New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern

Zahl der Covid-19-Toten in USA auf über 1.000 gestiegen

Donnerstag, 26. März 2020 | 13:42 Uhr

In den USA hat die Zahl der durch das Coronavirus ums Leben gekommenen Menschen am Mittwoch die Marke von 1.000 überschritten. Das geht aus Daten der Johns Hopkins-Universität hervor. Demnach starben in den Staaten mittlerweile mehr als 1.030 Menschen an Covid-19. Mehr als 68.500 Infizierte wurden bestätigt. Nur China und Italien haben bisher mehr Infizierte registriert.

New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern – hier wurden allein 280 Tote gezählt. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadway-Shows sind geschlossen.

Angesichts der ansteigenden Totenzahlen hat die Millionenmetropole eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weißen Zelte wurden außerhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten und lokale Medien übereinstimmend berichteten. Die Internetseite “Politico” berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt unterdessen eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem “ständigen Tsunami” schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag dem Sender BBC Radio 4.

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten “massiv” ausgebaut hätten, gebe es nun eine “Explosion” der Zahl schwerkranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei “30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent”, sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei “beispiellos”.

Nach Angaben vom Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich bisher 9.529 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 463 Infizierte starben. Vorige Woche kündigte die Regierung die Einrichtung eines provisorischen Krankenhauses mit 4.000 Betten in einem Londoner Konferenzzentrum an.

Das britische Parlament verabschiedete am Mittwoch ein Notstandsgesetz zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Es gibt den Gesundheitsbehörden, der Polizei sowie dem Grenzschutz zusätzliche Vollmachten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Im von der Coronavirus-Pandemie stark betroffenen Iran sind nach offiziellen Angaben 157 neue Todesfälle registriert worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 2.234, wie der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, am Donnerstag sagte. Binnen 24 Stunden seien zudem 2.389 neue Infektionsfälle bestätigt worden. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf 29.406.

Die iranische Regierung verhängte am Donnerstag weitere strikte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Demnach sind ab sofort alle Inlandsreisen sowie offizielle und inoffizielle Versammlungen verboten.

Im Irak wurde die wegen der Pandemie verhängte landesweite Ausgangssperre verlängert. Die Beschränkung gelte noch bis zum 11. April, teilte die irakische Regierung am Donnerstag mit. Nach Behördenangaben haben sich bisher fast 350 Menschen im Irak mit dem Virus infiziert, mindestens 29 Infizierte starben.

Mit weiteren Ausgangsbeschränkungen ist in Lateinamerika der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verstärkt worden. Wie zuvor andere Länder verhängten Bolivien und Kolumbien am Mittwoch landesweite Ausgangssperren. In Bolivien gilt die Maßnahme bis zum 15. April, wie Interimspräsidentin Jeanine Anez mitteilte. Sie rief den Gesundheitsnotstand aus und ordnete die Schließung der Landesgrenzen an.

In China steigt unterdessen die Zahl der aus dem Ausland eingeschleppten Coronavirus-Fälle weiter an, wie die Nationale Gesundheitskommission am Donnerstag mitteilte. Alle dortigen 67 Neuinfektionen gingen demnach auf Menschen zurück, die aus dem Ausland eingereist sind. Am Vortag waren 47 neue eingeschleppte Fälle bekanntgegeben worden.

Die Zahl der Infektionen in China stieg damit nach Angaben der Behörden auf 81.285, die Zahl der Todesfälle legte um sechs auf 3.287 zu.

Von: APA/dpa

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5 Kommentare auf "Zahl der Covid-19-Toten in USA auf über 1.000 gestiegen"


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lottchen
lottchen
Tratscher
2 Tage 19 h
so viel geld kann trump gar nicht in die hand nehmen… großteils der amerikaner haben nicht mal eine krankenversicherung und eine behandlung im krankenhaus geht ganzschnell in die 10.000de euro😟 was helfen da 1000$ für jeden bürger?? nichts..😥 wenn es bei uns auch gerade sehr schwierig ist in dieser ganzen situation, haben wir zumindest die möglichkeit jeder zeit ins krankenhaus zu gehen.. JEDER UND DAS GANZE JAHR!!! und trotzdem ärgern sich hier die leute wenn sie nur ein paar euro tiket bezahlen müssen😤🙄 nur ein beispiel dazu… um die 3500€ kostet eine geburt im krankenhaus hier..( pfleger, ärzte,putzpersonal,essen,infrastruktur… alles einberechnet)… Weiterlesen »
Don Bass
Don Bass
Tratscher
2 Tage 16 h

Durch den ausgerufenen nationalen Notstand werden auch unversicherte versorgt.

Marisa
Marisa
Tratscher
2 Tage 16 h

@Don Bass
Fragt sich bloß wie sie versorgt werden. Da gibt es gewaltige Unterschiede bei der versorgung, ist leider so.

Don Bass
Don Bass
Tratscher
2 Tage 11 h

@Marisa das ist überall so. Bei uns in den Privatkliniken wird man auch anders behandelt als im “gewöhnlichen” Spital.
In DE sind gesetzlich versicherte Patienten auch nur zweite Klasse, bei Privatpatienten wird das Geld gemacht.

Am Ende reichen die Kapazitäten weder in Amerika noch bei uns!

Marisa
Marisa
Tratscher
2 Tage 20 h

Ich denke die USA wird es auch schwer treffen, gerade in den Großstädten wird die medizinische Versorgung total zusammenbrechen. Das Gesundheitssystem in den USA ist ja nicht gerade das Beste leider ist es oft so wer arm ist wird wesentlich schlechter versorgt.

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