Entwicklungs- und Schwellenländer stehen vor doppelter Herausforderung

WWF befürchtet Verschärfung der globalen Wasserkrise

Dienstag, 21. März 2017 | 11:56 Uhr

Der WWF warnt vor einer Verschärfung der globalen Wasserkrise. Die Lage werde sich bis zum Jahr 2030 durch den Klimawandel sowie das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum weiter zuspitzen. Entwicklungs- und Schwellenländer stehen vor einer doppelten Herausforderung, aber auch Regionen in Europa und den USA sind betroffen, heißt es in einer WWF-Analyse anlässlich des Weltwassertags am 22. März.

“Die Süßwasserressourcen werden in Zukunft am stärksten in Gebieten beansprucht, in denen die Bevölkerung ansteigt, die Wirtschaft boomt und der Klimawandel besonders heftig zuschlägt. Dies kann ganze Regionen destabilisieren”, warnte Philip Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland. Dürren oder eine unzureichende Wasserversorgung stehen oft am Anfang von Konflikten und Fluchtbewegungen, betonte die Naturschutzorganisation am Dienstag in einer Aussendung.

Vor allem in Afrika, dem Nahen Osten, Nordchina und auf dem indischen Subkontinent sind die Wasserressourcen in vielen Gebieten jetzt schon übernutzt. Ohne Gegenmaßnahmen wird es laut WWF zu verheerenden Folgen für Mensch und Natur kommen. Auch einige Regionen in Industrienationen weisen in der Analyse die höchste Risikostufe auf. Dazu zählen Südspanien, Teile der USA oder Australiens. In den vergangenen 100 Jahren sind weltweit bereits mehr als 50 Prozent der Feuchtgebiete verschwunden, warnte die NGO.

1,8 Milliarden Menschen fehlt es an sauberem Trinkwasser, betonte auch die Austrian Development Agency (ADA) in einer Aussendung. “Fehlende Sanitäranlagen und nicht gereinigtes Abwasser führen in vielen Regionen dazu, dass auch das Trinkwasser verschmutzt ist”, erläuterte Martin Ledolter, Geschäftsführer der heimischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit.

Die ADA habe daher im Vorjahr mit rund 21 Millionen Euro nicht nur die Versorgung mit Trinkwasser, sondern auch die Entsorgung von Abwasser und den Bau von Sanitäranlagen gefördert. 10.000 Menschen bekommen etwa in Kamashi – im äthiopischen Grenzgebiet zum Sudan – durch Finanzierung der ADA und die Arbeit des Roten Kreuzes sauberes Trinkwasser und Latrinen. Nur 16 Prozent der dort ansässigen Bevölkerung haben aktuell Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Von: apa