Oberstaatsanwalt Alexander Boger

Weitere Ermittlungen nach Supermarkt-Erpressung

Sonntag, 01. Oktober 2017 | 11:03 Uhr

Nach dem Geständnis des mutmaßlichen Supermarkt-Erpressers arbeiten die deutschen Ermittler weiter an der Aufklärung des Falles. Wie der Sprecher der Polizei in Konstanz, Markus Sauter, am Sonntag sagte, untersuchen Kriminaltechniker unter anderem den Computer des 53 Jahre alten Verdächtigen.

Ob die Gefahr durch vergiftete Lebensmittel nun tatsächlich gebannt ist, lasse sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, so Sauter. “Wir gehen aufgrund der jetzigen Erkenntnisse aber nicht davon aus, dass weitere vergiftete Nahrungsmittel von dem Mann in Umlauf gebracht wurden.” Das habe der Tatverdächtige ausgesagt.

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Erpressers sei indes schwierig zu beantworten, räumte Sauter ein. Am Samstag attestierte die Polizei dem Mann “psychische Auffälligkeiten”. Der Erpresser hatte gedroht, 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, und per E-Mail einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gefordert. Hinweise aus der Bevölkerung brachte die Polizei auf die Spurt des Tatverdächtigen, woraufhin Beamte ihn am Freitag im Kreis Tübingen festnahmen.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger sprach am Samstag auf einer Pressekonferenz in Konstanz von einer erdrückenden Beweislast. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am Freitag in Ofterdingen habe man eine Flasche mit dem Gift Ethylenglycol gefunden, mit dem die sichergestellte Babynahrung in Friedrichshafen versetzt worden war.

Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Vorwurf gegen ihn lautet auf versuchte räuberische Erpressung. Laut Boger drohen ihm im Fall einer Verurteilung zwischen 5 und 15 Jahren Haft.

Unterdessen hat der Fund einer Einwegspritze in einem Drogeriemarkt in Speyer die Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt in Atem gehalten. Am Sonntag gaben die Behörden Entwarnung: Eine Frau hatte die Spritze, die sie bei einem Zahnarztbesuch erhalten hatte, in dem Geschäft verloren. Die 21-Jährige habe sich nach Presseveröffentlichungen bei den Ermittlern gemeldet.

Nach der Entdeckung war der Markt am Samstag geschlossen und das Sortiment untersucht worden. Die Polizei prüfte, ob es einen Zusammenhang mit dem Fall des Supermarkt-Erpressers vom Bodensee gab. Ermittler hatten im Fall der Erpressung einen Tatverdächtigen im Raum Tübingen festgenommen, der die Vorwürfe am Samstag gestand. Der Erpresser hatte damit gedroht, bis vorigen Samstag vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen und per E-Mail einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gefordert.

Von: APA/dpa