Auf Puerto Rico wütete der Hurrikan Maria

Wetterextreme trafen Entwicklungsländer besonders hart

Dienstag, 04. Dezember 2018 | 10:53 Uhr

Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre haben in den vergangenen 20 Jahren Entwicklungsländer besonders stark getroffen. Unter den zehn Ländern mit den größten Extremwetterschäden waren 2017 acht Entwicklungsländer, wie aus dem am Dienstag auf der UNO-Klimakonferenz in Katowice veröffentlichten Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch hervorgeht.

Puerto Rico, Honduras und Myanmar stehen an der Spitze, gefolgt von Haiti, den Philippinen, Nicaragua, Bangladesch, Pakistan, Vietnam und der Inselstaat Dominica. Deutschland liegt auf Platz 25 – und damit deutlich vor seinen Nachbarn Schweiz (41) und Österreich, das den 51. Platz einnimmt. Mit mehr als 11.500 Todesopfern und mehr als 375 Milliarden US-Dollar (331 Milliarden Euro) Schäden gehörten die Schäden 2017 – unter Berücksichtigung der von Land zu Land teils sehr unterschiedlichen Kaufkraft – nach Angaben von Germanwatch zu den verheerendsten der jüngeren Geschichte.

“Auch reiche Industriestaaten werden vom Klimawandel immer härter getroffen”, erklärte der Germanwatch-Experte David Eckstein. “Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft.” Durch die Rekord-Dürre und extreme Hitze in diesem Jahr sei im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten.

Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan Maria verwüstet. Mit fast 3.000 Toten traf es Puerto Rico so schwer, dass das Land in der Betrachtung der vergangenen 20 Jahre ganz nach oben rückte. Der Klima-Risiko-Index basiert auf der NatCatSERVICE-Datenbank des Rückversicherers Munich Re und auf Daten des Internationalen Währungsfonds.

In den vergangenen 20 Jahren gab es laut Analyse mehr als 11.500 Extremwetterereignisse. Dabei kamen mehr als 526.000 Menschen ums Leben. Die Sachschäden beliefen sich demnach ausgedrückt in sogenannten Kaufkraftparitäten auf 3,5 Billionen US-Dollar (3,1 Billionen Euro)

Die Verfasser betonen, dass die Daten keine “einfache Aussage” darüber erlauben, welcher Anteil der Wetterextreme direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Es sei auf diese Weise aber möglich, “ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten” gegenüber diesen Entwicklungen zu zeichnen.

Von: APA/dpa/ag.

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