Noch immer zahlreiche Straßen gesperrt

Wieder große Neuschneemengen – Mann durch Dachlawine getötet

Montag, 14. Januar 2019 | 17:18 Uhr

Bei Neuschneemengen bis zu 100 Zentimetern in 24 Stunden hat sich die Lage in den Bergen am Montag teils wieder verschärft. Im Salzburger Flachgau stürzten vier Arbeiter beim Abschaufeln eines Daches mit den Schneemassen zu Boden, ein Mann starb. In Lech konnte das vierte Opfer einer tödlichen Lawine vom Sonntag weiterhin nicht geborgen werden. Am Dienstagnachmittag soll der Schneefall abklingen.

Im Bundesland Salzburg waren rund 17.000 Menschen wegen Straßensperren eingeschlossen. In Teilen des Landes stieg die Lawinengefahr auf die höchste Warnstufe 5. In Faistenau (Flachgau) stürzten vier Arbeiter rund sechs Meter mit einer Dachlawine ab, ein 47-Jähriger kam ums Leben. Ein Lawinenabgang im Salzburger Tourismusort Obertauern am Montag gegen 2.00 Uhr verlief glimpflich. Aus einem Steilhang hinter einem Hotel hatte sich laut Polizei eine Staublawine gelöst und mit ihren Ausläufern die Rückseite des Gebäudes erreicht. Es wurde niemand verletzt.

Schneefälle und starker Sturm verschärften die Lage. Noch unklar war, welche Schäden der Sturm in der Nacht angerichtet hat. Dieser fegte mit bis zu 160 km/h (bei der Rudolfshütte) über das Land. Dieses Ausmaß habe man eigentlich nicht erwartet, sagte Markus Kurcz, der Einsatzleiter des Landes, zur APA. Sechs Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten: Obertauern, Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach, dazu blieb auch Rauris weiter nicht erreichbar, wo alleine etwa 3.000 Einwohner und 2.000 Urlauber festsaßen. Mehr als 30 Schulen blieben im Land geschlossen. Am Vormittag waren laut Salzburg AG etwa 230 Kunden ohne Strom.

Nachdem in Teilen Tirols am Montag aufgrund der hohen Neuschneemengen die höchste Lawinenwarnstufe ausgegeben wurde, rechnen die Experten des Landes bereits ab Dienstag mit einem deutlichen Rückgang der Lawinengefahr. “Die spontane Lawinenaktivität wird deutlich zurückgehen”, meinte Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst.

Im Bundesland waren weiterhin etliche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. So etwa die bekannten Wintersportorte Ischgl und Galtür im Paznauntal, die hinteren Bereiche des Pitz- und Kaunertals sowie des Stubaitals, Sölden im Ötztal und einige Gemeinden im Unterland. Zahlreiche Bundes- und Landesstraßen blieben ebenso gesperrt wie die Arlbergbahnstrecke und der Fernpass. Zudem waren Stromausfälle zu verzeichnen. Am Vormittag waren mehr als 1.000 Haushalte in elf Gemeinden betroffen. Rund 50 Trafostationen fielen aus, gegen Mittag waren es noch 20.

Am Bürglkopf bei Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel) kam es laut Polizei mit einem Helikopter eines privaten Unternehmens zu einem “technischen Zwischenfall”, als dieser Bäume und Leitungen vom Schnee befreien wollte.Der Pilot konnte den Hubschrauber zwar noch kontrolliert landen, dieser wurde aber erheblich beschädigt. Alle Besatzungsmitglieder blieben laut Exekutive unverletzt.

In Vorarlberg wurde am Montag die höchste Lawinenwarnstufe 5 (sehr große Lawinengefahr) erreicht. Spontane Abgänge von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen seien zu erwarten, hieß es. Aufgrund der Lawinengefahr waren zahlreiche höher gelegene Straßenverbindungen gesperrt und damit mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Betroffen waren unter anderen die Arlberg-Orte Lech, Zürs und Stuben, aber auch im hinteren Bregenzerwald und im Montafon waren Ortschaften nicht erreichbar. Manche der Sperren – etwa am Arlberg – sollten bis mindestens Dienstag aufrecht bleiben. Die Suche nach jenem vermissten Tourengeher, der am Samstag in Lech von einer Lawine verschüttet worden sein dürfte, konnte auch am Montag aufgrund der Wetter- und Gefahrenlage nicht aufgenommen werden.

Die Lawinensituation in der nördlichen Steiermark blieb mit Warnstufe vier weiterhin angespannt, die Gefahr durch Lawinen war groß. Am Wochenende hatte neuerlich Schneefall eingesetzt und die Lage wieder zugespitzt. Der steirische Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) sprach vom “intensivsten Einsatz seit Tschernobyl”. Man hoffe, dass er bis Freitag beendet sei. In der Ramsau verschütteten Schneemassen die Dachsteinstraße und der Präbichl musste wieder gesperrt werden. Insgesamt waren Montagfrüh rund 580 Menschen in der Steiermark in ihren Orten eingeschneit.

Ein Busunfall auf winterlicher Fahrbahn ging am Montagvormittag auf der Ennstal Bundesstraße (B320) nahe Pruggern glimpflich aus. Der Lenker dürfte zu weit auf das Bankett geraten und abgerutscht sein. Der Flixbus – er war von Salzburg Richtung Graz unterwegs – stürzte rund zehn Meter eine Böschung hinunter und blieb seitlich liegen. Ein Dutzend Fahrgäste kam mit Blessuren davon, rund ein weiteres Dutzend blieb unverletzt.

In Niederösterreich wurde die Lawinengefahr auch am Montag in den Ybbstaler Alpen und in der Rax-Schneeberggruppe über der Waldgrenze als “groß” und damit mit Stufe 4 von 5 bewertet. In den übrigen Regionen wurde das Risiko als “erheblich” (Stufe 3) beurteilt.

Die Stromversorgung am Hochkar (Bezirk Scheibbs) wurde am Montagabend wiederhergestellt. Mitglieder des Bundesheeres und der Feuerwehr entfernten einen umgestürzten Baum aus einer Hochspannungsleitung, sagte der Göstlinger Bürgermeister Friedrich Fahrnberger (ÖVP). Vom Tal aus wirkten demnach Techniker der Wiener Netze an der Schadensbehebung mit. Die Aufhebung der Totalsperre für die Hochkar Alpenstraße, die seit Montagfrüh in Kraft ist, könne wohl frühestens am Dienstagnachmittag erfolgen, prognostizierte der Bürgermeister. Wegen Sturmgefahr geschlossen wurde das Skigebiet Gemeindealpe Mitterbach im Bezirk Lilienfeld. Am Wochenende war dort ein Teilbetrieb möglich gewesen.

In Oberösterreich blieb es auch am Montag bei Lawinenwarnstufe vier und die Situation angespannt. Der Schnee wurde in mittleren und tieferen Lagen immer schwerer, über 1.000 Feuerwehrmitglieder und Soldaten waren damit beschäftigt, Dächer abzuschaufeln, vor allem in Rosenau und Gosau. Die größeren Passstraßen – Pyhrnpass, Koppenpass und Hengstpass – blieben weiterhin wegen Lawinengefahr gesperrt, Hallstatt und Obertraun waren nur per Zug und Schiff erreichbar. In 23 Schulen im Land fiel der Unterricht aus, in mehreren Skigebieten standen teilweise die Lifte still – im Mühlviertel wegen gesperrter Zufahrtsstraßen. Dort fiel auch in manchen Orten der Linienverkehr des OÖ Verkehrsverbundes aus.

Von: apa

Kommentare

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28 Kommentare auf "Wieder große Neuschneemengen – Mann durch Dachlawine getötet"


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iundnitdu
iundnitdu
Grünschnabel
9 Tage 16 h

S schlimme isch, dass sich die Bergretter usw. weign selle Sochn nor a miesn in der extremen Gefohr bringen.

Tabernakel
9 Tage 12 h

Der Bergretter wird sich nicht in Gefahr begeben. Sonst hat er nichts gelernt. Eigensicherung geht immer vor.

m69
m69
Kinig
9 Tage 11 h

tabernakel@

es gibt leider zuviele Bergretter die im wahrsten Sinne “selbstlos” sind.
Es würde viel mehr Tote geben, wenn Sie nicht so arbeiten würden, ob das gut ist, ist eine andere Frage!

Bella Bionda
Bella Bionda
Tratscher
9 Tage 7 h

@Tabernakel

sehe ich auch so. und mein Beileid hält sich in Grenzen. Es heisst nicht umsonst: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Warum muss man da jetzt Skifahren gehen? Warum schaufelt man nicht die Dächer mit ab oder Strassen frei? Das ist auch sportlich…

Aurelius
Aurelius
Superredner
9 Tage 5 h

@Tabernakel
eigenschutz geht vor. aber oft gibt es Situationen, wo man entscheiden muss und da geht es um Leben oder Tod. so einfach ist es nicht

Staenkerer
8 Tage 21 h

@Tabernakel de bergrettung werd auf olle fälle olles drunsetzn um de vermistn zu suachn, de, oanmol geortet a zu rettn, a wenns schun am limit des mochborn isch!
i honn no nie gheart das se erst gor nit ausruckn weils zu gfährlich isch, also begebn sie sich, wie in der situation wo jederzeit lavinen obgien kennen, schun in gfohr wenn sie de sichern pisten verlossn müßen

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
8 Tage 20 h

@Tabernakel
Trotzdem kam es schon vor, dass Retter ihr Leben lassen mussten für die Dummheit der anderen.

Staenkerer
8 Tage 14 h

für mi sein de, de tog und nocht unterwegs sein um schadne zu verhindern oder einzugrenzn sowieso helden!
drum isch es doppelt zu verurteiln wenn ihnen no bewusst a gfähriliche, völlig unnötige zuasotzbürde aufgelostet werd!
i hoff das es ba der tragödie bleib, so viele trauernde familien reichen, und ondre aus der a lehre fürs jetzt und für de zukunft ziechn!

Staenkerer
9 Tage 17 h

ruhet sanft,!

warnungen, sperren, stopschilder, barieren, olles umsunscht wenn der wille und der hausverstond fahlt!

de retter sein ollm wieder zu bedauern, de sich wegn reinem egoismus der gefohr ausgsetzn müßn!

Knut
Knut
Grünschnabel
9 Tage 17 h

Wer sein eigenes Leben aufs Spiel setzen will, bitteschön! Aber beim Tourengehen gefährdet man bei einem Zwischenfall immer auch das Leben der Rettungsmannschaft!

sou ischs
sou ischs
Tratscher
9 Tage 8 h

i als vorgsetzto tat ihan vobiotn ba seana vohältnisse ausziruckn.
woi seimo denn…..wenn olla vobote missochtn wearn….ihnan pech. soffl gscheide muss a jedo sein

peterle
peterle
Superredner
9 Tage 7 h

Erklär einem Flachlandeuschen die Gebirgsituation im Winter. Der Tourist will im Urlaub Abwechslung und denkt dabei nur daran.

m69
m69
Kinig
9 Tage 7 h

peterle@

na dann hoffen wir das der besagtre Tourist, nicht das letzte mal diese Abwechslung bekommen hat, sonst ist es auch wurscht.

Ps. ein wenig Hausverstand sollte man natürlich vorasussetzen, unabhängig wo man sich befindet auf dieser Welt!

peterle
peterle
Superredner
9 Tage 4 h

@m69
Du kannst es daran messen wie dee Deutsche seine Urlaubsdestination verklagt. Da kommt unter Anderem vor dass das Wetter nicht wie auf den Bildern im Internet sind. Kann sein dass Klagen über zuviel Schnee kommen.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
8 Tage 20 h

@peterle
Solche Vollpfosten gibt es leider…Und MH2104…die Schwäbische Alb ist nicht flach. 😁
Schnee im Überfluss.

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
8 Tage 8 h

@Waltraud
Die waren aus Biberach an der Riss, da ist es flach.

MH2104
MH2104
Neuling
9 Tage 4 h

@peterle…wir deutschen sind alles flachländer und gaben keine ahnung. Habe gehört eine kreuzfahrt mit italienischem kapitän soll sicherer sein…

Staenkerer
8 Tage 21 h

stimmt so nit gonz, nur, wenn erwochsne,cegal ob bergerfahren oder flochländer, de schneemengen in steilem gelände sieht, bemerkt das überoll verbotstoflen stien, de dauerwarnungen in de medien heart, de bangen blicke der einheimischen wohr nimmt und oll des ignoriert, zweifelt man schun an deren verstand, egal wer de sein, woher de sein und wieviel erfahrung de hobn!

jack
jack
Superredner
8 Tage 20 h

wir haben bezahlt und da müssen wir rauf egal was es kostet.
und manche mit dem leben
hausverstand null.
pure arrogantz

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
8 Tage 19 h

Das ist vollkommen korrekt. Alles andere wäre reine Spekulation. 😀

Staenkerer
8 Tage 14 h

@jack ba de fahlt sowohl der respekt vor den bergen, vor der kroft der natur und vor der einschätzungsfähigkeit der einheimischen, dazua kimmt selbstüberschätzung, de sturheit “das steht auf unserem programm, das machen wir auch” und de standarteinstellung “mir passiert schon nix”!
wenn des olles zommkimmt konn des schun amoll schwar ins auge gien!

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
8 Tage 8 h

@MH2104
Die sind in eine der 10 steilsten Pisten der Welt, welche gesperrt war, eingefahren.
Das war höchst Verantwortungslos.

Supergscheider
Supergscheider
Tratscher
9 Tage 13 h

Warum um Gottes Willen kann man bei solchen Verhältnissen nicht Verzichten schon seinen Lieben zuliebe.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
8 Tage 20 h

Supergscheider
Weil das ICH für viele immer an erster Stelle stehen wird.

Guri
Guri
Tratscher
8 Tage 15 h

Jeden Einsatz selber zahlen machen , das einzige was hilft !

oli.
oli.
Universalgelehrter
8 Tage 5 h

Und abschieben nach Deutschland 🤔🤗

Knut
Knut
Grünschnabel
8 Tage 20 h

Wäre interessant zu wissen, wie das all die “Minus-Drücker” sehen! Fast scheint es mir so, dass die nur aus Langeweile und ohne überhaupt darüber nachzudenken ihre “Minus” anklicken.

Supergscheider
Supergscheider
Tratscher
8 Tage 6 h

Waltraud@ Hosch leider vollkommen Recht

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