Geburtenraten sind weltweit im Sinken begriffen

Weltbevölkerung wächst auf acht Milliarden Menschen

Dienstag, 15. November 2022 | 05:01 Uhr

Ab heute, dem 15. November, beherbergt die Erde laut den Vereinten Nationen acht Milliarden Menschen. Die Zahl sei etwas schneller erreicht worden, als man erwartet hatte, sagte der Bevölkerungswissenschafter Tomáš Sobotka von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Länger, bis etwa 2037, werde es allerdings bis zur neunten Milliarde dauern: Geburtenraten seien “in praktisch jedem Land der Erde” im Sinken begriffen, so Sobotka im Gespräch mit der APA.

Um jährlich rund 80 Millionen Menschen, also etwa ein Prozent, wuchs die Weltbevölkerung in den vergangenen Jahren an. Rund 2,2 Prozent waren es dagegen in den späten 1960er-Jahren. “Das Wachstum der Weltbevölkerung nimmt ab”, erklärte Sobotka, der am Vienna Institute of Demography der ÖAW tätig ist. Im globalen Durchschnitt bekomme jede Frau derzeit 2,3 Kinder. Verbessere sich die Sterberate nicht, befinde man sich fast im Gleichgewicht.

Elf bis zwölf Jahre lagen zwischen den Meilensteinen sechs, sieben und acht Milliarden Menschen. Da das Bevölkerungswachstum schwächer werde, würden die meisten Prognosen allerdings vorhersagen, dass es bis zur nächsten Milliarde länger dauern wird – in 15 Jahren, im Jahr 2037, soll die Menschheit laut UNO auf neun Milliarden anwachsen. Bis zur zehnten Milliarde würden “die Intervalle sehr viel länger sein, falls sie überhaupt erreicht wird”, so Sobotka. Die Vereinten Nationen würden erwarten, dass die Weltbevölkerung Ende des Jahrhunderts zwischen zehn und elf Milliarden Menschen ihr Maximum erreiche, in den letzten zwei Dekaden vor 2100 soll sie langsam sinken. Dass sich die Zahl jemals stabil halten werde, glaubt Sobotka nicht.

Vor allem in den weniger wohlhabenden Ländern Subsahara-Afrikas sind die Geburtenraten immer noch sehr hoch – und sinken langsamer, als in einigen früheren Projektionen vorhergesehen. Im Land mit der höchsten Geburtenrate, Niger, bekommen Frauen im Durchschnitt sieben Kinder. Auch eine verbesserte Gesundheitssituation und weniger Kindersterblichkeit hätten das Bevölkerungswachstum in diesen Ländern angekurbelt. Schnelles Wachstum könne indes nicht nur zu Ressourcenknappheit führen und die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes erschweren, Sobotka hält auch politische Instabilität für eine mögliche Folge.

Die Länder mit dem größten Bevölkerungswachstum seien gleichzeitig jene, die nur wenig zum globalen CO2-Ausstoß beitragen. Vor allem die erwartete wirtschaftliche Entwicklung könne dort zu einem rapiden Anstieg der Emissionen führen; die größere Bevölkerung dazu weiter beitragen, so Sobotka. Gleichzeitig sind diese Entwicklungsländer und ihre wachsende Population auch verstärkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das könne “verheerende” Auswirkungen haben, etwa Massenmigration verursachen und “die Prognosen komplett verändern”, meinte der Bevölkerungswissenschafter.

Aber: “Eine der grundlegenden demografischen Theorien, jene des Demografischen Übergangs, erwartet einige Jahrzehnte nach einem Rückgang der Sterberaten auch einen Rückgang der Geburtenraten” – so auch in Subsahara-Afrika. Würden mehr Kinder bis zum Erwachsenenalter überleben, müssen Frauen insgesamt weniger Kinder bekommen. Der ökonomische Nutzen von Kindern, beispielsweise als Feldarbeiter, würde außerdem dank wohlhabenderer Gesellschaften und längeren Bildungswegen abnehmen. Neben Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung könne auch fortschreitende Urbanisierung und ein verbesserter Zugang zu Verhütungsmitteln die Geburtenrate beeinflussen.

Österreich wachse derzeit nur durch Immigration, erklärte Sobotka. Zögen keine Menschen aus dem Ausland zu, so würde die hiesige Bevölkerung heute stabil sein und in den nächsten Dekaden sehr langsam sinken – “nicht, weil die Geburtenrate hoch genug ist, sondern weil die Sterberate sich immer noch verbessert.” Die Gesamtfertilitätsrate betrug in Österreich 2021 1,48 Kinder pro Frau im Vergleich zu 1,5 im EU-Schnitt.

Eine von Jahr zu Jahr wegen einer niedrigen Geburtenrate minimal abnehmende Bevölkerungszahl sei bewältigbar, sagte Sobotka. Problematischer sei eine schnell kleiner werdende Bevölkerung, die durch eine niedrige Geburtenrate und Abwanderung junger Menschen gleichzeitig verursacht wird – etwa in Bulgarien, das von 9 Millionen Menschen in den frühen 1990er-Jahren auf derzeit etwa 6,6 bis 6,7 Millionen Menschen schrumpfte.

(S E R V I C E – www.un.org/en/dayof8billion)

Von: apa

Kommentare

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26 Kommentare auf "Weltbevölkerung wächst auf acht Milliarden Menschen"


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Eisenhauer
Eisenhauer
Grünschnabel
14 Tage 15 h

Na bravo und das Schlimmste daran ist, daß genau die, die sich Kinder am wenigsten leisten können, am meisten haben. Danach wird gejammert und die Allgemeinheit zahlt die Rechnung.

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 12 h

Mach dich mal schlau warum genau diese Menschen viele Kinder bekommen! Und dann kannst du nochmal Blödsinn schreiben! Übrigens steht ein Teil des Grunds im Bericht. Also LIES und KAPIERS!

traktor
traktor
Kinig
14 Tage 11 h

@N. G.
blödsinn schreiben sie!!! wer kinder nicht ernähren kann soll keine haben dürfen!!! so einfach kann das sein! staaten erfinden sonst auch für jeden blödsinn ein gesetz! wer sich nicht daran haltet wird sanktioniert!!!

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
14 Tage 8 h

Ja einen bestimmten Anteil an der Misere mit dem Kindersegen in Afrika hat auch die katholische Kirche, die weiterhin kein Fan von Verhütung ist. In Afrika wachsen die meisten Kinder leider ohne Vater auf was ihre Situation auch nicht gerade verbessert. Eine einfache Lösung gibts nicht. Bildung und Arbeitsplätze für Frauen sind langfristig das Einzige was den Trend umkehren könnte.

PuggaNagga
14 Tage 4 h

@N.G
Was glaubt ihr was bei uns los wäre wenn jeder Vater eine halbe Schulklasse füllen könnte?
Wie soll er 10 und mehr Kinder ernähren? So viel kann ein gewöhnlicher Angestellter nicht verdienen. Und Kindergeld ist auch keine Lösung, das wird von der Allgemeinheit finanziert.

Sag mal
Sag mal
Kinig
14 Tage 17 h

das verkraftet dieser Planet nicht mehr lange.

genau
genau
Kinig
14 Tage 10 h

Ja so sehe ich das auch!
Aber wir sollen aif Olastikstrohhalme verzichten oder die Weihnachtsbeleuchtung einschränken!🤦

Das ich nicht lache!😄

wellen
wellen
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

Im Tierreich zu beobachten: jede Spezies, die unverhältnismäßig anwächst, bricht dadurch in sich zusammen, indem sich Krankheiten ausbreiten, bis zum kompletten Aussterben det Spezies. Neue Viren springen in unserem Fall auf die viele Wirtstiere- Menschen leicht über. So haben sich neue Krankheiten seit den 2000er Jahren unverhältnismäßig schnell ausgebreitet und die nächste Pandemie kommt morgen. Stichwort Zoonosen, der Mensch dringt mit seiner unverantwortlichen Tierhaltung immer weiter in wilde Gegenden ein und machts dadurch den Viren leichter. Klimakrisr macht viele Gegenden der Erde unbewohnbar. Ergebnis: sinkende Lebenserwartung von 1 1/2 Jahren bei Covid gesehen, Migrationwellen mit entsprechenden Verteilungskämpfen.

Faktenchecker
14 Tage 12 h

Corona arbeitet noch daran.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

korrekt, sagte ich mehrmals in Zusammenhang mit corona in den letzten 2 jahren…. das ist die natürliche Selektion, der stärkere überlebt, so wie es seit jeher war und ist! Der mensch hat lediglich das moderne gesundheitssystem, was einen rapiden Anstieg der Bevölkerung bewirkte.. weniger tote durch mittlerweile relativ normale. krankheiten und ältere werdende Menschen

genau
genau
Kinig
14 Tage 10 h

Jede Spezies vermehrt sich nir im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Bei Menschen funktioniert das nicht mehr.
Der Einziger Organismus der sich ähnlich verhält sind Viren!

PuggaNagga
14 Tage 4 h

@Fakti
Hör auf.
Wir müssten alle schon gestorben sein wenn auch nur die Hälfte der Prophezeiung war geworden wäre..
Schon alleine deine eigene Panikmache bei Corona würde genügen damit wir alle weg sind.

ifassesnet
ifassesnet
Tratscher
14 Tage 12 h

Wir sine zu viele!
Besonders einige, die ich kenne 😉

genau
genau
Kinig
14 Tage 10 h

Ja!😄😄

Neumi
Neumi
Kinig
14 Tage 9 h

Du musst sie höflich bitten, ob sie nicht aufhören könnten zu existieren.

traktor
traktor
Kinig
14 Tage 11 h

es brauch dringend regulieringen für länder wo eltern nicht für ihre kinder sprgen können…

PuggaNagga
14 Tage 4 h

In Indien wird das schon gemacht. Nach dem zweiten Kind wird der Mutter empfohlen zu verhüten oder gleich eine Sterilisation durchzuführen.
Indien wird in Kürze das Land mit den meisten Einwohnern sein.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
14 Tage 3 h

@PuggaNagga…und in China ist die kommunistische Partei wegen der Überalterung der Gesellschaft von ihrer Jahrzehnte andauernden 1-Kind-Politik inzwischen abgerückt

PuggaNagga
14 Tage 2 h

@Rudolf
Nur weil es ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen gibt. Viele haben sich einen Sohn gewünscht und durch Abtreibung auch bekommen weil „Männer mehr Wert sein sollenl. Jetzt haben die den Salat und es gibt zu wenig Frauen für die ganzen Männer. Jeder Topf braucht einen Deckel.
Es gibt mittlerweile ganze Tauschbörsen von Männern. Nur die schönen, reichen und gebildeten jungen Männer bekommen eine Frau ab. Frauen werden gehandelt wie Gold. Die Frau hat die Qual der Wahl und sucht sich den idealen Mann. Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
13 Tage 9 h

@PuggaNagga…wenn das so😉 ist, bin in froh, dass ich nicht in China lebe…

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

8 Milliarden sein sicher schun a weile, man woas von sehr viele kinder in Afrika zb nix und a in die dschungel leben nach wie vor urvölker komplett abgeschottet…

PuggaNagga
14 Tage 4 h

Im Dschungel reguliert sich das Leben alleine!
Da hausen sicher keine 800 Millionen.

Neumi
Neumi
Kinig
14 Tage 11 h

Wahnsinn. Ich weiß noch, wie mir in der Schule 6 Milliarden beigebracht wurden, gewarnt wurde vor gut 10 Jahren davor, dass es bald 7 Milliarden sein würden.

In 100 Jahren hat sich die Anzahl vervierfacht.

PuggaNagga
14 Tage 4 h

Trotz Pandemie?
Ich dachte wir müssen alle sterben?
Bevor jemand sagt das ist den Maßnahmen zu verdanken dass es nicht schlimmer gekommen ist . Die Bevölkerung wächst am rasantesten in Afrika und Indien. Dort wo wenig bis keine Maßnahmen ergriffen wurden.

spitzname
spitzname
Grünschnabel
14 Tage 4 h

Warum hört man seit Jahrzehnten nichts mehr von Geburtenregelung, Verhütungsmitteln in den Ländern der sog. 3. Welt ? Das gehört kompromisslos an die Entwicklungshilfe gebunden! Die Katholische Kirche spielt hier ja keine Rolle mehr, aber diese patriarchalischen Stammesfürsten und Religionsführer sind in die Verantwortung zu nehmen! Zu uns kommen dann die Tomatenklaubersklaven und billigen Hausmeister, für den Erhalt dieser Familien ist dann die Allgemeinheit zuständig. Die Kinder sind arme Hascherlen und können einem Leid tun.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
14 Tage 43 Min

Und es werden weiterhin Kinder gezeugt und geboren; damit will der Mensch seinem sinnlosen Dasein einen Sinn geben. Und denkt dabei nicht, dass er der Sinnlosigkeit weiter Tür und Strasse ebnet.

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