Hunderttausende Haushalte ohne Strom

Vier Tote durch starken Taifun in Japan

Montag, 01. Oktober 2018 | 18:27 Uhr

Der Taifun “Trami” hat in Japan mindestens vier Menschen getötet. Ein weiterer Mensch werde nach dem schweren Sturm vom Wochenende noch vermisst, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf örtliche Behörden. Außerdem sorgten die Ausläufer weiter für heftige Böen und Regenfälle in Japan. Wegen der Sturmschäden gab es Behinderungen im Straßen-, Zug- und Flugverkehr.

Nach Polizeiangaben wurde eines der Todesopfer bei einem Erdrutsch im westjapanischen Tottori verschüttet, außerdem ertrank ein Mensch bei Überschwemmungen westlich von Tokio. Die Zahl der Verletzten sei auf 120 gestiegen, berichtete der Rundfunksender NHK.

“Trami” war am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 Stundenkilometern über Japan hinweggefegt. Am Montag war der Sturm abgezogen, er hinterließ aber vielerorts Verwüstungen. Stromleitungen waren gekappt, Bahnstrecken waren von umgestürzten Bäumen blockiert.

Berufspendler und andere Reisende hatten am Montag mit schweren Verkehrsbehinderungen zu kämpfen. An den Bahnhöfen der Megametropole Tokio bildeten sich zum Beginn der Arbeitswoche lange Schlangen, die Pendler kämpften um Plätze in den völlig überfüllten Zügen. Zwar hatte “Trami” die Hauptstadt nicht direkt getroffen, doch machten sich seine Ausläufer auch hier mit heftigem Wind und Regenfällen bemerkbar.

Der Flugbetrieb, der am Wochenende zeitweise eingestellt war, wurde langsam wieder aufgenommen. Allerdings mussten am Montag noch etwa 200 Flüge gestrichen werden, nachdem am Sonntag bereits mehr als tausend Verbindungen ausgefallen waren. Weiterhin waren mehr als 400.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.

Japan ist in den vergangenen Monaten wiederholt von heftigen Naturkatastrophen heimgesucht worden. Im Sommer starben Dutzende Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen und Dutzende weitere durch eine Hitzewelle. Anfang September riss der Taifun “Jebi”, der stärkste Sturm in Japan seit 25 Jahren, elf Menschen in den Tod. Unmittelbar danach kamen auf der nordjapanischen Insel Hokkaido bei einem Erdbeben und dadurch ausgelösten Erdrutschen mehr als 40 Menschen ums Leben.

Von: apa

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