Einsatz bei der Seilbahn "Bürgeralpe-Express"

Zahlreiche Einsätze nach Unwettern in ganz Österreich

Montag, 31. August 2020 | 11:02 Uhr

Starker Regen und Sturm haben am Wochenende die Feuerwehren in weiten Teilen Österreichs auf Trab gehalten. Allein in Kärnten rückten die Einsatzkräfte 282 Mal aus, wie die Landesalarm- und Warnzentrale am Montag auf APA-Anfrage mitteilte. In der Steiermark waren rund 30 Feuerwehren im Einsatz. Die Unwetter der letzten Tage verursachten Schäden auch in Osttirol und Vorarlberg.

Rekordverdächtige Regenmengen wurden vor allem im Kärntner Gailtal verzeichnet, am Nassfeld waren es laut dem Hochwasserwarnservice des Landes Kärnten fast 300 Millimeter Niederschlag seit der Nacht auf Samstag. Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor teilte in einer Aussendung mit, dass alle Bundesstraßen im Bezirk aber wieder freigegeben wurden. Vermurungen hatte es auf der Gailtalstraße (B111), der Plöckenpassstraße (B110) und der Nassfeldstraße (B90) gegeben. Auch zahlreiche Landesstraßen wurden überspült, mehrere Straßen mussten komplett gesperrt werden.

Sowohl der Gailfluss als auch die Drau führten ein fünfjährliches Hochwasser, der Stockenboier Weißenbach im Bezirk Villach-Land sogar ein zehnjährliches. Laut dem Störungsdienst der Kelag waren Montagfrüh noch einige Haushalte im Gemeindegebiet von Zell-Pfarre (Bezirk Klagenfurt-Land) ohne Strom.

Auch in der Steiermark gab es punktuell heftige Unwetter. Im Bezirk Deutschlandsberg und Graz-Umgebung pumpten Feuerwehren Keller aus und beseitigen umgestürzte Bäume. Im Wallfahrtsort Mariazell liefen Erdgeschoß und erster Stock der Bürgeralpe-Seilbahn-Talstation voll Wasser.

Vor allem in den Abendstunden am Sonntag galt es für die rund 30 steirischen Freiwilligen Feuerwehren die Folgen der stellenweise heftige Niederschläge zu beseitigen. In Mariazell (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) überfluteten die Wassermassen die Mariazeller Straße vom Parkdeck bis zur Baustelle eines neuen Supermarktes. Bei der Talstation der neuen Einseilumlaufbahn “Bürgeralpe Express” standen der erste Stock und das Erdgeschoß sowie beide Liftschächte und Lager- und Büroräume unter Wasser. Das Niederschlagswasser dürfte laut Feuerwehr-Einsatzleiter von der Bergseite über den ersten Stock ins Gebäude eingedrungen sein. Die Schadenhöhe ist zum Zeitpunkt noch nicht bekannt. Vor einem Wohnhaus ging eine kleine Mure ab und versperrte die Zufahrt zum Jufa-Hotel.

In Vorarlberg mussten die Einsatzkräfte aufgrund der mehrtägigen Starkregenfälle am Wochenende zu insgesamt 46 Einsätzen ausrücken, allein am Sonntag waren es 36. Die meisten der Feuerwehreinsätze betrafen überflutete Keller und Unterführungen und konzentrierten sich auf den Bezirk Bregenz. Auch die Situation am Rhein entspannte sich wieder.

In Osttirol gingen Sonntagnachmittag zwei Muren auf die Defereggenstraße ab. Die erste hatte gegen 15.15 Uhr die Straße im Gemeindegebiet von Hopfgarten verlegt. Rund eineinhalb Stunden später ging rund neun Kilometer entfernt eine zweite Mure auf die Defereggenstraße ab. Es wurden keine Personen gefährdet oder verletzt.

Von: apa

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