Xi Jinping sprach von einem Wendepunkt

Xi sieht Coronavirus in Hubei “im Wesentlichen eingedämmt”

Dienstag, 10. März 2020 | 18:40 Uhr

Während sich das Coronavirus in Europa weiter ausbreitet, ist China nach eigenen Angaben ein Wendepunkt gelungen. In Hubei sei die Epidemie “im Wesentlichen eingedämmt”, sagte Chinas Staatschef Xi Jinping am Dienstag in Wuhan. Weltweit gab es nach Zählung der Johns Hopkins University mittlerweile 115.965 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, 4.087 Menschen sind daran gestorben.

Xi sagte, es gebe “Anfangserfolge” bei der Stabilisierung der Lage in der besonders stark betroffenen Provinz Hubei und deren Hauptstadt Wuhan. Damit habe sich im Kampf gegen die Epidemie das “Blatt gewendet”. In der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan war das Coronavirus im Dezember erstmals bei Menschen aufgetreten. Seitdem wurden in Festlandchina mehr als 80.700 Infektionen sowie mehr als 3.100 Todesfälle registriert.

Seit einigen Tagen geht die Zahl der Neuinfektionen in China deutlich zurück. Am Dienstag gab es nach Behördenangaben nur 17 Neuansteckungen in Wuhan – dies war die niedrigste Zahl seit Beginn der Veröffentlichung der täglichen Neuinfektionen in China am 21. Jänner. Zwei weitere neue Fälle wurden aus anderen Gebieten gemeldet.

Die Behörden hatten Ende Jänner wegen der Epidemie ganz Hubei mit seinen rund 56 Millionen Einwohnern unter Quarantäne gestellt. Am Dienstag verkündeten sie eine Lockerung der Restriktionen: Gesunde Menschen dürfen demnach nun innerhalb der zentralchinesischen Provinz wieder reisen.

Angesichts der Zunahme an Krankheitsfällen in Europa forderte EU-Ratspräsident Charles Michel ein gemeinsames Handeln. Vor einer Videokonferenz mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten erklärte er am Dienstag in Brüssel: “Unsere Aufgabe ist es, einen koordinierten Ansatz der EU zu stärken.” Man stehe zu all jenen, die von Covid-19 betroffen seien. Bei der Videokonferenz wird Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die am Dienstag ergriffenen Maßnahmen erläutern.

Italien hat die Sperren und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die bisher für Norditalien galten, auf das ganze Land ausgeweitet. Die Zahl der Coronavirus-Toten in stieg weiter rasant und liegt nun bei 631.

Gefängnisinsassen setzten ihre Revolte fort. Bei heftigen Protesten in der Strafanstalt der mittelitalienischen Stadt Rieti nördlich von Rom plünderten einige Sträflinge die Krankenabteilung des Gefängnisses und nahmen Medikamente, vermutlich Methadon, ein. Drei Personen starben an einer Überdosis, fünf weitere landeten ins Spital.

Der Vatikan hat zum Schutz vor der Coronavirus-Welle am Dienstag den Petersplatz in Rom für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Schließung gelte zunächst bis 3. April. Die ungarische Notenbank (MNB) hat mit der Desinfizierung von Banknoten begonnen. Nach Südkorea und China sei diese Maßnahme erstmals auch in Europa getroffen worden.

Tschechien schließt alle Schulen und untersagt Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern. Das teilte Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats in Prag mit. Das Verbot gilt für kulturelle, sportliche und religiöse Veranstaltungen sowie Messen und Märkte. Ab Mittwoch wird der Lehrbetrieb an allen Schulen eingestellt. Die Maßnahme gilt vorerst unbefristet. Weiter geöffnet bleiben dürfen indes Kindergärten und Kitas.

Polen sagte alle Großveranstaltungen ebenfalls ab. Es sei besser, rechtzeitig vorzubeugen, als hinterher mit den Folgen einer Epidemie zu kämpfen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Dienstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Warschau.

Von: APA/ag.