Der Wolf wurde in der Nacht auf Montag abeschossen (Symbolbild)

Wolf verordnungskonform im Kärntner Gailtal abgeschossen

Dienstag, 15. November 2022 | 17:26 Uhr

Eine Wölfin ist in der Nacht auf Montag im Kärntner Gailtal abgeschossen worden. Seit vier Wochen hatte dort eine Abschussmöglichkeit gemäß der Kärntner Wolfsverordnung bestanden, teilte der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP) am Dienstag in einer Aussendung mit. Es ist der erste Abschuss gemäß der Kärntner Wolfsverordnung, die die Jagd auf die geschützten Tiere ermöglicht, wenn sie viele Nutztiere reißen oder sich wiederholt in besiedeltes Gebiet vorwagen.

Der Abschuss durch einen Jäger wurde, so wie es die Verordnung vorsieht, innerhalb von 24 Stunden an das Land Kärnten gemeldet. Der Wolfsbeauftragte des Landes begutachtete die Umstände und bestätigte, dass die Wölfin innerhalb des laut Verordnung erlaubten Radius getötet wurde. Erst vor zwei Wochen waren im Gailtal in einer Nacht mehr als 20 Schafe gerissen worden. Ob durch die nun getötete Wölfin, war vorerst unklar, DNA-Proben wurden genommen. Laut Gruber wurden heuer bereits rund 400 Nutztierrisse in Kärnten verzeichnet, etwa 30 Mal wurden Wölfe im Siedlungsbereich in Kärnten gesichtet, beziehungsweise vergrämt.

In der Kärntner Wolfsverordnung, die Anfang des Jahres präsentiert wurde, ist von “Schadwölfen” und “Risikowölfen” die Rede. Ein Schadwolf ist ein Tier, das in einem Monat nachweislich 20 (oder in drei Monaten 35) Nutztiere auf einer Alm tötet oder verletzt. Risikowölfe sind solche, die sich wiederholt in Siedlungen vorwagen. Wenn versucht wird, so einen Wolf zu vergrämen (etwa mit einem Warnschuss) und er sich dennoch wieder im besiedelten Gebiet blicken lässt, darf er geschossen werden. Es gilt ein Radius von zehn Kilometern rund um den Sichtungsort.

Für Gruber beweise der Abschuss, dass mit Hilfe der Verordnung “Mensch und Tier vor Problemwölfen geschützt werden können”. Und er nahm schon einmal prophylaktisch die beteiligten Jäger in Schutz: “Ich danke der Jägerschaft für ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Verordnung und stelle mich schützend vor jeden, der dafür angegriffen wird.”

Die Naturschutzorganisation WWF zeigt sich erschüttert über den Abschuss einer Wölfin in Kärnten. “Heute ist ein schwarzer Tag im österreichischen Naturschutz. Der Wolf ist aus gutem Grund eine europarechtlich streng geschützte Art”, sagte Christian Pichler, vom WWF Österreich. Die Abschuss-Erlaubnis durch das Land Kärnten sei ein Armutszeugnis und zeigt die fehlende Bereitschaft der Politik, fachgerechte Lösungen wie Herdenschutz zu unterstützen. Zudem widerspreche die Verordnung, auf der die Abschusserlaubnis beruht, sowohl dem europäischen Recht als auch dem bundesweiten Managementplan.

Von: apa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Wolf verordnungskonform im Kärntner Gailtal abgeschossen"


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Superredner
18 Tage 7 h

Was in dieser Agenturmeldung nicht ganz klar wird: Nach welchen Kriterien war die geschossene Wölfin schädlich bzw. riskant? Die erwähnten Risse sind ihr ja anscheinend nicht zuordenbar, war es also ein Individuum, das sich stetig Siedlungen näherte?

Doolin
Doolin
Kinig
18 Tage 7 h

…im Gailtal isch es geil…da bleibt der Wolf net heil…

wos woas i
wos woas i
Grünschnabel
18 Tage 2 h

Jeder wolf isch uaner zu viel in an so dichtbesideltn Gebiet wie ba ins do

bern
bern
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

Bravo, gut gemacht.
In Schweden gibt es ein Schutzgebiet für die Rentierzüchter. Dort werden alle Wölfe abgeschossen. Ein solches Schutzgebiet brauchen wir für den gesamten Alpenbogen. Alle Wölfe raus aus den Almgebieten.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

bern, nix komma null hast kapiert.

Honor
Honor
Grünschnabel
18 Tage 6 h

wenn i schun lai WWF lesn tua kriag i in durchfoll !!

info
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Superredner
18 Tage 5 h

DAS ist ja endlich mal ein sachliches Argument.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

Endlich. Weg mit dem Getier, das dem Menschen Schaden zufügt.

xXx
xXx
Kinig
18 Tage 1 h

Den größten Schaden fügt der Mensch sich immer noch selber und gegenseitig zu und zwar mit seeeehr großem Abstand.

tom
tom
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

wo steht was von Hunden geschrieben, oder hab ich was überlesen?
oder schon die Hundeattacken auf Kinder vom Frühjahr vergessen?

PhilGrill
PhilGrill
Grünschnabel
18 Tage 5 h

Einfach nur mehr krank die ganze Panikmache

prontielefonti
prontielefonti
Superredner
18 Tage 6 h

Bravo!

der.schon.wieder
der.schon.wieder
Grünschnabel
18 Tage 4 h

Na,
da werd ich heut noch a Flascherl guten Roten aufmachen.

montechristo
montechristo
Grünschnabel
18 Tage 1 h

Kein Tag ohne Wolfsbotschaft. Ich kann das wirklich nicht mehr hören wie da gehetzt wird. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an Bienenstichen wie an Wolfsattacken. Da schreit keiner. In Europa gab es bislang fast keine Unfälle. Es würde doch genügen Wölfe zu entnehmen die auffällig sind was andere Länder auch tun.. dafür braucht es keine Propaganda sondern Entscheider die Eier in der Hose haben. Je weniger in den Medien steht umso besser. Nein.. wir schreien, alle schaun hin und es ändert sich doch nichts…

Gamskrucke
Gamskrucke
Neuling
17 Tage 17 h

Eine Schande, schode um des schiene Viech

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