Im Lockdown dürfen nur Geschäftsreisende in Hotels übernachten

Virus-Mutant in Tirol schreckt auch Geschäftsreisende auf

Donnerstag, 04. Februar 2021 | 15:20 Uhr

Die Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Variante in Tirol rüttelt auch am ohnedies geschwächten Fundament der Tourismusbranche. In den seit Monaten behördlich gesperrten heimischen Hotels dürfen derzeit nur Dienstreisende, wie etwa auch Handwerker auf Montage, einquartiert werden. Dieses Restgeschäft wäre bei einer Abschottung Tirols oder Teilen davon abzuhaken. Auch im benachbarten Deutschland haben Touristiker ein wachsames Auge auf die Lage in Tirol.

“Die Firmen beobachten die weitere Entwicklung der Pandemie auch über die Landesgrenzen hinaus sehr genau und reagieren bei Bedarf mit internen Reisebeschränkungen, um das potenzielle Infektionsrisiko für die Mitarbeitenden so gering wie möglich zu halten”, betonte der Pressesprecher des deutschen Geschäftsreiseverbands VDR, René Vorspohl, am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Deutsche Unternehmen hätten ihre Geschäftsreiseaktivitäten ohnehin bereits auf ein absolutes Minimum reduziert. “Auch nach Österreich finden derzeit nur dringend notwendige und nicht aufzuschiebende Reisen statt.”

Der Verband halte es aber für wichtig, dass Geschäftsreisen “als essenzieller Bestandteil der Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen grundsätzlich möglich bleiben und nicht durch zusätzliche staatlich verhängte Einschränkungen wie etwa Beförderungs- oder Einreiseverbote weiter erschwert werden”.

Um der weiteren Ausbreitung des Coronavirus durch den Reiseverkehr zu begegnen, plädiert der VDR für Alternativen wie den Nachweis negativer Covid-Tests bei der Ein- und Ausreise sowie den verstärkten Einsatz von Schnelltests etwa an Flughäfen.

Sollte sich die Lage in Tirol verschärfen, “dann wird sich das vermutlich auch in den Dienstreisen niederschlagen – sollten dann überhaupt welche gemacht werden dürfen”, sagte Konjunkturexperte Stefan Sauer vom Münchner Ifo-Institut zur APA. Während der Lockdowns würden ohnedies nur das notwendigste an Dienstreisen gemacht – “und auch nach Corona wird es nicht mehr so viele Geschäftsreisen geben”, erwartet der Fachreferent und verweist auf eine Ifo-Umfrage zu Geschäftsreisen im Corona-Sommer 2020. “Die Branchen, die am meisten Dienstreisen gemacht haben, wollen auch am stärksten einschränken”, so Sauer. Das betreffe vor allem Bereiche wie Unternehmensberatung, IT und die Pharmaindustrie.

Auch ohne Tiroler Coronavirus-Mutante dürfe sich das Volumen der Geschäftsreisen also insgesamt nachhaltig verringern. Die Hotels und Pensionen in Österreich sind seit Anfang November geschlossen. Mitte Februar könnte bekanntwerden, wann sie wieder öffnen dürfen – vor März wird in der Branche nicht damit gerechnet.

 

Von: apa

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1 Kommentar auf "Virus-Mutant in Tirol schreckt auch Geschäftsreisende auf"


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fritzol
fritzol
Superredner
1 Monat 1 Tag

ganze Familien auf Geschäftsreise pro Form aber alle zum Schifahren da. Heutzutage sind Geschäftsreisen sinnlos im Zeitalter der modernen Technik

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