30 Prozent klagen über regelmäßige Einschlafstörungen

Weltschlaftag: Hälfte der Österreicher hat Schlafprobleme

Donnerstag, 15. März 2018 | 15:50 Uhr

Die Menschen in Österreich schlafen pro Nacht im Schnitt sieben bis acht Stunden, die Hälfte leidet aber unter den Folgen eines nicht erholsamen Schlafs. Das ergab eine Studie der MedUni Wien zu den heimischen Schlafgewohnheiten. Außerdem bemerkenswert: Mehr Menschen halten tagsüber ein Nickerchen als noch vor zehn Jahren, und zwar sind das derzeit 38 Prozent.

Im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage befragte die MedUni Wien 1.000 Personen in ganz Österreich im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zu ihren Schlafgewohnheiten. Dabei zeigte sich, dass 38 Prozent der Befragten regelmäßig untertags ein Nickerchen halten. Bei einer ähnlich angelegten Umfrage im Jahr 2007 gaben nur 23 Prozent an, auch tagsüber zu schlummern, hieß es am Donnerstag.

Im Vergleich zum Jahr 2007 gibt es außerdem eine deutliche Zunahme an Schlafproblemen. So klagen 30 Prozent der Befragten über regelmäßige Einschlafstörungen, vor zehn Jahren waren es nur sechs Prozent.

“Von Einschlafstörungen sprechen wir, wenn man regelmäßig nachts länger als 30 Minuten zum Einschlafen braucht”, erklärte Studienleiter Stefan Seidel vom Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien/AKH Wien, der gemeinsam mit dem Neurologen Gerhard Klösch und der Epidemiologin Eva Schernhammer die Umfrage durchgeführt hat. Mit 51 Prozent ist die sogenannte Durchschlafstörung – wenn man nachts öfter grundlos aufwacht und sich herumwälzt – noch häufiger. Im Jahr 2007 kämpften noch 26 Prozent mit häufigem nächtlichen Aufwachen.

Die Ursachen dafür seien laut den Wissenschaftern ähnlich: “Meistens ist es eine innere Unruhe, die uns nicht schlafen lässt. Das bekannte Grübeln, Nicht-Runterkommen und Probleme wälzen ist die häufigste Ursache für Schlafstörungen”, sagte Seidel, “dann erst kommen andere seltenere Faktoren ins Spiel, wie Angst oder Schmerzen”.

Regelmäßig unausgeschlafen zu sein sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, hieß es von den Studienautoren. 50 Prozent der Betroffenen gaben an, tagsüber in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Neben Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit könne das auch körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Magen-Darm-Probleme hervorrufen.

Phasen der Müdigkeit tagsüber deuten aber nicht zwangsläufig auf einen krankhaften Zustand hin. So sorge der natürliche biologische Rhythmus z.B. für das “Nachmittagstief”.”Wenn man tagsüber aber plötzlich einen zwingenden Schlafdrang hat und sich sofort hinlegen muss oder wenn man in sozial problematischen Situationen einschläft, dann sollte man sich medizinisch untersuchen lassen”, rät Seidel.

Nur 16 Prozent der Menschen mit Schlafproblemen haben deswegen schon medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Oft helfen leichte Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, wie etwa Baldrian, oder auch Entspannungsübungen.

Von: apa