Dachverband für Natur- und Umweltschutz regt zum Nachdenken an

Water-Light-Festival: “Was Südtirol daraus lernen kann”

Montag, 23. Mai 2022 | 11:28 Uhr

Brixen – Dieses Wochenende ging in Brixen das Water-Light-Festival zu Ende – nicht ohne Polemik, wie der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in einer Aussendung schreibt.

Die Kunst-Veranstaltung in Brixen habe auch deshalb für Schlagzeilen gesorgt, weil jeden Abend blaues Licht in den Himmel gestrahlt wurde. Der Leuchtstrahl war kilometerweit zu sehen. “Mit bedenklichen Folgen: Zugvögel, die um diese Jahreszeit durch Südtirol fliegen, können durch das Licht abgelenkt werden. Projektionsscheinwerfer sind nicht umsonst durch Landesgesetz verboten. Wir begrüßen, dass die Gemeinde Brixen die Einwände von zahlreichen Umweltorganisationen sowie einer breiten Allianz von Bürgern schließlich ernst genommen und die Lichtinstallation auf eine Stunde reduziert hat“, so Josef Oberhofer, Vorsitzender der größten Südtiroler Umweltorganisation.

Aus der gesellschaftlichen Debatte um das Water-Light-Festival, die weit über Brixen hinausgestrahlt hat, leitet der Dachverband für Natur- und Umweltschutz aber auch einen klaren Auftrag an die Politik ab: “Die nächtliche Beleuchtung von Gebäuden und öffentlichen Räumen ist mehr als nur eine Frage der Verschwendung kostbarer Energie. Lichtverschmutzung betrifft die Gesundheit der Menschen und die Artenvielfalt.”

Die neue Richtlinie zur Einschränkung der Lichtverschmutzung und zur Energieeinsparung – Landeshauptmann Arno Kompatscher und Umweltlandesrat Giuliano Vettorato arbeiten zurzeit daran – müsse also dem Südtiroler Klimaplan entsprechen und zugleich die Natur schützen. “Dazu zählen das Verbot von Lichtinszenierungen außerhalb des Siedlungsraumes während der Vogelflugzeiten, die Beleuchtung von Bäumen und anderen Naturdenkmälern oder das Ausleuchten von Fledermausquartieren. Ein Beispiel: Fledermäuse fliegen in der Dämmerung aus, zu einer Zeit, in der sie das größte Nahrungsangebot finden. In Südtirol finden sich viele Fledermauskolonien in Kirchen. Werden diese aber beleuchtet, laufen die Tiere, Gefahr die beste Jagdzeit zu versäumen, womit der Nachwuchs mitunter zu wenig Nahrung bekommt. Das ist nicht nebensächlich, da Fledermäuse zu den gefährdeten Tierarten zählen. Es gilt hier einen sinnvollen Mittelweg zwischen Naturschutz und eines angepassten In-Szene-Setzen unserer Kulturgüter zu finden”, so der Dachverband für Natur- und Umweltschutz.

„Die Debatte der letzten Wochen um die Energieverschwendung und Lichtverschmutzung zeigt auch, dass Südtirol dringend eine ganzjährige Überwachung der Lichtemissionen braucht“, schreibt Madeleine Rohrer, Geschäftsführerin des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz. Aufgrund von Satellitendaten sei die Vermutung naheliegend, dass die Lichtverschmutzung in Südtirol um circa zwei Prozent pro Jahr zunimmt – trotz effizienterer öffentlicher Beleuchtung.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz setzt darauf, dass die Erfahrungen der letzten Wochen und die damit verknüpften Debatten zu einem Umdenken in Bezug auf die Lichtemissionen führen. Er ist zuversichtlich, dass ähnlich wie die Gemeinde Brixen auch die Landesregierung in der Frage der Lichtverschmutzung zu einer guten Entscheidung kommen wird. „Der Schutz von Natur und Lebewesen vor künstlicher Beleuchtung sollte mit der neuen Richtlinie zeitgemäßer geregelt werden, sodass die wichtigen Aspekte von Energieeinsparung und Umweltschutz in Zukunft berücksichtigt werden“, so Oberhofer und Rohrer.

 

Von: luk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "Water-Light-Festival: “Was Südtirol daraus lernen kann”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Superfuchs
Superfuchs
Neuling
1 Monat 12 Tage

Ach, de Lichtverschmutzung… Welche Probleme und Verschmutzungen folln in die Grianen no ein?!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 12 Tage

Den Begriff haben nicht die Grünen erfunden, sie wiederholen nur. Du traust ihnen doch keine eigenen Ideen zu, oder?

Das Ganze ist auch international ein Thema.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtverschmutzung#Internationale_Programme_und_Lichtschutz-Gesetzgebung

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 12 Tage

Du solltest froh drüber sein, dass es welche gibt die DEIN Leben liebenswerter machen wollen! Und da nicht alle intelligent genug sind , schauen die Schlauen auch auf diejenigen. Man ist ja schließlich solidarisch, eine Gesellschaft in der die Starken auf die Schwachen achten!?

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Log….
Wenn du keine Ahnung hast können die Grünen nichts dafür.

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Darf daran erinnern, dass in den Brixner Domtürmen einige gesetzlich geschützte Fledermauskolonien „wohnen“! Und gerade diese Türme wurden in den letzten Wochen zig Stunden am Abend mit blauem Licht beleuchtet🙈
In meinen Augen war das Tierquälerei pur😡
Meine Frage: wer trägt am Ende die Verantwortung dafür?

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 12 Tage

egsl wos getun wert irgend a Organisation findet sicher irgendepas sich dorüber aufzuregn🤦‍♂️

Onstot sich über olles auzuregn kanntn besagte Organisationen jo Vorschläge bringen wia man noch 2 Johr Pandemie die Wirtschoft wider unkurbelt. Olm kei jammern und Verurteiln obor selbor koanen konstruktiven Vorschlog bringen

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

Hahahaha die Argumente hier Wirtschaft, griene, usw. Typisch, noch nie nachgedacht über Natur und Mensch? Der Mensch lebt tatsächlich von der Natur, aber wir werden es dann schon begreifen, wenn die Kinnlade runterfällt. Es tut mir leid aber irgendwann wird sie fallen.

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 12 Tage

andr, richtig, die Menschen leben von der Natur.
Beim Vasco Rossi Festival haben die immer schreienden Jugendliche (und weniger) 50 Tonnen Müll hinterlassen ! Nein nicht brav entsorgt, einfach fallengelassen.
Schaut euch mal die Bilder in der Alto Adige an.

Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 12 Tage

Also wenn das Wather-Light-Festival ins Wasser fällt, wünsche ich mir aber zu Silvester ein riesen Feuerwerk.

ieztuets
ieztuets
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Feuerwerke gehören sowieso landesweit verboten – sind noch der viel größere Unsinn, Lärm, Gestank, Tiere verschrecken, usw. usw.

ieztuets
ieztuets
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Lichtverschmutzung isch kuen “Einfoll” von die Grünen, des isch Fakt… schaug z.B. in die Großstädte de Leichtschriftn und blinkenden Werbungen, zin Grausn… guet dass des Lond in sella Sochn mit Bestimmungen an Riegel vorschiebn will!

wpDiscuz