75.961 Positiv-Tests binnen 24 Stunden

Zahl der Coronatoten in Deutschland stieg auf über 100.000

Donnerstag, 25. November 2021 | 05:36 Uhr

Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Deutschland hat die Schwelle von 100.000 überschritten. Das geht aus Zahlen von Donnerstagfrüh hervor, die den Stand des Dashboards des Robert Koch-Instituts (RKI) von 03.47 Uhr wiedergeben. Demnach meldeten die Gesundheitsämter dem RKI jüngst 351 Todesfälle binnen 24 Stunden, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 100.119.

Die meisten Corona-Toten gab es laut RKI im vergangenen Winter mit teils mehr als 1.000 pro Tag gemeldeten Fällen. Momentan sind die Sterbezahlen wesentlich niedriger, obwohl es deutlich mehr Infektionen gibt. Am Donnerstag erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz einen Höchststand von 419,7. Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Corona-Neuinfektionen überschritt erstmals die Schwelle von 70.000. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben 75.961 Fälle in 24 Stunden. Dass jetzt weniger Infizierte sterben, liegt auch daran, dass große Teile der Bevölkerung geimpft sind – insbesondere bei älteren Menschen, die anfälliger für schwere Verläufe sind.

So sei der Anteil der Infizierten, die intensivmedizinisch behandelt werden, von sechs Prozent in der ersten Welle auf nun 0,8 Prozent gesunken, sagte Reinhard Busse von der TU Berlin kürzlich. Unter den Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung bekommen, liegt die Sterblichkeit laut Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, bei 30 bis 50 Prozent.

Um die Zahl der Corona-Toten aber dauerhaft niedrig zu halten, müssten deutlich mehr Menschen in Deutschland geimpft sein. Sollte es da keinen Fortschritt geben, müsse sich Deutschland auf mindestens 100.000 weitere Corona-Tote vorbereiten, “bevor sich das Fahrwasser beruhigt”, sagte kürzlich der Berliner Virologe Christian Drosten. “Das ist eine konservative Schätzung.” Er leitet die Zahl durch vergleichende Überlegungen mit Großbritannien her.

Laut RKI gehen in die Statistik Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Corona-Nachweis vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Erfasst werden demnach sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind, als auch Infizierte mit Vorerkrankungen, bei denen sich nicht abschließend die Todesursache bestimmen lässt.

Im Vergleich zu einigen anderen Industrienationen steht Deutschland noch vergleichsweise gut da, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorgeht. Deutlich mehr Tote pro 100.000 Einwohner sind es in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien. Fast doppelt so viele Corona-Tote pro 100 000 Einwohner wie Deutschland verzeichnen die USA, mehr als drei Mal so viele sind es in Bulgarien. Dagegen gibt es in Dänemark bisher weniger als halb so viele Corona-Tote pro 100.000 Einwohner wie in Deutschland. Allerdings ist zu beachten, dass die Zahlen wegen unterschiedlicher Meldesysteme nur bedingt Vergleiche zulassen.

Wie sieht es mit der Gesamtzahl der Toten in Deutschland aus? Ab Mitte Oktober 2020 wuchs die Differenz der Sterbefallzahlen laut Statistischem Bundesamt zum mittleren Wert der Vorjahre – parallel zur steigenden Zahl laborbestätigter Covid-19-Fälle. Im Dezember lag die Zahl der Gestorbenen dann 32 Prozent über dem mittleren Wert der Vorjahre. Anfang 2021 gingen sie langsam wieder zurück.

Ab September stiegen die Sterbefallzahlen wieder an. In der ersten Novemberhälfte 2021 lagen die Sterbefallzahlen einer Hochrechnung zufolge 16 bis 17 Prozent über dem Mittel. “Die gemeldeten Covid-19-Todesfallzahlen erklären diese Entwicklung nur zum Teil”, schränken die Statistiker aber ein. Grundsätzlich schwanken die Sterbefallzahlen stark, so können etwa starke Grippewellen oder Hitzewellen im Sommer das Geschehen erheblich beeinflussen.

Laut einer Statistik des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock starben in der letzten Oktober-Woche diesen Jahres rund 20 000 Menschen, dies waren etwa 3000 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019. In der letzten Dezemberwoche 2020 betrug die Differenz sogar rund 8.000. Die Gesamtzahl der Menschen, die 2020 in der Übersterblichkeit gegenüber der Jahre 2010 bis 2019 erfasst wurden, gab MPI-Forscher Dmitri Jdanov mit 77.000 an. Zum Vergleich: Das RKI gab Ende 2020 die Zahl der Corona-Toten mit rund 33.000 an.

Von: APA/dpa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Zahl der Coronatoten in Deutschland stieg auf über 100.000"


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Tigre.di.montana
8 Tage 7 h

“Corona gibt’s ja nicht…”, “nicht schlimmer als ein Schnupfen…”

Faktenchecker
8 Tage 2 h

Und Israel hat Corona besiegt…

“+++ 11:30 “Zu früh und zu schnell”: Israel fürchtet nächste Welle +++
Israel steht nach Einschätzung des nationalen Corona-Beauftragten Salman Sarka am Beginn einer neuen Infektionswelle. “

AwiaSenfDrau
AwiaSenfDrau
Grünschnabel
8 Tage 2 h

@faktenchecker, lossmo Israel amo af seit, es gib an ondos Lond wosses wesentlich bessa mocht, la hert man fa sem nicht weils af do ondon seit der welt lieg. na et china, Japan, obwohl sem 2 “olympias” stottgfundn hom, san di zohln mittloweil fost af 0..

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

@Faktenchecker Israel hatte ca. 10 September mehr als 15000 Neuinfektionen täglich und jetzt keine 500. Warum? Weil das Virus in den Libanon umgezogen ist?

Offline1
Offline1
Superredner
7 Tage 23 h

@N. G…so ein Schmarrn. Mehrere renomierte internationale Nachrichtenagenturen melden, dass Israel vor einer FÜNFTEN !! Welle zittert.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
7 Tage 21 h

@Offline1 Nach 20 Jahren Erfahrung in diversen Foren, kennt man einfach solche Leute wie dich. Vor 19,5 Jahren hab ich aufgehört mich darüber zu ärgern.

Frank
Frank
Superredner
7 Tage 21 h

@N. G. Die Zahlen sind das Eine und eine Momentaufnahme. Allerdings, die Warnung vor einer in Kürze bevorstehenden 5. Welle stammt vom israelischen Pandemie Beauftragten, Salmans Sarka.
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-donnerstag-271.html#Israel-fuerchtet-fuenfte-Corona-Welle
Sicher auch vor dem Hintergrund, daß jetzt in Südafrika eine neue Virusvariante aufgetaucht ist, die sich dort stetig ausbreitet.
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-donnerstag-271.html#Neue-Virusvariante-in-Suedafrika-entdeckt

Offline1
Offline1
Superredner
7 Tage 19 h

@N. G….na dann, erzähl mal….

Offline1
Offline1
Superredner
7 Tage 19 h

@N. G….weder die gut 53.000 👍noch die mehr als 63.000 !! 👎sind allein von mir. Wie kann das sein ? Anscheinend “kennen” dich auch Einige 😉. Ich weiß, dass ich auch mit deutlich über 60 Jahren auch “vom Dümmsten noch Etwas lernen kann” (Zitat vom Vater des “Indianers” Lorenz K. aus Prad)….

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Tratscher
8 Tage 1 h

Die Deutschen waren letztes Jahr besser dran. Meinten sie nicht hochmütig, dass ihnen sowas wie in Italien nicht passieren könnte?

Frank
Frank
Superredner
7 Tage 21 h

Nein, meinten sie nicht. Sie meinten, wenn nichts unternommen wird und Alle leichtfertig mit der Pandemie umgehen, könnte es Zustände wie zu Beginn der Pandemie in Italien geben. Zwischen dieser Warnung und Deiner, sagen wir mal, Vermutung, gibt es schon einen Unterschied.
Und wenn ein User hier tatsächlich so etwas geäußert hat (hat er auch), waren es nicht “die Deutschen”, sondern ein in Bayern geduldeter Südtiroler.

The secret garden
The secret garden
Grünschnabel
7 Tage 18 h

@Frank, als in Südtirol geduldeter Piefke 😉 weiß ich, dass die große Mehrheit der Deutschen mit den Italienern mitgefühlt hat, als die Lombardei durch die erste Welle so hart getroffen wurde.

WeHaveAProblem meint wahrscheinlich einige Politiker und da hat er Recht. Ich weiß noch genau, wie CDU/CSU-Politiker aus Bayern und Sachsen in Talkshows saßen und verächtlich sagten, dass sie keine “italienischen” Verhältnisse wollten. Das hat mich damals sehr gestört.

Paradoxerweise sind Bayern und Sachsen jetzt am stärksten betroffen. Jetzt würden sich diese Politiker wahrscheinlich doch italienische Verhältnisse wünschen.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
8 Tage 17 Min

Hallo nach Südtirol,

seit Mittwoch muss jeder Arbeitnehmer mit stationärem Arbeitsplatz vor Betreten der Arbeitsstätte einen Negativtest beibringen wenn er nicht den Heiligenschein nach 2 G hat.Und zwar täglich, nicht alle 48 h.

Wer viel testet findet viel und dazu eine Masse an “Falsch-Positiven”.
Dazu fällt bis zu 50 % des Infektionsgeschehens auf Kinder/Jugendliche.

So sind die Zahlen einzuordnen.
Zudem war es zuletzt politischer Wille jedem 2G-Inhaber im Prinzip Narrenfreiheit zu gewähren und ihnen ihren Spass zu lassen “um die Impfbereitschaft zu erhöhen”

60-70000 Zuschauer bei Fussballspielen, dazu die Geschlechtskrankheitentauschbörse namens Karnevalsauftakt im Rheinland, da kommt was zusammen.

Gruss aus D

Offline1
Offline1
Superredner
7 Tage 20 h

Ich hätte da vielleicht die Lösung….

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