Zum Motiv des Täters war vorerst nichts bekannt

Vier Tote bei Geiselnahme in Belgien

Dienstag, 29. Mai 2018 | 13:04 Uhr

Bei einer Geiselnahme im belgischen Lüttich sind am Dienstag vier Menschen getötet worden. Unter ihnen seien zwei Polizisten und ein Beifahrer eines Autos, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die lokale Polizei. Eine Spezialeinheit erschoss den mutmaßlichen Täter laut belgischem Fernsehsender RTBF. Zu seinem Motiv wurde zunächst nichts bekannt.

Der genaue Ablauf des Geschehens war zunächst unklar. Ein terroristischer Hintergrund konnte laut Staatsanwaltschaft weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft sei mit den Ermittlungen betraut worden, da es Elemente gebe, “die in die Richtung eines Terroranschlags gehen”, sagte ein Sprecher.

Gegen 10.30 Uhr seien in der Innenstadt von Lüttich Schüsse gefallen, berichtete Belga. Der Schütze sei anschließend geflohen und habe in einer Schule eine Putzfrau als Geisel genommen. Eine Spezialeinheit habe den Mann nach kurzer Zeit niedergeschossen. Die Schüler des Lütticher Gymnasiums seien in Sicherheit, teilte der Bürgermeister von Lüttich laut Belga mit.

Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden. Der belgische Innenminister Jan Jambon schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, das nationale Krisenzentrum prüfe die Situation. Die Terrorexperten verfolgten laut Jambon die Entwicklung in dem Fall. Terror als Hintergrund könne noch nicht ausgeschlossen werden, ermittelt werde aber in alle Richtungen, hieß es. Es handle sich um einen ernsten Vorfall, sagte Ministerpräsident Charles Michel am Dienstagmittag. Er beobachte mit dem Innenminister die Lage.

Die Terrorwarnstufe bleibt auf Stufe zwei, teilte ein Sprecher des nationalen Krisenzentrums mit. “Im Moment ändert sich nichts.” Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit wieder auf Stufe zwei herabgesetzt, ein Anschlag gilt demnach als “wenig wahrscheinlich”. Behörden, Medien und Bürger sind jedoch nach wie vor sensibilisiert. Die höchste Terrorstufe liegt bei vier.

Von: APA/dpa/ag.

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