Studie als Basis

WHO nutzt Erkenntnisse des Krankenhauses Sterzing für neue Leitlinien

Mittwoch, 05. Oktober 2022 | 13:02 Uhr

Sterzing – Im September 2022 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO neue Leitlinien für die Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Titel „Clinical management of Covid-19 – Living guidelines“. Als Basis dafür wurde unter anderem eine Studie des Krankenhauses Sterzing herangezogen.

Die neu formulierten Leitlinien der WHO sollen die weltweiten Gesundheitssysteme bei diagnostischen, therapeutischen und organisatorischen Entscheidungen unterstützen und so helfen, die Pandemie auf die beste Art und Weise zu bewältigen.

Die für die Leitlinien zuständige international besetzte Kommission hat die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse herangezogen, um auf deren Basis Entscheidungsanleitungen in den verschiedenen Bereichen zu formulieren – wie etwa für die Fachbereiche Wiederbelebung, Pneumologie, Neurologie und Rehabilitation.

Was den Abschnitt über kognitive Defizite im Zusammenhang mit Long-Covid betrifft, wurden weltweit nur vier wissenschaftliche Veröffentlichungen für die Aufnahme in die Leitlinien ausgewählt. Darunter eine wissenschaftliche Untersuchung, die im Krankenhaus Sterzing durchgeführt wurde.

Koordiniert wurde die Sterzinger Studie von Paola Ortelli, Neuropsychologin am Psychologischen Dienst in Brixen mit Arbeitsplatz Krankenhaus Sterzing, sowie Viviana Versace, Neurologin an der Abteilung Neurorehabilitation im Krankenhaus Sterzing und Leiterin des Labors für klinische und experimentelle Neurophysiologie.

Die Studie fußt auf einen Behandlungspfad der Abteilung Neurorehabilitation für Covid-19-Erkrankte, der bereits in den ersten Wochen der Pandemie von einem multidisziplinären Team in Sterzing unter der Leitung von Luca Sebastianelli, geschäftsführender Primar der Abteilung Neurorehabilitation am Krankenhaus Sterzing, sowie dem wissenschaftlichen Leiter, Leopold Saltuari, entwickelt wurde.

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Die Tatsache, dass die Erkenntnisse der Sterzinger Studie nun in die Leitlinien der WHO eingeflossen sind, ist sehr prestigeträchtig und zeigt den hohen Qualitätsstandard der Abteilung Neurorehabilitation in Sterzing im internationalen Vergleich. Gleichzeitig ist es ein Beleg für die Innovationskraft des gesamten Südtiroler Sanitätsbetriebes.

Von: mk

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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8 Kommentare auf "WHO nutzt Erkenntnisse des Krankenhauses Sterzing für neue Leitlinien"


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Superredner
1 Monat 27 Tage

In eine Leitlinie fließen IMMER und ausnahmslos ALLE wissenschaftlichen Studien ein! Alles Andere wäre eine Zensur… Eine Leitlinie nimmt auch keine Studien auf wie ein Vereinsmitglied, sondern zieht aus der Gesamtheit der Studien Schlüsse für Diagnostik und Behandlung.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 27 Tage

Es wurden, wie im Bericht erwähnt, genau 4 aufgenommenen!
Warum sollten alle aufgenommenen werden wenn manche nicht von wissenschaftlichem Belang sind und gewisse Kriterien nicht erfüllen!
Wovon sprichst du?

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 27 Tage

@N.G. Ich denke, er meint, dass sie sich alle angeschaut haben, was auch durchaus plausibel ist. Das “mit einfließen lassen” im Artikel lässt zu viel Spielraum für Interpretationen. Es wäre idiotisch anzunehmen, dass sie sich nur 4 angeschaut haben. Aus der Gesamtmenge wurden 4 rausgesucht, ja. Aber im Vorfeld wurde alles angeschaut.

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 27 Tage
N.G.: habe noch gestern auf deine Bemerkung geantwortet, sie ist aber im Cyberspace verloren gegangen(?)! Daher nochmals ein Versuch zur Einordnung: In diese Leitlinien sind ALLE wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema eingeflossen, die über Suchmaschinen auffindbar waren (insgesamt 540!). Zum Thema kognitive Störungen wurden 4 gefunden (darunter auch die genannte mit der Referenz Nummer 413), die aufzeigen, dass kognitive Defizite sich mit anderen neurologischen Defiziten, Fatigue und anderen psychischen Symptomen überlappen können. Das ist alles. Als kritischer Geist bitte ich Dich, Dir selbst ein Bild zu machen und die Aussagen einzuordnen. Google diese Leitlinie, auf S 113 findest Du diese… Weiterlesen »
Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 27 Tage

@Neumi: nicht nur im Vorfeld. Es werden korrekterweise alle wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema zitiert (540). Hier der Link zur genannten Leitlinie: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-2022.2

DontBeALooserBeASchmuser
1 Monat 26 Tage

Studien, welche Versagen und Korruption offenlegen würden, werden sicher nicht einfließen 😅

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 25 Tage
@DontBeALooserBeA….: es fließen ALLE publizierten Studien ein, unabhängig vom Ergebnis! In der Einleitung der Leitlinien findet sich in der Regel eine genaue Beschreibung der Methodik, einschließlich der genutzten elektronischen Suchmaschinen und der dort eingegebenen Schlüsselwörter. Damit kann jeder/jede nachvollziehen und selbst nachkontroll7eren, auf welcher Grundlage und nach welchen Kriterien es zur jeweiligen Empfehlung kommt. Insgesamt wurden in diese Leitlinie 540 Publikationen aufgenommen. Das sind damit alle, die bis zum Redaktionsschluss zu diesen Schlüsselwörter mit den angegebenen Suchmaschinen gefunden wurden. Die Empfehlungen basieren auf diesen Studien und können ebenfalls rückverfolgt werden. Im gegenständlichen Fall ist das, was im Artikel beschrieben wird,… Weiterlesen »
ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 27 Tage

Bravo an alle beteiligten Wissenschaftler! so soll es sein. Science wins ❤️

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