Wieder Ausfälle am Londoner Flughafen Gatwick

Wieder Flugbetrieb in Gatwick trotz Drohnensichtung

Freitag, 21. Dezember 2018 | 20:12 Uhr

Der Flugbetrieb am Londoner Flughafen Gatwick ist am Freitagabend nach kurzzeitiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Das teilte eine Airport-Sprecherin auf Anfrage mit. Es habe eine bestätigte Drohnensichtung gegeben, sagte sie. Die Maßnahmen des Militärs zur Abwehr von Drohnen seien aber ausreichend, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Erst in der Früh hatten nach rund 36 Stunden des Stillstands wieder Flugzeuge in Gatwick starten und landen können. Insgesamt rund 150.000 Passagiere waren von den Flugausfällen und Umleitungen seit Mittwochabend betroffen.

Am Donnerstag war der zweitgrößte Airport in Großbritannien fast den ganzen Tag stillgelegt. Dutzende Male wurden Drohnen gesichtet. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um Drohnen für den professionellen Gebrauch.

Die Polizei geht von einer gezielten Störaktion aus und hat bereits Personen im Visier, die zu den Vorfällen befragt werden sollen. Ob es sich dabei um Verdächtige oder mögliche Zeugen handelt, war zunächst unklar. Polizei und Militär hatten Technik am Flughafen installiert, mit der die Sicherheit gewährleistet werden sollte und die Drohnen abgewehrt werden können.

Die bisherigen Sperren hatten auch Auswirkungen auf den österreichischen Luftverkehr. Auf den Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck kam es zu Verspätungen bzw. Annullierungen von Flügen nach und von London-Gatwick.

Die Sicherheit sei inzwischen durch Abwehrmaßnahmen des Militärs gewährleistet, sagte Gatwick-Betriebsdirektor Chris Woodroofe der BBC am Freitag vor der erneuten kurzzeitigen Unterbrechung des Flugbetreibs. Zu welchen Mitteln die Armee dabei greift, dürfe er nicht preisgeben. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass es zu weiteren Störungen im Flugbetrieb kommt.

Laut Verkehrsminister Chris Grayling haben die Ermittler bei der Suche nach den Verursachern der Störaktion noch keine heiße Spur. “Die Polizei hat eine Reihe von Ermittlungssträngen und es gibt Spekulationen, es könne sich um einen Protest von Umweltschützern handeln, aber wir wissen es wirklich nicht”, sagte Grayling im BBC-Radio. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht. Trotzdem forderte er lange Haftstrafen für die Täter.

Von: APA/dpa