Rund 320 Hektar Land wurden schon zerstört

Waldbrände in Spanien und Frankreich unter Kontrolle

Dienstag, 06. September 2016 | 16:29 Uhr

Nach den heftigen Waldbränden der vergangenen Tage an der spanischen Costa Blanca und im französischen Calanques-Gebiet bei Marseille haben die Behörden in beiden Ländern Entwarnung gegeben. Das offenbar absichtlich von einem Brandstifter gelegte Feuer nahe des Urlaubsortes Javea in der Provinz Alicante war am Dienstag unter Kontrolle, die Flammen seien gelöscht, berichtete der TV-Sender “RTVE”.

Die meisten der rund 1.400 Menschen, die seit Sonntag in der Region aus rund 20 Wohnsiedlungen in Sicherheit gebracht worden waren, hätten schon am Montagabend wieder nach Hause zurückkehren können, hieß es. Die Behörden waren unterdessen sicher, dass das Feuer gelegt wurde. “Ein Schuft, ein Schwein hat das Feuer verursacht”, erklärte Ximo Puig, Chef der Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft Valencia. Die Behörden riefen die Bewohner der Region in der Provinz Alicante auf, bei der Suche nach dem Brandstifter zu helfen.

Derweil breiteten sich zwei neue Feuerfronten in der ebenfalls bei Alicante liegenden Gemeinde Bolulla aus. 40 Häuser seien evakuiert worden, schrieb die Zeitung “El Mundo”. Das Blatt zitierte den Lokalpolitiker Juan Carlos Moragues mit den Worten, die Einsatzkräfte hätten große Probleme, die Flammen zu bekämpfen, weil das betroffene Gebiet sehr unwegsam und steil und somit schwer zu erreichen sei. Laut der Tageszeitung “El Pais” bemühte sich die Feuerwehr darum, eine Ausweitung etwa auf das beliebte Wandergebiet Serra de Bernia zu verhindern.

Bei Javea wurden nach einer vorläufigen amtlichen Bilanz 812 Hektar Wald zerstört. Das Feuer hatte sich durch ein ausgetrocknetes Waldgebiet bedrohlich schnell Richtung Benitatxell gefressen. Die Feuerwehrteams seien nun vor allem darum bemüht, ein Wiederaufleben der Flammen zu verhindern, hieß es. Wegen der Temperaturen von weit über 30 Grad und der geringen Luftfeuchtigkeit sei weiterhin höchste Wachsamkeit geboten.

Auch die Ferieninsel Menorca wurde von einem Feuer heimgesucht. Es brach in der Nacht auf Dienstag in der Ortschaft Arenal d’en Castell aus, wie das Balearische Institut für Natur (Ibanat) mitteilte, das die Brandbekämpfung beaufsichtigt. Rund 600 Anrainer wurden in Sicherheit gebracht oder durften ihre Häuser nicht verlassen. Das Feuer hatte zwischenzeitlich ein voll belegtes Hotel mit 180 Zimmern von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Rezeptionistin des Hotels Marina Parc, in dem vor allem britische Urlauber logieren, sagte, die Lage sei “unter Kontrolle”. Das Feuer auf Menorca zerstörte bereits 50 Hektar Land. Es war einer der größten Brände auf der Insel in den vergangenen Jahren.

Hunderten Feuerwehrleuten war es auch bei Marseille gelungen, einen schweren Waldbrand zu stoppen. Das Feuer habe 390 Hektar im Calanques-Gebiet südöstlich der Mittelmeermetropole zerstört, teilte die Präfektur des Verwaltungsbezirks Bouches-du-Rhone mit. Das sind fast vier Quadratkilometer. Zum Höhepunkt des Einsatzes hätten 860 Feuerwehrleute mit 250 Fahrzeugen gegen die Flammen gekämpft. Man habe in der Nacht auf Dienstag verhindern können, dass der Brand das benachbarte Cassis erreicht oder sich in Richtung Meer ausbreitet, sagte Präfekt Stephane Bouillon im Sender France Bleu Provence. Auch dieses Feuer war vermutlich kriminellen Ursprungs.

Von: APA/ag.

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