Motiv für die Tat in Texas laut Behörden noch unklar

Wieder Massaker mit Schusswaffen in den USA

Freitag, 09. April 2021 | 11:22 Uhr

Kurz nach der Präsentation von Maßnahmen gegen die Schusswaffengewalt durch US-Präsident Joe Biden hat es in den Vereinigten Staaten einen erneuten schweren Vorfall dieser Art gegeben. In einer Möbelfabrik in Texas erschoss ein Angreifer am Donnerstag einen Menschen und verletzte mehrere weitere, wie die Polizei mitteilte. Zudem teilten Ermittler im Staat South Carolina mit, dass dort am Mittwoch ein früherer Profifootballer fünf Menschen erschossen habe.

Biden verurteilte die Schusswaffengewalt als “Seuche” und “Schandfleck” für das Land. Der Präsident stellte mehrere Verordnungen zur Eindämmung der Schusswaffengewalt vor. So sollen striktere Regeln für sogenannte Geisterwaffen erlassen werden, die von den Nutzern selber zusammengebaut werden können und keine Seriennummern haben. Neue Vorgaben sollen auch für aufgerüstete Pistolen gelten.

Biden rief zugleich den Kongress auf, per Gesetz weitergehende Maßnahmen zu ergreifen. Der Präsident verlangt unter anderem ein Verkaufsverbot für Sturmgewehre sowie umfassendere Hintergrund-Checks für Waffenkäufer.

Ob sich dafür im Kongress eine Mehrheit findet, ist allerdings höchst ungewiss. Bidens Demokraten verfügen dort nur über nur knappe Mehrheiten. Die mächtige Waffenlobby NRA hat im Kongress viele Verbündete, vor allem in den Reihen der oppositionellen Republikaner. In früheren Jahren waren immer wieder Initiativen zur Verschärfung des laxen US-Waffenrechts am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Kurz nach Bidens Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses feuerte ein Schütze in einem Werk zur Herstellung von Kästen in der osttexanischen Stadt Bryan um sich. Am Tatort fand die Polizei nach eigenen Angaben ein Todesopfer, mehrere Verletzte wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Täter wurde gefasst.

Die Motive des Verbrechens waren zunächst unklar. Der Schütze war den Behörden zufolge ein Angestellter der Fabrik. Er wurde nach kurzer Flucht festgenommen. Wie der örtliche Polizeichef Eric Buske mitteilte, schoss der Täter auf einen Polizisten und verletzte diesen. Die Verletzungen des Polizisten seien schwer, doch sei dessen Zustand “stabil”, erklärte das texanische Ministerium für öffentliche Sicherheit.

Am Tag zuvor hatte in der Stadt Rock Hill in South Carolina der frühere Profifootballer Phillip Adams fünf Menschen erschossen und anschließend Suizid begangen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei den Todesopfern um einen 70-jährigen Arzt, dessen 69-jährige Frau, deren beide Enkelkinder im Alter von fünf und neun Jahren sowie einen 38-jährigen Techniker für Kesselanlagen, der außerhalb des Hauses des Arztes und seiner Familie arbeitete.

Adams kehrte nach der Tat den Angaben zufolge in das Haus seiner Eltern zurück, wo er sich während einer Konfrontation mit der Polizei das Leben nahm. Die Motive auch dieses Blutbads waren zunächst unklar, wie der örtliche Polizeichef Kevin Tolson sagte.

Adams’ Vater sagte einem Lokalsender, er glaube, dass die Football-Karriere seinen Sohn “verkorkst” habe. Adams’ Profi-Laufbahn in den Jahren 2010 bis 2015 war von Verletzungen geprägt, darunter Gehirnerschütterungen.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits in den US-Staaten Kalifornien, Colorado und Georgia eine Reihe besonders schwerer Schusswaffenangriffe mit jeweils mehreren Toten gegeben. In Orange in Kalifornien erschoss vor einigen Tagen ein Mann in einem Bürogebäude vier Menschen, darunter ein neunjähriges Kind. In Colorado hatte Ende März ein Mann in einem Supermarkt zehn Menschen erschossen. Zuvor hatte ein Täter bei Schusswaffenangriffen auf drei Massagestudios in Georgia acht Menschen getötet, unter ihnen sechs Frauen asiatischer Herkunft.

Von: APA/AFP

Kommentare

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3 Kommentare auf "Wieder Massaker mit Schusswaffen in den USA"


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Peerion
Peerion
Tratscher
2 Tage 17 h

Es ist das gute Recht der US-Bürger Waffen besitzen und tragen zu wollen. Es ist aber Fluch und Segen zugleich.
In Israel hat die grossflächige Bewaffnung dazu geführt, dass Attentäter sehr schnell neutralisiert werden. Damit ging eine historische Reduzierung der Waffengewalt einher.
Aber in einem Land wie den USA die legalen Waffen einzuziehen, ohne Zugriff auf die unzähligen illegalen Waffen zu haben birgt ein enormes Risiko, das einer Beleuchtung und Analyse harrt.
So einfach ist die Sache nämlich nicht.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
2 Tage 14 h

Der Vergleich zwischen USA/Israel ist wiedermal so ein “Äpfel-Birnen-Vergleich”: Weil in Israel nicht so viele Waffen in privater Hand sind ( es gibt da sehr strenge Gesetze um eine Schusswaffe zu besitzen). Hierbei handelt es sich um Soldaten/Reservisten die ihre Dienstwaffe auch ausserhalb der Dienstzeit bei sich haben. Und nachdem es sich um Leute der Sicherheitskräfte handelt dürften da schon mal keine “Spinner/Verrückte” darunter sein 😉

DontbealooserbeaSchmuser
1 Tag 11 h

In Israel herrscht Wehrpflicht, für Männer und für Frauen.
Also ist jeder Reservist. Und genau, Militärdienst ist sehr förderlich für die mentale Gesundheit 🤦🏼‍♀️

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