Die Rettungsarbeiten sind voll angelaufen

Zahl der Toten nach Erdbeben in China auf 19 gestiegen

Mittwoch, 09. August 2017 | 16:50 Uhr

Nach dem schweren Erdbeben in Südwestchina ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf 19 gestiegen. Darunter seien acht Touristen, teilte die Provinzregierung von Sichuan am Mittwoch mit. Mindestens 247 Menschen seien zudem verletzt worden. Im Außenministerium in Wien lagen zunächst keine Informationen vor, wonach Österreicher betroffen sein könnten.

Das Beben der Stärke 7,0 traf am Dienstagabend eine dünn besiedelte Bergregion in der Nähe eines beliebten Naturschutzgebiets. Mittlerweile wurden von den Behörden rund 60.000 Menschen.

Wenige Stunden nach den Erdstößen bebte am Mittwoch in der Früh auch mehr als 2000 Kilometer entfernt in der nordwestchinesischen Region Xinjiang die Erde. Die Behörden sprachen von einer Stärke von 6,6. Das Epizentrum lag demnach rund 100 Kilometer vor der Grenze zu Kasachstan. Medienberichten zufolge gab es 32 Verletzte.

In Sichuan waren mehr als 1.200 Helfer und vier Hubschrauber im Einsatz. Außer seien Hunderte Soldaten und medizinisches Personal ins Erdbebengebiet entsandt worden, hieß es. Bilder in den sozialen Netzwerken und in den staatlichen Medien zeigten aufgerissene Bergstraßen, zerstörte Häuser sowie gigantische Erdrutsche, die sich Schneisen durch die Bergwälder bahnen. Autos stürzten in Schluchten oder wurden von herabfallenden Felsbrocken zerschmettert. Nach Angaben der Behörden wurden 1.680 Gebäude beschädigt.

Mehr als 2.000 Kilometer weiter nordwestlich erschütterte Mittwochfrüh ein weiteres Beben die Region Xinjiang. Laut Xinhua wurden 32 Menschen verletzt und mehr als tausend Gebäude beschädigt. Die unter anderem an Kasachstan grenzende Region ist kaum besiedelt.

Das Ausmaß der Zerstörung ist bisher unklar. Die östlich des tibetischen Hochplateaus gelegene bergige Region ist schwer zugänglich, von den Behörden erlassene Reisebeschränkungen erschwerten einen unabhängigen Überblick. Der chinesische Katastrophenschutz hatte zunächst mit bis zu hundert Toten gerechnet, doch schienen sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheitet zu haben.

Chinas Präsident Xi Jinping rief zu “umfassenden Anstrengungen” auf, um schnell Hilfsmaßnahmen zu organisieren und die Verletzten zu versorgen. Hunderte Soldaten und Bergungskräfte sowie Dutzende Spürhunde wurden mobilisiert. Das chinesische Rote Kreuz schickte weitere Experten und Helfer, ebenso wie die Organisation “Save the Children”.

Die Region liegt an der Südwestspitze des Qinghai-Tibet-Hochplateaus und gilt als eine der erdbebenaktivsten Gegenden Chinas. Im April 2013 waren bei einem Erdbeben in Lushan rund 360 Kilometer südlich von Jiuzhaigou 196 Menschen ums Leben gekommen. 2008 bei einem Erdbeben der Stärke 8,0 in Wenchuan, das nur rund 200 Kilometer von Jiuzhaigou liegt, mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen.

Von: APA/dpa/ag.

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