snowboarderin wurde am Dienstag im freien Skiraum von Obergurgl (Bez. Imst) kurz vor Mittag von einer rund 500 bis 600 Meter langen und 400 Meter breiten Lawine erfasst und einen halben Meter tief unter den Schneemassen begraben. Die Frau wurde innerhalb von 35 Minuten aus dem Schnee befreit, es konnte aber nur noch der Tod festgestellt werden.

Nach Angaben der Polizei gegenüber der APA war die 33-Jährige mit ihrem Bruder unterwegs, die gemeinsam mit ihren Eltern in Obergurgl Urlaub machten. Sie fuhren kurz vor 12.00 Uhr von der Hohen Mut ab und dürften das riesige Schneebrett dabei selbst ausgelöst haben. Die Lawine ging bis auf den Talboden des Rotmoostals nieder. Obwohl die beiden Geschwister die empfohlene Notfallausrüstung mit sich führten und der Bruder unmittelbar nach dem Lawinenabgang per Notruf die Einsatzkräfte alarmierte, war das Leben der 33-Jährigen nicht zu retten.

Etwa zur selben Zeit wie die Geschwister in Obergurgl wurden bei einem Lawinenabgang im Bereich der Glorerhütte im Gemeindegebiet von Kals am Großglockner (Bez. Lienz) ein 32-jähriger Österreicher und seine 36-jährige Begleiterin aus Tschechien teilverschüttet. Sie waren in der Lage, sich selbst aus dem Schneebrett zu befreien, befürchteten jedoch zwei weitere Wintersportler unter dem Schnee. Nach kurzer Suche folgte die Entwarnung: Die anderen beiden Tourengeher – ein 37-jähriger Mann und eine 38-jährige Frau – hatten der Lawine durch eine Fluchtfahrt entkommen können. Die vier Personen blieben unverletzt.

Bereits tags zuvor, am Nachmittag des Heiligabend, war in der Axamer Lizum (Bez. Innsbruck-Land) ein in Tirol wohnhafter Niederländer unter einer Lawine geraten. Der 48-Jährige entschloss sich spontan, einen Hang im freien Skiraum zu befahren. Nachdem der Sohn den Hang gemeistert hatte und wieder auf die markierte Piste zurückgekehrt war, fuhr der 48-Jährige ohne Notfallausrüstung in den freien Skiraum ein. Es löste sich unverzüglich ein Schneebrett, das den Mann etwa 100 Meter weit mitriss. Zunächst konnte er sich an der Oberfläche halten, schließlich wurde der 48-Jährige aber vollständig verschüttet. Zu seinem Glück waren zwei Tourengeher vor Ort, die den Mann ausgruben. Er verbrachte etwa zwei Minuten unter der Schneedecke, zog sich aber ebenfalls keine Verletzungen zu.

Die Verhältnisse in den Tiroler Bergen waren für Touren abseits gesicherter Pisten schwierig: Nach dem vielen Niederschlag und dem Sturmwind an den Tagen davor herrschte am Heiligen Abend große Lawinengefahr der Stufe 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Oberhalb von 2.200 Metern bestand am Christtag sowohl in der Gurgler-Gruppe als auch in Osttirol erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3, darunter waren die Bedingungen sicherer.

Von: apa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Vier Lawinen-Verschüttete in zwei Tagen in Tirol"


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AnWin
AnWin
Tratscher
29 Tage 1 h

…das ganze Wochenende wurde vor erhoehter Lawinengefahr gewarnt….

mandela
mandela
Superredner
29 Tage 1 h

was müsste wohl gemeldet werden, dass die drauf hören und somit ihr eigenes und das leben anderer nicht gefährden???

oli.
oli.
Universalgelehrter
28 Tage 54 Sek

@mandela, manche sind unbelehrbar , Mitleid ? , ja mit den Rettern was Ihr Leben aufs Spiel setzen.

longwolf
longwolf
Tratscher
28 Tage 22 h

alles selber bezahlen. Was nichts kostet hat keinen wert. Beim Auto und Motofahrer ist man auch schnell bei Kassa machen.

Kurt
Kurt
Kinig
28 Tage 22 h

trotz Topausrüstung! Unfassbar, so ein junges Leben – R I P

sepp2
sepp2
Superredner
28 Tage 20 h

es gibt keine Top Ausrüstung gegen Lawinen

oli.
oli.
Universalgelehrter
27 Tage 23 h

Was bringt die beste Ausrüstung , wenn man Abseits der Piste fährt .
Nach den Schneefälle am Wochenende erst recht.

Kurt
Kurt
Kinig
27 Tage 22 h

@sepp2
ich meinte die empfohlene Notfallausrüstung, womit sie laut Bericht in Obergurgl ausgerüstet waren. Selbstverständlich gibt es keine absolute Sicherheit, darüber, das Restrisiko in Kauf zu nehmen, will ich mich nicht äußern.

Jefe
Jefe
Tratscher
28 Tage 10 h

Jedes mal geht wieder die selbe Leier los im Sommer bei den Biker und im Winter bei den Tourn gehern. Jeder Biker weiß wo er sich drauf setzt….jeder Touren geher weiß wo er hin geht….irgendwann ist für jeden die Zeit gekommen….ob bei der Arbeit, Freizeit oder im Bett….wenn der da oben will das wir kommen…dann müssen wir gehen…..
p.s. ich bin selber seid 25 Jahren Biker, also spart euch die Sprüche

…..ein Danke den Helfern und R.I.P. der Touren geherin….leider ist ihr ihre Leidenschaft zum Verhängnis geworden

NoComment
NoComment
Grünschnabel
28 Tage 6 h

ich glaube es liegt weniger an “dem da oben” sondern mehr daran dass man bei hoher lawinenwarnstufe trotzdem ins risikogebiet begibt.

aber bitte ist nur meine logik

Paula
Paula
Grünschnabel
28 Tage 5 h

Du sprichst mir aus der Seele. Jedes Jahr dasselbe. Bin auch Bikerin und auch süchtige Skifahrerin. Aber nicht abseits der Pisten. Sobald manche unberührten Neuschnee sehen, schaltet sich bei denen das Hirn aus. Sofort rein fahren – sofort reinfahren – sofort reinfahren. Leut das ist krank. Denkts noch mal an die Helfer die Euch da ausbuddeln dürfen. Auch die bringen sich in Gefahr. Aber Euch passiert ja nix.

puschtro
puschtro
Grünschnabel
28 Tage 19 h

Es ist immer das Gleiche: wie oft wird vor hoher Lawinengefahr gewarnt, jetzt zusätzlich und detailliert noch auf der Eu-Regioseite. Und trotzdem gibt es immer wieder genug “Schlaue”, die meinen sie wüssten alles besser. Zur Erinnerung an das Lawinenunglück im Obervinschgau vom letzten Jahr wo Mutter und Kind umkamen.
Und natürlich ist auch in diesem Fall der Tod der 33-Jährigen sehr tragisch. R.I.P.

lukkl
lukkl
Grünschnabel
28 Tage 6 h

Bitte sperrt enk drhoam in. Nor hobm di ondrn a Ruah und kennen ihre Hobbies genießen.

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