VGT erwartet Aufklärung

Vorwurf zu Kälbertransporten: “Österreich und Italien umgehen EU-Recht”

Mittwoch, 31. August 2022 | 15:12 Uhr

Wien – Was der VGT (Verein Gegen Tierfabriken) seit Jahren immer wieder aufzeigt, haben nun auch Juristen offiziell bestätigt: “Österreich führt illegale Kälbertransporte durch und erfindet in einem aktuellen Abkommen mit Italien sogar eigene Bezeichnungen, um EU-Recht zu umgehen.”

Seit Jahren dokumentiert der VGT Kälbertransporte von Österreich nach Italien, Spanien und Polen und stellt dabei immer wieder grobe Verstöße gegen das EU-Gesetz und tierquälerische Praktiken fest. “So werden kleine Kälber, die noch von der Muttermilch abhängig sind, auf viel zu lange Transporte geschickt, auf denen sie nicht gefüttert werden können und die gesamte Fahrt über Hunger leiden müssen. Nach der Mast im europäischen Ausland wurden die Tiere oft sogar noch weiter in andere Länder transportiert. 2020 wurde Videomaterial von der grausamen Tötung österreichischer Kälber im Libanon veröffentlicht. Der Aufschrei in der Bevölkerung war groß, die Politik musste handeln.”

“Österreich und Italien erfinden Begriffe, um EU-Recht zu umgehen”

“Das aktuelle Abkommen zwischen Italien und Österreich ist eine der Reaktionen auf die Aufklärungsarbeit des VGT. So hatte ein Rechercheteam aufgedeckt, dass österreichische Kälber nicht, wie auf den Transportpapieren angegeben, nach dem Transport aus Österreich am Zielort in Bozen blieben, sondern entweder weiter zu Masten oder nach Spanien gebracht wurden. Nach einer Beschwerde an die EU und eine darauf folgende offizielle Rüge musste das für Tiertransporte zuständige Gesundheitsministerium (damals noch in der Hand der ÖVP) erfinderisch werden. So wurde mit dem italienischen Gesundheitsministerium ein Abkommen vereinbart, für das der Begriff ‘vorläufiger Bestimmungsort’ erfunden wurde. So sollte legalisiert werden, dass die kleinen Kälber nur ‘vorläufig’ nach Bozen kämen und dann später der ‘endgültige’ Bestimmungsort bekannt gegeben würde. Das ist laut Rechtsansicht des VGT und nun auch einem Juristen-Team illegal”, so der Verein

EU-Kommission informiert

“Der VGT hat seine Beobachtungen zu den Transporten und das Abkommen selbst nun an ein Team von Juristen zur Prüfung weitergegeben, die, wie das Rechtsteam des VGT, zu dem Schluss kamen, dass dieses Abkommen zwischen Österreich und Italien rechtswidrig ist. Die Juristen übergaben ihre umfangreiche Einschätzung der EU-Kommission, die nun bis Anfang 2023 Zeit hat, zu reagieren. Der Kommission selbst war das Abkommen bisher nicht bekannt. Außerdem wurde ein juristischer Fachartikel zum Thema veröffentlicht, der dem VGT vorliegt. Eine weitere Komponente könnte hier Österreich zum Verhängnis werden: Da dieses Abkommen nicht bekannt gemacht wurde und somit nur Österreich und Italien von vereinfachten Transportbedingungen profitierten, haben sich die beiden Länder gegenüber anderen einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Sollten andere Länder klagen, könnte das teuer werden”, heißt es weiter.

Das EU-Tiertransportgesetz legt fest, dass bereits vor der Abfahrt klar sein muss, wohin die Tiere transportiert werden sollen, damit die Behörde vorher prüfen kann, ob der Transport den Vorgaben, wie einer maximalen Fahrtdauer und Temperatur, entspricht. Diese Prüfung werde durch ein erst später angegebenes Ziel verunmöglicht. “Auch in dem Computer-System, in das die Daten der Tiere eingegeben werden und das europaweit ausgelesen werden können muss, kann nicht im Nachhinein ein anderes Ziel angegeben werden, somit ist es nicht möglich, herauszufinden, wohin die Tiere endgültig gebracht wurden. Für die Kälber kann das fatal sein, da sie womöglich weiter transportiert werden könnten, als erlaubt”, so der VGT.

Ann-Kathrin Freude, Tiertransport-Campaignerin des VGT, dazu: “Ich frage mich: Weiß Österreich,  wo diese Kälber schlussendlich landen oder ist die Überraschung dann wieder groß, wenn wir das endgültige Ziel präsentieren? Es schein Österreich völlig egal zu sein, was mit kleinen Kälbern passiert. Ständig werden die Interessen der Wirtschaft über die fühlender und leidender Tierkinder gestellt und das Recht verbogen, oder einfach neu verfasst, nur um diese Qualtransporte immer wieder aufs Neue möglich zu machen. Wie oft müssen wir noch aufzeigen, was hier alles schiefläuft, bis die Regierung diese Transporte endlich stoppt? Muss erst wieder die EU tätig werden und Österreich wie ein kleines Kind zurecht weisen?”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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29 Kommentare auf "Vorwurf zu Kälbertransporten: “Österreich und Italien umgehen EU-Recht”"


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ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 1 Tag

Bravo SN dass es darüber berichtet… wie do teilweise mit die Tiere umgongen weart isch lebewesenverachtend! Überhaupt sollatn Lebendtiertransporte zu an Schlachthof verbotn sein und nit wie man schunn gsechn hott sogor in den “Nahen Osten” um noar grausom gschächtet zu wearn!!!

SilviaG
SilviaG
Superredner
1 Monat 1 Tag

@ieztuets…
Leider macht sich jeder der deren Fleisch oder Milch konsumiert mit schuldig. Viel Milchkonsum bedeutet viele Kälber produzieren, sonst gibt eine Kuh ja keine Milch. So viele Kälber sind überschuss…sozusagen ein Nebenerzeugnis und müssen günstig transportiert, gemästet und verarbeitet werde. Aber keiner der hier Anwesenden kauft ja jemals Billigfleisch, ich weiß, zwinker zwinker

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Was ist artgerechtes töten von Tieren? Wer bestimmt das? Wo, wie und in welchem Land?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@SilviaG Veganerin?

Hustinettenbaer
1 Monat 1 Tag

@SilviaG
“Jeder der Dieselskandal-Auto fährt…ist mitschuldig” relativiert die Rechtsverstöße der Verantwortlichen.
An diesem Beispiel sieht man exemplarisch, wie (Porsche-, Mercedes-….)Betrugsware teuer angedreht wurde.
D. h. der Preis ist keine Richtschnur, kann völlig losgelöst von der Qualität sein.

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@N. G…was soll diese Frage ? Sind Veganer*innen für dich etwas Schlechtes ?

Jefe
Jefe
Superredner
1 Monat 2 Tage

@SilviaG
…und den ganzen Sommer Fliegen & Mücken erschlagen….

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Rudolfo Steht das da?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Rudolfo Sich vegan zu ernähren ist nicht schlecht, es ist unnatürlich. Deshalb, weil gewisse Stoffe als Zusatz in Form von Pillen einschmeissen werden müssen.

SilviaG
SilviaG
Superredner
1 Monat 23 h

@ng
Tschicken ist noch unnatürlicher.

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 1 Tag

Ich finde das sowieso eine RiesenRiesen Schweinerei wie mit diesen armen Tieren umgegangen wird. Von Suedtirol und nach Südtirol und durch Suedtirol, und dann noch meistens in den Nahen Osten, das gehört echt zu unterbinden,
Das ist Tierquälerei auf höchsten Niveo
Frag mich auch, warum unsere Bauern diese noch so kleinen und hilflosen Kälbern diesen Tierquälern verkaufen ????

@
@
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Für unsere Turbomilchbauern sind Kälbchen ein Abfallprodukt das entsorgt werden muss.

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 2 Tage

@@
Genau so ist es…
Aber immer jammern und Beiträge einheimsen…..

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 2 Tage

Ich würde die Bauern selbst mal auf so eine Reise mit diesen Bedingungen schicken,vieleicht merken sie dann was?

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Einziges Mittel gegen diese grausamen Praktiken: Fleisch boykottieren! Wer will schon Fleisch essen das mit Tierfolter erzeugt wurde?

@
@
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Warum Fleisch boykottieren, nur weil es schwarze Schafe gibt. In weiterer Konsequenz müsste man dann auch vegane Produkte boykottieren, weil für Soja der Regenwald abgeholzt wird. Nein, es müssten nur die Täter(profitgierige Bauern und Frächter) bestraft werden, anstatt sie zu subventionieren.

Augen auf
Augen auf
Neuling
1 Monat 2 Tage
also erst einmal ich bin nicht vegan.. ok Vegetarisch aber ich find Fleisch einfach nur ekelhaft.. Aber ich muss hier jetzt trotzdem feststellen du hast keine Ahnung @. Das Soja aus dem Regenwald ist für Tierfutter bestimmt Soja für den menschlichen Verzer kommt überwiegend aus Europa. Nachzulesen hier: https://www.peta.de/themen/soja-regenwald/ Und wer zu faul ist den Link aufzumachen hier ein kleiner Auszug Der Konsum von Sojamilch, Fleischalternativen und Tofu hängt nicht mit der Abholzung des Regenwaldes zusammen. Die Sojabohnen zur Herstellung von hierzulande erhältlichen Sojaprodukten für den direkten menschlichen Verzehr stammen vorwiegend aus Europa. Zudem benötigen vegane Fleischalternativen im Vergleich zur… Weiterlesen »
@
@
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag
@Augen auf Ein bisschen Ahnung hab ich schon, auch wenn ich deinem Link nicht gefolgt bin. Auch wenn über 80% von Soja für Tierfutter verwendet word, so wird Soja trotzdem für eine breite Palette von Lebensmittel verwendet, unter anderem auch als vielseitiger Fleischersatz beispielsweise als Soja-Big-Steaks, vegane Schnitzel, als Soja-Medaillons für vegane Nuggets, als Sojagranulat für Chili sin Carne oder Veggie-Bolognese sowie als Sojaschnetzel für pflanzliches Gyros. Auch wenn dafür größteils, europäische, kanadische, oder nordamerikanische Soja verwendet wird, gibt es einige Hersteller die für eben diese Produkte billigeres Soja aus brasilianischen ehemaligen Regenwälder verwendet werden. Deswegen kann man nicht die… Weiterlesen »
ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 1 Tag

Wie eine möglichst “stressfreie Schlachtung” vonstatten geht ist vorgegeben… nur wenn die armseligen Tiere tage- ja wochenlang transportiert und auf- und abgeladen werden das ist dann die wirkliche TIERQUÄLEREI und in besagten Ländern existiert KEIN Tierrecht… auch in Italien sind Tiere vor dem Gesetz immer noch SACHEN !!!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Österreich und Italien im Geiste verwandt? Oder einfach nur Profit?

Trotzerin
Trotzerin
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Leider gibt es noch viel zu wenig Kontrollen . Die Strafen müssten auch höher sein . Es ist grausam zu sehen , wie die armen Tiere ohne Nahrung Wasser u. hineingepfercht transportiert werden . Das muß alles aufhören ! Es sind Lebewesen u. haben auch ein Recht ein gutes Leben zu haben . Die Schlachtung müsste vor Ort u. ohne Leidensdruck gemacht werden . Müssen wir wirklich soviel Fleisch verzehren was ja letztendlich mit Massentierhaltung u. Schlachtung gefördert wird ?

Donna
Donna
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Traurig, wie Tiere leiden müssen und dann noch grausig geschlachtet zu werden. Die stundenlangen Tiertransporte gehören zu verbieten. Ohne Wasser und Futter.

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Bitte liebe Leute esst kein Fleisch mehr um dieser gewaltigen Tierquälerei endlich ein Ende zu setzen🙏🙏🙏🙏🙏

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 1 Tag

Wenn man bedenkt, Südtirol mit dem vielen Tourismus, und daher auch viel Fleischkonsum. 
Das Fleisch von der halben Welt zusammengekauft wird, die Südtiroler Kälber, Rinder usw. werden weiß Gott wohin gebracht. Da läuft etwas ziehmlich schief. Es braucht einfach Politik mit Weitblick, die solche Methoden in den Griff bekommen.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Olls lei a Scheinheiligs getue 🤮

Zussra
Zussra
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

De Kommentatorn, wosn do itz am meistn drauf lospolton, solln amo ba sich selbo unhebm, wieniga odo koan Fleisch ma zessn, sebm war a schun viel gitun.
Weil fi de Misere hot in ersto Linie do Konsument di Schulde, weila fi zi viel zi billigis Fleisch frisst!!!

Diezuagroaste
Diezuagroaste
Superredner
1 Monat 2 Tage

Deshalb essen wir in unserer Familie kein Fleisch. Unsere Ernährungsumstellung war anfangs schwierig, aber mittlerweile sind es 6 Jahre. Wir sind alle gesund.
Wenn wir die Gastronomie besuchen sehen wir erst, wie viel Fleisch gegessen wird.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Ebenso die Milch boykottieren! Männliche Kälbchen sind lästige Abfallprodukte von Turbo- Milchviehhaltung, werden den Müttern sofort nach der Geburt weggenommen. Das sind nicht ein pasr scgwarze Schafe, das Ganze ist ein System! Jeder der die Augen zutut für sein tägliches Schnitzel, macht sich mitschuldig.

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 2 Tage

@: Beim Regenwald ist der “kleine” Unterschied dass dieser nicht unsagbare Qualen erleidet wie Tiere! Man kann Fleisch essen (zuviel ist noch dazu sehr ungesund) wenn man das wenige das man braucht in einem lokalen regionalen Laden kauft, aber leider stimmt es dass die Hotellerie Unmengen verzehrt, jeden Tag muss ein gutes Stück auf den Teller plus Fisch/Wurstwaren am Buffet und hier die Gäste überhaupt nicht sensibilisiert werden… das müsste noch sehr viel teurer werden! Ein Bauer sagte mir, er hätte 30 EURO für sein Kalb bekommen, da züchtet und schlachtet er es lieber selber…!

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