Polizei und Airbnb geben Tipps

Vorsicht vor Betrügern bei der Buchung einer Ferienwohnung!

Donnerstag, 30. Juni 2022 | 10:25 Uhr

Bozen – Die Staatspolizei und Airbnb erneuern ihre Präventionskampagne, um Neueinsteigern bei Onlinebuchungen zu helfen, die häufigsten Betrugsversuche zu erkennen und zu vermeiden. Denn auch wenn es einfach ist, eine Ferienunterkunft online zu buchen, muss man damit rechnen, dass man auf Betrugsversuche stößt.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihren Urlaub selbst zu organisieren. Leider hat dieser Trend auch die Aufmerksamkeit Krimineller auf sich gezogen. Laut Censis-DeepCyber-Report sind etwa 65 Prozent der Italiener schon einmal Ziel irreführender E-Mails geworden, mit denen versucht wird, potenzielle Opfer zur Weitergabe sensibler Daten zu bewegen. Darüber hinaus gehören Reise- und Unterkunftsbuchungen zu den fünf digitalen Aktivitäten, bei denen die Italiener das höchste Risiko für die Sicherheit ihrer persönlichen Daten sehen.

“Mit dem Herannahen des Sommers steigt die Zahl der Personen, die Reisen und Urlaub ‘im Netz’ buchen, ständig an”, sagt Dr. Alberto Di Cuffa, Leiter der Post- und Kommunikationspolizei Trentino-Südtirol. Dies sei auch wegen der Suche nach sehr günstigen Angeboten der Fall. Leider sind diese Aktivitäten nicht immer risikofrei, wie die beim Portal der Postpolizei „www.commissariatodips.it“ eingegangenen Meldungen über Betrügereien zeigen. Manchmal – so Vize Quästor Dr. Di Cuffa weiter – könne man in die Falle von raffiniert gefälschten “Lock- Webseiten“ oder von skrupellosen Personen tappen, die Urlaubspakete zu sehr niedrigen Preisen anbieten, wobei sich dahinter echte Betrügereien verbergen. “Unser Ziel”, schließt der Leiter der Postpolizei ab, “ist es auch, den Nutzern zu helfen, beruhigt online zu buchen, unabhängig von ihren Computerkenntnissen. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit Airbnb einen Online-Leitfaden für den sicheren E-Commerce mit nützlichen Tipps und praktischen Vorschlägen für problemlose Online-Einkäufe erstellt.”

“Trotz sechs Millionen aktiver Angebote weltweit sind Betrugsversuche auf Airbnb extrem selten und ein Serviceteam steht rund um die Uhr zur Verfügung, um Gäste zu unterstützen. Der Beweis dafür ist, dass die meisten Betrügereien auf anderen Webseiten stattfinden. Nur der Name Airbnb wird dazu benutzt, um potenzielle Opfer anzulocken, weil es eine Marke ist, die Vertrauen vermittelt”, erklärt Giacomo Trovato, Country Manager von Airbnb Italien. “Es ist wichtig, dass sowohl die Kontakte zwischen Gastgeber und Gast als auch die Zahlungen immer innerhalb unserer Webseite oder App stattfinden, wie in unseren Nutzungsbedingungen angegeben.” Airbnb behält den Betrag nämlich zum Zeitpunkt der Buchung ein und erstattet ihn dem Gastgeber erst 24 Stunden nach dem erfolgten Check-In.

Hier sind die häufigsten Betrugsversuche:

1.            Die internationale Verhandlung: Ein fiktiver Vermieter, der gerade ins Ausland gezogen ist, kann die Gäste nicht persönlich empfangen. Die Fernverhandlung ist der Auftakt zu einem internationalen Überweisungsantrag. Der Betrüger wird dann beginnen, Dokumente anzufordern – die für die Erstellung  seiner nächsten falschen Identität nützlich sind – und nicht weniger als zwei bis drei Vertragsentwürfe vorlegen. Dabei gibt es vor, Eile zu sein. Oft wird behauptet, dass das Geschäft innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden müsse. Es folgen eine gefälschte Buchungsseite, eine gefälschte Rechnung und das „echte“ Verschwinden nach Erhalt einer großen Anzahlung.

2.            Das Hin und Her: Der Gastgeber hat ein Inserat auf einer Second Hand- oder Immobilien-Seite geschaltet, aber sobald man um Informationen bittet, wird er sagen, dass man von einem Kommunikationskanal zu einem anderen wechseln soll; zum Beispiel schlägt er vor, statt auf der offiziellen App das Gespräch per E-Mail oder Messaging fortzusetzen. Nach einigen Nachfragen zu den Einzelheiten Ihrer Ankunft schickt der Anbieter eine weitere E-Mail, in der er mitteilt, dass die Anzeige aufgrund eines Problems mit der Aktualisierung des Kalenders derzeit nicht in der Suche sichtbar ist. In der Regel hat er sie sogar selbst. Dann schickt er den vermeintlich direkten Link zur Anzeige auf dem Portal an. In Wahrheit handelt sich aber um eine geklonte-Webseite.

3.            Der unanständige Vorschlag: Auch hier hat der Gastgeber kürzlich eine Anzeige erstellt, die zwar keine Bewertungen enthält, aber dennoch ansprechend ist. Der Betrüger ist freundlich, höflich und freut sich, dass man sich für sein Haus entschieden hat, und bietet sogar einen beachtlichen Rabatt an. Dann schlägt er vor, die Buchung zu stornieren und privat zu verhandeln, so dass beide die Portalprovision sparen. Sobald die Überweisung eingelöst ist, verschwindet der Betrüger.

Tipps, um nicht getäuscht zu werden

1.            Man sollte sich vor Links hüten, die per E-Mail oder von anderen Webseiten weitergeteilt werden: Seid vorsichtig bei Vermietungsangeboten, die in sozialen Netzwerken, auf Anzeigenseiten oder Immobilienportalen gemacht werden und dann zu einem anderen Portal wie Airbnb weiterleiten. Es besteht die Gefahr, dass man einen Link zu einer gefälschten Webseite teilt. Achtet auf E-Mails mit dem Logo der Plattform: Sie sind nicht unbedingt echt. Buchungen werden nur über die Webseite oder die App abgeschlossen. Wenn die E-Mail eine Aufforderung zur Überweisung enthält, handelt es sich um einen Betrug!

2.            Achtet auf geklonte Webseiten: Um vom Mobiltelefon aus zu buchen, sollte man die App verwenden, die man aus dem offiziellen Store herunterlädt, und nicht über das Internet. Am PC sollte man kontrollieren, ob Webseiten keine seltsame Adresse haben und ob das Vorhängeschloss-Symbol vorhanden ist.

3.            Kommuniziert nicht außerhalb des Portals, auch nicht per E-Mail oder Whatsapp. Bei Aufforderungen, das Portal zu verlassen, sollte man vorsichtig sein, um sich privat mit dem Versprechen eines Rabatts abzustimmen. Dies ist in der Regel das Vorspiel einer Überweisungsaufforderung. Dabei ist man nicht mehr durch die Garantien der Plattform geschützt. Wenn man im Chat der Anwendung bleibt, kann man verdächtiges Verhalten jederzeit dem Kundendienst melden.

4.            Lest die Anzeige sorgfältig durch: Eine gut gemachte Anzeige ist in der Regel ein Hinweis auf den Gastgeber und ein ebenso gut gepflegtes Haus. Hütet euch vor einem zu günstigen Preis für die Mariä-Himmelfahrt- Woche, besonders vagen Beschreibungen, dem völligen Fehlen von Bewertungen oder einem Benutzerprofil, das erst vor wenigen Tagen erstellt worden ist.

5.            Airbnb ist kein Immobilienmakler: Seid misstrauisch gegenüber denjenigen, die sagen, sie seien beauftragt worden, euch das Haus zu zeigen. Die Webseite ist nur ein Vermittlungsportal.

6.            Zahlt niemals direkt per Banküberweisung: Wenn euch angeboten wird, eine Anzahlung zu leisten, solltet ihr euch nicht darauf einlassen. Dies verstößt gegen die Nutzungsbedingungen. Bezahlen Sie ausschließlich per Kreditkarte auf der Webseite und auf keine andere Weise. Airbnb behält den gesamten Betrag von Ihrer Karte ein und leitet ihn erst 24 Stunden nach dem Einchecken an den Gastgeber weiter. So hat man Zeit, am Zielort anzukommen und zu prüfen, ob das Haus genau so ist, wie es beworben wurde.

7.            Vorsicht vor “Scheinunterkünften”: Wenn ihr nach eurer Ankunft am Zielort aufgefordert werdet, die Unterkunft zu wechseln, die offensichtlich nicht dem Standard der gebuchten entspricht, und als Vorwand ein plötzlich aufgetretenes Problem in der ursprünglichen Wohnung angeführt wird, das diese vorübergehend unbewohnbar gemacht hat, sollte man dies dokumentieren. Anschließend sollte man sich unverzüglich mit der Plattform in Verbindung setzen, um eine vollständige Erstattung zu erhalten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Vorsicht vor Betrügern bei der Buchung einer Ferienwohnung!"


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Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
1 Monat 10 Tage

einfach zuhause bleiben. 1. ist es dort am schönsten und 2. hat man dann diese probleme nicht und 3. man spart sich geld.

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 10 Tage

Dies gilt übrigens für alle bekannten Plattformen. Sobald dich jemand von der eigentlichen Webseite weglocken will, oder persönlich mit dir in Kontakt treten will, Finger weg !

Gredner
Gredner
Kinig
1 Monat 10 Tage

@xXx das ist fasch! Weder auf Booking.com noct auf der Seite des Tourismusvereins oder von Südtirol.info findet man FeWo-Anbieter, die nicht existieren. Es werden ausschlissslich Anbieter aufgenommen, die über eine reguläre Vermieterlizenz verfügen. Sollte da etwas daneben gehen, weiss man wen zu verklagen!

Gredner
Gredner
Kinig
1 Monat 10 Tage

An die Minusdrücker: was ich schreibe, stimmt zu 100% – beweist mir doch das Gegenteil!

Gredner
Gredner
Kinig
1 Monat 10 Tage

Welche Heuchler! Gerade AirBnb stellt den Betrügern eine ideale Plattform dar um Opfer zu finden, da AirBnb audf der einen Seite die Existenz der Wohnungen und deren Vermieter nicht verifiziert und auf der anderen deren Adresse und Kontaktdaten nicht veröffentlicht. Selbst mit den Behörden wigert sich AirBnb zu kooperieren und rückt keine Daten heraus. AirBnb unterstützt sogar aktiv die Steuerhnterziehung, indem sie den Vermietern Kreidtkarten-Kontos in Gibraltar anbieten, wo die Einnahmen am Fiskus vorbei erwirtschaftet werden.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Schon die letzten Berichte über Airbnb in Nordtirol gelesen? Und genauso ist es auch bei uns. Mit Seriösität hat das kaum etwas zu tun.

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